Erfahrungsberichte aus Virginia

Sanford: Kim-Xuan Tran

Hallo iST!

Ich finde heute erstmals seit langem wirklich einmal Zeit und ich kann auch gar nicht glauben, dass es schon Dezember ist und ich seit drei Monaten bereits hier in einem kleinen Ort names Sanford lebe mit um die 300 Einwohner... also es ist wirklich in the middle of nowhere, denn man braucht zum Beispiel 20 Minuten zum nächsten WALMART und das muss schon was heißen...

Meine Reise fing nicht gut an, denn als ich am Flughafen Düsseldorf angekommen bin, meinte die Frau am Schalter, dass mein Flug in 10 Minuten gehen würde, obwohl er doch eigentlich erst in 2 Stunden gehen sollte. Ich war total geschockt und konnte gar nicht mehr aufhören zu heulen... habe auch die ganze Zeit am Frankfurter Flughafen geweint und immer mal wieder zwischendurch bei meinem Überseeflug nach Philadelphia. Ich hatte einen Individualflug, was mir noch mehr Zeit zum Nachdenken gegeben hat und das hat alles noch viel schlimmer gemacht. Als ich dann in Salisbury angekommen bin und meine Gastfamilie und alle anderen gesehen habe, wusste ich nicht, was ich denken soll. Ich war total überwältigt, weil mich 9 Leute empfangen haben... und dann waren auch noch meine Koffer nicht da und ich stand erst mal zwei volle Tage ohne Gepäck da.

Ich habe mich sofort hier bei meiner Family eingelebt, denn neben mir sind noch zwei andere Austauschschüler hier und meine Family hat auch noch selber zwei Kinder. Wir sind im Moment also fünf Teenager im Haus und deshalb bin ich um so froher, dass ich mein eigenes Zimmer habe. Es ist immer was los und es wird nie langweilig.

Mit meiner Hostfamily verstehe ich mich sehr gut und habe keine Probleme. Meine Family ist zwar sehr religiös und geht jeden Mittwoch und Sonntag in die Kirche, aber es ist in Ordnung für mich. Ich jedoch gehe nur manchmal, denn ich muss zugeben, dass ich ziemlich oft nicht mit dem einverstanden bin, was der Pastor predigt. Dennoch habe ich hier wirklich viel Spass. Ich war mit meiner Gastfamilie bereits in Lancaster, Pennsylvania in einem Musical, was wirklich einfach nur unglaublich war.

Mit meinem Area Rep habe ich sehr viel Kontakt, weil sie eine gute Freundin der Familie ist. Ihre Austauschschülerin aus Italien ist mittlerweile für mich zur absoluten Bezugsperson geworden und ich bin so froh, dass ich hier schon so viele Freunde gefunden habe. Man kann sich das gar nicht vorstellen, aber die Leute hier sind wirklich total offen. Jedoch sind die meisten Freundschaften zunächst nur oberflächlich und es entwickelt sich nur langsam eine wirkliche Freundschaft.

Die Schule ist wirklich anders als in Deutschland und ich muss zugeben, dass es am Anfang recht viel Arbeit war, weil alles eben auf Englisch war. Ich musste im Unterricht super aufpassen, um überhaupt mitzubekommen, was ich machen muss. Zum Glück gibt es aber immer Leute, die so nett sind und dir noch einmal wiederholen, was du an Hausaufgaben aufhast. Doch mittlerweile hat sich hier alles eingependelt und die Schule ist absolut kein Problem mehr. Es ist halt ein recht langweiliger Alltag, weil ich jeden Tag nur vier Fächer habe und die jedesmal in der gleichen Reihenfolge und eine Stunde ist 90 Minuten lang. Man lernt hier schon direkt am ersten Tag neue Leute kennen, weil die Leute hier einfach total offen sind und auf dich zukommen. Ich bin auch dem Cross Country Team beigetreten und das hieß für mich jeden Tag zwei Meilen laufen... das war hart, aber einfach ein Erlebnis, denn ich durfte auch zu den Meets und das war eine super Erfahrung. Meine Schule hat auch den District Titel gewonnen, was einfach nur absolut cool war, weil wir dann nach Williamsburg zu den Regionals fahren durften... war einfach nur AWESOME!

Was hier total anders ist als in Deutschland ist das Denken. Wenn man an Amerika denkt, glaubt man, dass alles so viel freier ist und man hier viel mehr Freiheiten hat, doch das täuscht. Amerika scheint in vielen Bereichen weiter zu sein, aber ich muss sagen, dass hier die meisten Menschen ziemlich konservativ sind, was glaube ich stark damit zusammen hängt, dass die meisten Menschen ziemlich religiös sind. Für mich ist es manchmal schwierig zu verstehen, aber das ist ja auch ein Grund, warum ich nach Amerika gekommen bin. Ich wollte ein REAL AMERICA kennenlernen. Man muss sich auch hier darauf gefasst machen, viel weniger Freiheiten zu haben als in Deutschland. Ich bin hier total abhängig, da ich kein Auto habe und das bedeutet für mich, dass wenn ich irgendwas unternehmen will, erst einmal meine Gasteltern um Erlaubnis fragen muss und eine Fahrgelegenheiten finden... das ist, was ich eigentlich am meisten vermisse, ein bisschen Unabhängigkeit.

Ich muss sagen, dass mir mein Leben hier einfach super gefällt auch wenn es natürlich auch ein paar negative Seiten gibt ( zum Beispiel: es wird hier fast nur Fast Food gegessen ). Es ist einfach eine super Erfahrung! Ich muss zugegeben, dass ich meine Familie zu Hause noch nicht einmal vermisse, denn ich bin hier so beschäftigt, dass ich eigentlich keine Zeit habe richtig zum Nachdenken... mittlerweile weiß ich auch mein Leben in Deutschland zu schätzen und bin auch froh, dass ich wieder zurück kann, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass das hier wieder ein tränenreicher Abschied wird. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass ich an diesen Ort zurück kommen werde, der mich jetzt schon wirklich beeinflusst hat.

Das coolste überhaupt ist, dass ich hier meinen Führerschein machen kann UND meine Graduation!

Okay, ich sage dann auch mal Bye und höre auf zu schreiben bevor es noch viel zu lang wird.

Love

Kim-Xuan Tran

Sanford, Virginia

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