Erfahrungsberichte aus Virginia

Roanoke: Marvin S.

Ich bin Marvin und habe ein Semester in Roanoke, Virginia verbracht. Die ersten Tage nach meiner Ankunft hatte ich noch keine Schule, sodass ich bestens meine Gastfamilie kennen lernen konnte. Meine Gastfamilie bestand aus meiner Gastmutter Kelly, die als Managerin für den lokalen Fernsehsender arbeitete, meinem Gastvater Tim, der als Zahntechniker arbeitete, und meinem 16-jährigen Gastbruder Alex, der als Sophomore mit mir auf die gleiche High School ging. Außerdem hatten wir noch zwei Hunde, Sunshine und Shadow.

Meine Schule, die Cave Spring High School hatte ca. 900 Schüler, und war für amerikanische Verhältnisse relative klein, doch für mich war sie groß genug, sodass ich mich anfangs des öfteren verlief. Am ersten Schultag wählte ich meine Fächer: U.S. Government, U.S. History, Mathe, Sport, Deutsch, Englisch und Orchester. Anfangs hatte ich statt Deutsch noch Französisch, doch ich kam schnell zu der weisen Entscheidung es abzuwählen, da ich gerade gelernt hatte auf Englisch zu denken, und da kam das Französisch dann einfach immer in den Weg. Desweiteren kann ich euch auch nur raten, falls es eure Schule anbietet, Deutsch zu wählen, weil ihr somit den amerikanischen Schülern eure Kultur genauer zeigen könnt, als es die Schulbücher tun. Ich habe zum Beispiel ein Referat über deutsche Musik gemacht, und da waren die erst einmal total baff, dass es deutschen Rap gibt. Die dachten den gäbe es nur in Amerika…

Die Schule war insgesamt recht einfach, aber stressig. Die Schule fing immer um 8:25 Uhr an, doch zweimal die Woche musste ich schon um 7:30 Uhr da sein, weil ich noch in einer Band gespielt habe. Normalerweise ging man in den Homeroom, wo dann die Anwesenheit geprüft wurde. Danach liefen im Fernsehen die Schulnachrichten, d.h. dort wurden Schulsportergebnisse oder Veranstaltungstermine vorgetragen. Anschließend ging es dann zur ersten Stunde. Zwischen den Stunden hatte man leider immer nur fünf Minuten Pause, sodass man sich echt beeilen musste, um zur nächsten Stunde pünktlich zu erscheinen. Nach der 4. Stunde hatte man dann Mittagspause, wo man in der Kantine dann „leckeres“ und „gesundes“ Essen kaufen konnte. Das „beste“ dort war die Pizza, die hätte man auswringen können und hätte somit ein Freigetränk gehabt… Also mein Tipp, steht lieber morgens ein bisschen früher auf und macht euch euer eigenes Essen. Nach der Mittagspause hatte ich dann noch 3 Stunden Unterricht.

Was für mich anfangs ein bisschen merkwürdig erschien, war dass man, wenn man den Klassenraum verlassen wollte um z.B. auf Klo zu gehen, brauchte man ein Hall Pass, damit man ohne Probleme durch die Schule gehen konnte. Außerdem war auf den Gängen immer ein Polizist, der darauf geachtet hat, dass keiner illegal durch die Schule läuft.

Auch wenn das alles ein bisschen „neu“ klingt, hat mir die Schule dort mehr Spaß gebracht als in Deutschland. Das Lehrer - Schüler Verhältnis war einfach nur traumhaft, da alle Lehrer super freundlich und hilfsbereit waren. Jeder Schüler meiner Schule hatte seinen eigenen Laptop von der Schule ausgeliehen bekommen, damit wir z.B. Unterrichtsnotizen auf dem PC machen konnten. Außerdem war überall WLAN, sodass man sich jederzeit Unterrichtinformationen aus dem Netz ziehen konnte.

Zu jeder amerikanischen Schule gehört natürlich auch der Sport. Doch in DER Hauptsportart, dem Football, waren wir verdammt schlecht. Zum Football gehört die Marching Band, die während der Halbzeitpause ihre Show auf dem Feld marschiert. Ich war auch Mitglied dieser Band, doch ich muss sagen, dass dies nicht unbedingt das Highlight war, da man nach der Schule immer Proben hatte. Außerdem hätte ich es bevorzugt mit meinen Freunden das Spiel von der Tribüne aus zu verfolgen, anstatt in den recht merkwürdigen Uniformen das Spiel mit teilweisen durchgeknallten Bandmitgliedern zu verbringen. Aber alles in einem war die Schule einfach nur awesome.

Das Highlight der Schulzeit war natürlich der Homecoming Ball, mit der dazugehörigen Spirit Week. Jeden Tag gab es ein besonderes Motto wie z.B. Ghetto Day oder College Day. Am Freitagabend war dann das Footballspiel, welches wir natürlich auch verloren haben. Am Samstag war dann der große Ball. Ich habe mein Homecoming Date abgeholt, und dort wurden dann x-millionen Photos geschossen. Danach fuhren wir dann in das Edel Hotel von Roanoke, wo dann auch wieder Photos gemacht wurden. Anschließend trafen wir uns mit unserer Gruppe, mit der wir im Restaurant dann Essen gehen wollten. Doch auch dort war erst einmal wieder großes Photoshooting angesagt. Nachdem wir den ganzen Photo Wirrwarr überlebt hatten, konnten wir endlich Essen gehen und der schöne Teil des Abends begann.

Wir hatten ein wunderbares Essen und fuhren danach zur Schule, wo in der geschmückten Sporthalle der Ball stattfand. Wir tanzten zu den neuesten US Chartstürmern und die Stimmung war einfach nur geil. Nachdem Ball sind wir dann zu einer Freundin gefahren, wo dann das Homecoming Chill-out war. Am Ende dieses langen Tages habe ich dann realisiert, dass ich DAS Event, welches man immer nur aus dem TV kannte, mitgemacht hatte. Mein Fazit: einfach nur geil!

Mit meiner Gastfamilie hatte ich ein ausgesprochen gutes Verhältnis, sodass es keine Komplikationen gab. Meine Gastfamilie und ich haben uns perfekt verstanden und ich konnte mir keine bessere Familie für dieses Semester vorstellen. Von Anfang an haben sie mich wie ihren eigenen Sohn behandelt, sodass ich das Gefühl hatte, ein Mitglied dieser Familie zu sein. Wir hatten zusammen eine wunderschöne Zeit, sind zusammen nach New York, Washington D.C., Jamestown, der ersten englischen Siedlung Amerikas, Williamsburg, eine Stadt, in der noch alles ist wie zu der Kolonialzeit, und Cleveland gereist. Manchmal sind wir mit den Pfadfindern campen, paddeln oder auch wandern gegangen. Außerdem waren wir bei jedem Football Heimspiel der University of Virginia. Diese Football Spiele haben auch riesigen Spaß gebracht, weil wir vorher immer eine Tailgate Party hatten, d.h. wir haben um unser Auto ein Partyzelt aufgebaut, wo wir dann gegrillt haben. Danach ging man dann voll gestopft zum Spiel.

Ein weiteres schönes Ereignis war Thanksgiving. Die ganze Großfamilie ist zusammen gekommen und wir haben tonnenweise gegessen. Danach haben wir dann Football geguckt.

Eine ganz spezielle Phase war die Weihnachtszeit. Es hat uns ein ganzes Wochenende gekostet, das Haus zu dekorieren. Aber danach war es einfach nur wunderschön und Weihnachten konnte kommen. Wir haben an die vier Stunden gebraucht um den Baum zu Schmücken, weil jedes Ornament seine eigene Geschichte hatte…Über Weihnachten waren wir bei den Großeltern in Ohio, auch beide unglaublich nett. Natürlich war es ein bisschen komisch die Geschenke einen Tag später auszupacken, doch ehrlich gesagt finde ich es im Nachhinein sogar besser. Nach Weihnachten habe ich dann meinen besten Kumpel in Cleveland getroffen, der auch als Austauschschüler in den USA war.

Insgesamt ging die Zeit viel zu schnell vorbei, und ich wäre gerne länger geblieben. Dieses Semester war das Beste was mir passieren konnte, und ich kann nur jedem empfehlen dieses auch zu tun. Am Ende muss ich mich nochmals ganz doll bei meinen Gasteltern und bei iSt bedanken, denn ohne die wäre das alles nicht möglich gewesen.

Marvin S.

Roanoke, Virginia

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