Erfahrungsberichte aus Oregon

Sisters: Maria Rosche

Oregon, the place to be!

Eines Tages im April letzten Jahres kam endlich der lang ersehnte Brief von iSt. Meine Gastfamilie stand fest. Sie wohnt in Sisters, Oregon. Oregon… Wo war das doch gleich? Ich schaute auf einer Karte nach. Direkt über Kalifornien! Sweet. Ich weiß noch genau, wie ich mich auf meine Couch setzte und plötzlich realisierte, dass ich bald weg sein würde. Weg von meiner Familie, meinen Freunden, Allem was mir vertraut war. Es war beängstigend, aber im selben Moment aufregend.

Die Zeit verging wie im Flug und ich saß am 17. August im Flieger nach Portland, von wo ich weiter nach Redmond fliegen sollte. Dort stand meine zukünftige Familie. Sie hatten eine „Welcome Maria“-Schild dabei und meine neue kleine Nichte gab mir ein Kuscheltier und meine Gastschwester einen Strauß Blumen. Auf dem Weg nach Hause sollte ich meiner Nichte sofort etwas vorlesen und schon waren meine Englischkenntnisse gefragt. Aber ich verlor schnell alle meine Ängste. Die Verständigung klappte von Anfang an gut und auch wenn es mal Missverständnisse gab, hatte jeder volles Verständnis.

Gleich an meinem ersten Tag ging es noch zum See mit dem Familienboot. Wasserski, Wakeboarding oder auch einfach Innertubing (mit einem Schwimmreifen hinter dem Boot) standen auf dem Programm. Auch sonst hatte ich von Anfang an volles Programm und Spaß: Fußball Double Dailys (vier Stunden Training täglich) starteten drei Wochen vor Schulbeginn. Einen Ausflug zur Küste ließen wir uns nicht entgehen, bei dem gleich erst mal das Surfen ausprobiert worden ist. Nicht mit viel Erfolg wie ich leider zugeben muss.

Und dann startete auch schon die Schule. Als Austauschschüler hatte ich überhaupt keine Probleme Freunde zu finden. Die Menschen sind neugierig und wollen dich kennenlernen und meine gleichaltrige Gastschwester machte es mir auch noch leichter, die „richtigen“ Freunde auszuwählen. Ich war vor allem dadurch, dass ich Fußball spiele, von vornerein vollkommen integriert im Schulalltag und auch bei allen Menschen.

Ich hatte die Möglichkeit als Senior (12. Klässler) an einem Fach teilzunehmen, das eigentlich nur für Juniors (11. Klässler) vorgesehen ist und nur ca. vier mal in ganz Amerika existiert. Es nennt sich IEE und war eine Mischung aus Englisch, Science und Sport. Der interessanteste Teil war, dass man pro Term einen dreitägigen Ausflug machte. Der erste war eine Wanderung auf den South Sisters (Berg) und der zweite eine River Rafting Tour. Im Unterricht ging man teilweise Radfahren oder lernte zu angeln und vieles mehr. Man las natürlich auch Bücher und beschäftigte sich mit Insekten und Pflanzen um Englisch und Science nicht zu vernachlässigen. Ich denke man könnte die Klasse ein bisschen mit den Pfadfindern vergleichen, wobei ich zugeben muss dass ich bei den Pfadfindern noch nie Mitglied war.

Über Thanksgiving fuhren wir mit dem Auto nach Phoenix, Arizona. Dabei machten wir einen Zwischenstopp in Los Angeles. Wir gingen in einen Vergnügungspark, fuhren durch Beverly Hills und liefen am Walk Of Fame entlang. Mir hatte es der Johnny-Depp-Stern angetan! In Phoenix aßen wir das berühmte große Thanksgiving Essen (Truthahn) zusammen mit Großeltern, Geschwistern, Freunden und Nachbarn. Nicht so erfreulich waren die 22 Stunden Rückfahrt, die ich aber gerne auf mich nahm, da ich einfach glücklich war, dass ich die Möglichkeit hatte dort zu sein.

Auch generell, ich hatte die perfekte Familie. Ich hatte meine Gastmutter und meinen Gastvater, eine Gastschwester in meinem Alter, die bei uns wohnte, und einen Hund. Weiterhin hatte ich zwei Gastbrüder, die beide in Arizona wohnen, und zwei weitere Gastschwestern, die ebenfalls in Oregon wohnen, alle sind in ihren 20ern. Eine Gastschwester hatte bereits eine dreijährige Tochter und die andere bekam ebenfalls eine Tochter während meines Aufenthaltes. Ich hielt das erste Mal in meinem Leben ein Neugeborenes. Das werde ich niemals vergessen.

Der Herbst ging und der Winter kam und Ski fahren war angesagt. Ich trat dem Team meiner Schule bei und konnte mit dem Team jeden Donnerstag, anstatt zur Schule zu gehen, auf Mount Bachelor trainieren. Ein Traum für jeden Skifahrer oder auch Snowboarder. Weihnachten war in meiner Familie ähnlich wie zu Hause. Geschenke gab es nach dem großen Familienessen und nicht erst am 25. Dezember morgens. Silvester feierte ich mit Freunden am Berg. Wir fuhren Ski und bestaunten um zwölf das Feuerwerk von der Spitze des Berges aus. Sobald es wieder wärmer wurde und man die Skier einpacken musste, fing die Tennis Saison an, was auch riesen Spaß gemacht hat. Man fühlt sich immer als Teil einer großen Familie wenn man in einem High School Team spielt.

Die Osterferien waren auch super. Wir fuhren nach Seattle und aßen oben im berühmten Space Needle Mittag und besuchten anschließend Freunde, die einen kompletten See besaßen. Dort fuhren wir, bei ca. 12 Grad Außentemperatur, mit dem sogenannten „Dry- Suits“ Wasserski, bei dem nur noch die Hände eiskalt werden. Auf dem Rückweg wurde ich sehr traurig, weil ich wusste, dass das vorläufig der letzte gemeinsame Urlaub mit meiner Familie gewesen war.

Nun stand nur noch meine Graduation und der Abschlussball, oder auch Prom an. Der Abschlussball war schon zwei Monate vor Schulende und war nur für Seniors und Juniors gedacht. Es ist einfach unglaublich, wie man es dort handhabt. Man hat ein Date entweder zu zweit oder mit einer Gruppe. Vor dem Prom geht man noch fein essen und danach fährt man mit den Autos vor und man übergibt dann den Schlüssel an Personal und diese parken dann das Auto für dich. Der Abend war einfach wie im Film, wortwörtlich.

Meine Schule wollte, dass wir Austauschschüler die komplette High School Erfahrung mitmachen: Graduation, Senior Kursfahrt und Grad Night. Also ging es zuerst für zwei Tage auf Kursfahrt und dann zur eigentlichen Graduation. Es war einfach einmalig und ich bin so dankbar, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Nach der Graduation fuhren alle Seniors in Begleitung einiger Aufsichtspersonen über Nacht nach Portland. Wir mieteten ein Schiff für ca. vier Stunden, auf dem es eine Disco, oben ein kleines Casino (ohne Geld) und Karaoke gab. Danach ging es weiter zu einer Spielhalle, in der wir alle Videogames umsonst spielen durften und es auch Laser Tag gab. Wir waren am nächsten Tag um ca. 8 Uhr zu Hause.

Das war leider schon das Ende meines Jahres. Ich wäre gern noch etwas länger geblieben und bezeichne dieses Jahr stolz als das beste meines Lebens. Ich würde die Entscheidung nach Amerika zu gehen jedes Mal wieder treffen. Ich hatte von Anfang an ein Riesenglück mit allem, es war einfach perfekt.

Ich habe noch immer fast jeden Tag Kontakt zu meiner Gastfamilie und Freunden und ich kann es gar nicht abwarten, sie nächstes Jahr wieder zu besuchen. Bis dahin jedoch freue ich mich auf meine Gastschwester, die mich bald für zwei Monate besuchen kommen wird.

Dieser Bericht zeigt nur einen kleinen Einblick auf das, was ich erlebt habe, es war noch so viel mehr, aber dafür müsste ich ein Buch schreiben.

Maria Rosche

Sisters, Oregon

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