Erfahrungsberichte aus Oklahoma

Fort Supply: Katja Boor

Hallo liebes iSt-Team!!

Die allerbesten Grüße aus dem kleinen Fort Supply, Oklahoma, USA sendet euch Katja Boor.

Es ist nun doch schon eine ganze Weile her und ich hab schon ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich mich jetzt erst wieder melde. Aber irgendwie war immer etwas anderes & und ich komme mit meiner ganzen Post gar nicht richtig hinterher.

Also, wo soll ich denn nun mal anfangen...? Okay, ich bin jetzt hier in Fort Supply seit dem 15. August 2003 und lebe mit Familie Parker. Meine Hostfamily besteht aus meinem Hostdad Randy, meinen drei Gastgeschwistern Jeremy, Robbi und Brandi. Jeremy & Robbi wohnen jedoch nicht mehr zu Hause. Ach ja, und dann gibt es noch die Hündin Ginger.
Brandi, meine Gastschwester, ist ein Jahr älter als ich. Mit ihr fahre ich in die Schule und gehe in dieselbe Klasse. Doch zuerst zu meiner Unterkunft, denn ich glaube, ich bin auf eine der seltensten Wohngebiete gestoßen: Das Gefängnis.

Aber es hört sich echt dramatischer an, als es tatsächlich ist. Mein Gastvater arbeitet als „warden“, also so eine Art Gefängnisdirektor & deshalb wohnt meine Gastfamilie in einem Haus auf dem „prisonground“; etwas abseits von den eigentlichen Gefängnisgebäuden und Therapiezentren. Obwohl es – während ich hier bin – zwei Ausbrüche gab, bekommt man so eigentlich gar nicht viel mit. Das Wohnhaus selbst ist ziemlich geräumig und ich habe sogar ein eigenes Zimmer.

Kommen wir mal zur Schule, denn das gehört hier ja auch zu meinem Leben. Also im Gegensatz zu meiner Schule in Deutschland ist diese – genau wie der Ort – recht klein: ungefähr 140 Schüler. Doch um ehrlich zu sein, bin ich total froh in so eine kleine Schule gekommen zu sein. Man lernt jeden kennen und fühlt sich wohl. – Ich besuche die elfte Klasse und bin ein Junior!! Einer von elf! Der Unterricht beginnt um 8:25 Uhr & endet um 15:15 Uhr. Mein täglicher Stundenplan sieht folgendermaßen aus:
1. Stunde: Englisch, 2. Stunde: Algebra, 3. Stunde: Science, 4. Stunde: Agriculture; danach gibt’s von 12:00 – 12:30 Uhr 30 Minuten lunchbreak, 5. Stunde: American History, 6. Stunde: Music, 7. Stunde: Computer.

Eigentlich komme ich in der Schule auch gut mit – natürlich gibt es hier und da auch mal Probleme mit Aufgaben, aber du findest immer Leute, die dir gerne helfen und in Sachen “activities“ war ich im „Academic team“ und der Basketballmanager des Mädchenteams. Obwohl ich es wegen einer Verletzung an der Hand selbst nicht spielen konnte, werde ich diese Sportart doch vermissen. Allein das Zuschauen und Anfeuern. (Wir waren das erste Märzwochenende auch mit den zwei Teams in Oklahoma City – bei den Oklahoma High School State Basketball Championships – zwar nur als Publikum, aber immerhin – mir hat es gefallen.)

Okay, also ich hatte ja schon mal kurz meinen Ort erwähnt: Fort Supply. Ein 500 Seelendorf in Nord-West Oklahoma. Hier gibt es eine Tankstelle, einen Imbiss, eine Sonnenbank, eine City Hall, natürlich die Schule – mit Kindergarten; ja ich glaub das war es soweit. Etwas abseits vom Ort gibt es jedoch noch einen großen See (Fort Supply Lake), der von Vielen zum Campen und Angeln genutzt wird.

Zu meinem Leben sonst: Es gibt im Moment immer etwas zu tun – und die Zeit scheint davon zu laufen. Während der Woche gehe ich in die Schule, danach stehen Hausaufgaben an und dann freetime. Entweder fernsehen oder chatten mit Freunden aus der Schule – oder du triffst dich mit Freunden und unternimmst etwas. Und an Spieltagen geht es dann raus und anfeuern!!

An den Wochenenden fahren wir einfach nur im Auto durch die Gegend, gehen ins Kino, hängen einfach nur mit Freunden rum, machen Videoabende...Auch New Years Eve mit Pizza und Bowlen war lustig.

Was gab es denn hier schon alles, seit ich hier bin? – Also, eine local fair, die Tulsa State Fair (etwas ganz Neues; die kids „züchten“ Kühe, Schafe, Schweine und Hühner und auf diesen fairs werden sie dann im wahrsten Sinne des Wortes „gezeigt“ – eine neue, aber auch witzige Erfahrung). Natürlich war dann noch Halloween (Ich war mit drei Freunden unterwegs und John´s dad fuhr uns durch den Ort – dann ging es „trick or treat“. Und im Park gab es ein großes Bonfire; genau das Richtige für eine kalte Nacht. Danach ging es dann noch auf einen „Hayride“. Verkleidet hatte ich mich als Vogelscheuche). Dann haben wir Museen besucht, Miss Pageants angeschaut, waren bei „Indian Powwow´s, und ich glaube das war es auch soweit. In der Valentinswoche gab es ein „Chinese Banquet“ in der Kirche und auch ansonsten veranstaltet die örtliche „Baptist Church“ so einige Aktivitäten. Meine Gastfamilie und ich besuchen jedoch die „Nazarenechurch“ in Woodward, ca 15 Meilen von hier; trotzdem ist zu den Veranstaltungen jeder ganz herzlich willkommen. Im Allgemeinen finde ich, dass der Valentinstag hier größer gefeiert wird. Die „Yearbook Class“ verkaufte „baloon bouquets“ , in der Schule wurden Kärtchen verteilt, das Büro war gefüllt mit Geschenken, die von Freund oder Freundin einer anderen Schule abgegeben wurden...

Vor zwei Wochen hatten wir dann auch „Springbreak“! Ich bin mit einer Freundin und deren Familie nach Süd-Texas: Uvalde. Circa eine Stunde von San Antonio! Zwar war es eine lange Autoreise bis dorthin, aber es hat sich echt gelohnt; wir hatten superviel Spaß und das Wetter war einfach nur spitze. An „St. Patrick`s Day“ sind wir dann nach San Antonio: alles grün, wohin man sah: die Stadt und auch die Leute. Doch die Stadt hat mich echt in ihren Bann gezogen: SUPERSCHÖN!

Wir waren am Riverwalk , sahen die Alamo, waren in der Mall, hatten Lunch im Hard Rock Café, sind auf den Tower of the Americas (nach ganz oben), sind durch den Park gewandert, durch die Stadt geschlendert und haben uns ein paar Mal verlaufen.

Mein letzter Ferientag bestand dann aus „Cattleworking“ und Reiten. – Es war heiß, aber das Reiten hat Spaß gemacht.

Jetzt ist wieder Schule angesagt – doch nach den Ferien wirkt vieles lockerer. Trotzdem gibt es in nächster Zeit noch so Einiges: Ende April ist Prom, nächsten Samstag nehme ich am ACT Test teil, am 1. Mai ist „Mrs Fort Supply“ (daran nehme ich höchstwahrscheinlich teil und singe ein deutsches Lied für den „Talentpart“), dann gibt es am ersten Maiwochenende noch einen „Fish Fry“, einige FFA Events, einen weiteren „Dance“ und noch ein paar Schultrips.

Kommen wir doch mal zum Wetter, denn das ist hier recht wechselhaft. Als ich im August hier eintraf, war es total heiß und ich habe mir nicht vorstellen können, dass es hier auch Schnee geben kann. Aber auch sonst kann das Wetter und die Temperatur von jetzt auf gleich umschlagen. Und ich hab es noch nie erlebt, dass es im März so warm sein kann. In der Zeit unserer Springbreak war es manchmal schon um die 85°F or 92°F. Im Moment ist es jedoch etwas kühler.

Letztes Wochenende hatten wir sogar die ersten Tornados hier in unserer Region. Wir befanden uns gerade auf dem Nachhauseweg von einem Academic Team Meeting , als wir über Handy und Radio informiert wurden. Also legten wir einen ungeplanten Zwischenstopp an einer Tankstelle ein. Wir haben jedoch keinen Twister gesehen. Doch abends sahen wir die Bilder im Fernsehen. Während der Fahrt war ich doch schon etwas nervös, obwohl ich noch nie einen Tornado gesehen oder getroffen hatte. Doch nach einer Tüte Gummibärchen und der Tatsache, dass wir alle zusammen waren, ging es mir schon besser.

So, ich glaube das war es dann von hier. Während sich in den ersten drei – dreieinhalb Monaten der Gedanke, nach Halloween (dieses Fest einmal real zu erleben, war ein Wunsch von mir) wieder abzureisen, verhärtete, bin ich unendlich froh, dass ich von irgendwoher die Kraft bekommen habe es weiter zu probieren. Denn seit „Christmastbreak“ heißt es nicht mehr probieren – sondern leben!! Fort Supply und die Leute hier sind so etwas wie ein zweites Zuhause geworden. Alltag!!! – Und an Abschied möchte ich noch gar nicht denken!

Alles, alles Liebe aus dem frühlingshaften Oklahoma

Eure Katja Boor

Fort Supply, Oklahoma

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