Orewa College: Olivia P.

VLUU L110, M110 / Samsung L110, M110

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Neun Monate von zu Hause weg? Diese Idee wäre vor gar nicht so langer Zeit für mich unvorstellbar gewesen, doch irgendwie ließ mich die Vorstellung nicht mehr los- und so kam es also, dass ich am 10. Juli mit gepackten Koffern am Flughafen in Frankfurt stand und eine Maschine in Richtung „Anderes Ende der Welt“ betrat.

Naja, genau genommen ging es erst einmal 12 Stunden nach Singapur, bevor wir nach erneuten 10 Stunden Flug um halb elf abends in Auckland ankamen.

Nicht nur genug, dass es abends war und wir nach dieser Reise total geschafft waren, es war auch noch mitten im Winter und regnete in Strömen.

Klingt nach einem nicht gerade schönen Empfang, hat man doch gerade erst das sonnige Deutschland verlassen und seine Eltern und Freunde verabschiedet…doch tatsächlich sollte es nicht lange dauern, bis ich mich in dieses Land verliebte und es als einen der besten Plätze der Welt ansah.

In der ersten Woche besuchten wir einen Vorbereitungskurs, mitten in Auckland.

Dabei ging es vor Allem darum, uns einen ersten Eindruck von Neuseeland zu vermitteln und so unsere neue Heimat besser kennen zu lernen. Vormittags gab es also interessanten und lustigen Klassenunterricht in dem wir nicht nur etwas über Geographie lernten, sondern auch über neuseeländisches Essen, Musik und (besonders wichtig!) über landestypisches Vokabular.

In diesem Sinne möchte ich auch gleich einen überlebenswichtigen neuseeländischen Ausdruck erwähnen, und zwar „Sweet As!“. Dies heißt soviel wie „ Cool“, oder „Alles Super“ und kann in jeder beliebigen Situation verwendet werden.

Nachmittags stand dann jeweils Sightseeing auf dem Plan, so konnten wir z.B. auf den Sky Tower hinauf, Museen besichtigen, usw.

Nach dieser aufregenden ersten Woche, kamen wir schließlich zu unseren endgültigen Gastfamilien und konnten am darauf folgenden Montag zum ersten Mal unsere neue Schule besuchen.

Diese war, verglichen mit meiner deutschen Schule, riesig: 1800 Schüler und ein Grundstück, das so groß ist, dass ich eine Karte brauchte um mich zurechtzufinden. Natürlich hatte ich erst etwas Angst, mich zu verlaufen, doch nach ein paar Wochen fand ich mich bestens zurecht.

Es stellte sich schnell heraus, dass der Unterricht die neuseeländische Lebenseinstellung („relaxed“ und „easy going“) widerspiegelte und deshalb ziemlich einfach und locker gehalten wurde. Daher gab es auch keine großen Verstehensprobleme.

Sehr interessant fand ich auch die große Auswahl an Fächern, die man dort belegen konnte. So gab es z.B. auch Kochen, Nähen, Fotografieren, Tanzen usw. als Unterrichtsfach.

Mein Lieblingsfach war „New Zealand Experience“. Das war ein Fach, nur für Austauschschüler, in dem man alles über Neuseeland lernen konnte. An den Wochenenden oder auch in den Ferien wurden öfters Ausflüge unternommen, um möglichst viel vom Land zu sehen.

Die Neuseeländer selbst sind (wie bereits erwähnt), genauso entspannt und freundlich wie ihr Ruf. Auf der Strasse begegnen einem fast nur lächelnde Leute und vom Busfahrer wird man jeden morgen extra freundlich begrüßt.

Auch bei Fragen und Problemen konnte ich mich grundsätzlich darauf verlassen, dass mir geholfen wurde.

Die Schule stellte uns außerdem noch einen „Dean for International Students“ zur Seite: Judy O’Grady war die Ansprechpartnerin für wirklich alles und konnte bei jedem noch so kleinem Wehwehchen helfen:

Ganz egal ob es um Unstimmigkeiten mit der Gastfamilie ging, oder ob man in den Urlaub fahren wollte- Judy löste das Problem mit einem großen und freundlichen Lächeln im Gesicht.

Vor allem in den 8 Wochen dauernden Sommerferien, bin ich viel gereist: Dabei war ich unter anderem mit meiner Gastfamilie campen.

Dies ist eine der Lieblinsbeschäftigungen der Neuseeländer: Irgendwo in die Natur (die ja nie weit ist) fahren, campen und einfach mal nichts tun.

Außerdem war ich mit der Reiseorganisation „Flying Kiwi“ auf der Südinsel, die mich mit ihrer faszinierenden Natur total überraschte. Verlassene, unberührte Seen und Berge, Felsformationen und noch vieles mehr gab es dort zu sehen. Tatsächlich kann ich daher über Neuseeland nur sagen, dass es das schönste Land ist, in dem ich je gewesen bin!

Jedoch bietet Neuseeland noch mehr als „nur“ unglaubliche Natur: Es ist die Heimat des Bungys. Daher konnte ich es mir nicht nehmen lassen, bei einem Besuch in Queenstown, der so genannten „Adrenalinhauptstadt“ den mit 134m höchsten Bungy Neuseelands zu machen: Den „Nevis“. Etwas das ich mich in Deutschland wohl nie getraut hätte…

Auch einen 12 000 Fuß hohen Fallschirmsprung ließ ich mir nicht entgehen und beides sind unglaubliche Erfahrungen, die ich nur jedem empfehlen kann.

Nach so vielen Erlebnissen, ist es nur verständlich, dass man irgendwann morgens aufwacht und feststellt, dass man am Liebsten da bleiben würde, doch zu bald nach dieser Erkenntnis kam auch für mich der Moment, an dem ich wieder nachhause musste.

Die Eingewöhnung fiel mir etwas schwer, da Deutschland im Vergleich doch etwas strikt und teilweise auch unfreundlicher als Neuseeland ist, doch ich bin echt froh, dass ich diese 9 Monate erleben durfte und sie gehören zu der schönsten Zeit meines Lebens. Ich werde sie nie vergessen.

Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, die großartige Chance zu nutzen, ins Ausland zu gehen und ich wünsche allen, dass sie genauso tolle Erfahrungen machen, wie ich sie gemacht habe.

Mit ganz vielen Grüßen

Olivia Plant