Nelson College for Girls: Friderike P.

Mein Abenteuer „Neuseeland“ begann mit einem sehr chaotischen Flug. Mein Flugzeug von Hamburg nach Frankfurt war viel zu spät, weil ausgerechnet an dem Nachmittag das Radar in München ausgefallen ist, von wo mein Flugzeug kommen sollte. Ich verpasste meine Gruppe in Frankfurt. Die saß schon im Flugzeug nach Singapur als ich in Frankfurt landete. Also stand ich Freitagabend allein auf dem Frankfurter Flughafen. Ich rief meine Mutter an, die mir sagte, dass ich zum Kinderschalter von Lufthansa gehen sollte, denn iST hatte denen Bescheid gesagt, dass ich gestrandet war. Sie kümmerten sich um mich, auch wenn ich mit 15 Jahren eigentlich gar nicht mehr zu ihren Fällen gehörte. Man gab mir ein Hotelzimmer und jemand von Lufthansa brachte mich zum Bus, der mich ins Hotel brachte. Mein Vater war in der Nacht von Hamburg nach Frankfurt gefahren und konnte mir so am nächsten Tag beim Umbuchen helfen die 5 Stunden Wartezeit vor dem Schalter totzuschlagen. Ich bekam eine Verbindung am Abend nach Dubai. Von dort ging es weiter über Melbourne und Auckland nach Wellington. Dort wurde ich von jemandem der Partnerorganisation von iST abgeholt. Als ich den Flug überstanden hatte war ich für alles gerüstet.

Die Einführungswoche in Wellington war eine große Hilfe um sich erstmal damit anzufreunden, dass ab jetzt alles auf Englisch war. In meiner Gastfamilie waren 3 weitere deutsche Mädchen zur Einführung und wir hatten viel Spaß.

Nach der Einführungswoche ging es für mich weiter nach Nelson. Meine Gasteltern oder eher Gastoma- und opa haben mich vom extrem kleinen Flughafen abgeholt. Sie kommen ursprünglich aus England, sodass ich von Anfang an kein Problem hatte sie zu verstehen. Sie hatten ein riesiges altes Haus, das dank der Fußbodenheizung nie sehr kalt war (worum mich viele Freunde beneideten).

Nach einem Monat kam eine weitere Gastschülerin aus Macao (Hongkong) in meine Familie. Es war schön nicht mehr nur mit meinen Gasteltern allein zu sein. Es gab zwar noch den Golden Retriever Misty, aber mit Belinda war es einfach witziger. Sie ist ein total lieber Mensch, allerdings auch sehr verplant und leicht verrückt. Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, warum sie jede Katze, die uns auf dem Schulweg begegnete aus allen Winkeln fotografieren musste. Nach zwei Wochen ist ihr dann aufgefallen, dass es immer dieselben 4 Katzen waren. Das war allerdings kein Grund für sie, ihr iPhone nicht sofort zu zücken, wenn wieder eine auf der Straße saß. Außerdem hatte sie große Angst vor Geistern, weshalb sie nie allein abends zu Hause geblieben ist und am liebsten auch bei mir im Bett geschlafen hätte.

Mein Gastopa war Rentner und hatte so viel Zeit für mich. Wenn das Wetter morgens schön war, sind wir einfach losgefahren und haben einen Ausflug gemacht z.B. in den Abel Tasman Park oder zu den Pancake Rocks.

Ich hatte eine unglaubliche Zeit (auch wenn es unnatürlich viel geregnet hat für Sunny Nelson). Lange hatte ich überlegt, ob ich den Schritt wagen sollte. Es war ein halbes Jahr in dem ich mich mit der Frage herumgeschlagen habe bis ich mich dann kurz vor Anmeldeschluss Anfang März beworben habe. Und diese Erfahrung will ich nicht missen! Trau dich und wage den Schritt in dein Abenteuer!