Kaikorai Valley College: Sascha R.

08. Juli !!! Am Flughafen Düsseldorf standen ca. 70 Kids und ich mittendrin! Ganz ehrlich, ich war eigentlich überhaupt nicht aufgeregt. Meine Eltern schon! Die Hinreise ging total schnell, ich hatte ganz schnell Anschluss gefunden und die Zeit verging wie nichts.

In Wellington angekommen, wurden wir von unseren Gasteltern für die Vorbereitungszeit abgeholt. Wir wohnten mit 5 deutschen Jungs bei Ihnen. Die Familie war total nett. Fehlte etwas, klappte etwas nicht, es wurde sofort geholfen. Bei mir war es ein falscher Adapter. Schneller als ich denken konnte, waren wir wieder vom Shopping zurück.

In Dunedin wurde ich von meiner richtigen Gastfamilie abgeholt. Das war wirklich ein herzlicher Empfang. Meine Gasteltern, mein Gastbruder und die asiatische Gastschwester machten es mir wirklich leicht mich wohl zu fühlen. Als erstes bekam ich erst einmal einen warmen Bademantel. Man muss wissen, es gibt in den meisten Häusern keine Zentralheizung, nur eine Art Kaminzimmer.

An das Essen musste ich mich schon ein wenig gewöhnen. Zum Nachtisch gab es immer Eis. Mir kamen manchmal schon Bedenken um mein Gewicht, doch durch den täglichen Sport in der Schule und einige Gänge in das Fitnessstudio war das gar kein Problem.

Das Haus meiner Gastfamilie war ein wenig abgelegen. Zur Schule konnte ich mit der Gastmutter oder mit dem Schulbus fahren. War alles kein Problem. Für meine Stadtgänge musste ich ebenfalls mit dem Bus fahren. Manchmal haben mich auch „Kiwis“ nach einer Feier nach Hause gefahren. Die Menschen sind sehr kontaktfreudig, doch es dauerte schon eine kleine Weile, bis man voll dabei ist. Das war alles kein Problem.
Meine Gastfamilie hat einige Ausflüge mit mir gemacht. Mit meinem Gastbruder habe ich – trotz des Altersunterschiedes – Schach gespielt, Filme geschaut und die Gegend erkundet.

Ich war für mein Zimmer zuständig, Aufräumen etc. Die Wäsche wurde jeden Tag gewaschen. Gebügelt wurde – Gott sei Dank – nichts. Eigentlich sollte ich sonst gar nichts helfen, hab ich aber trotzdem gemacht. Ob das auch die Regel in anderen Gastfamilien ist, kann ich gar nicht sagen. Wenn ich mich verabreden wollte, war das überhaupt kein Problem. Ich hatte mir auch eine Telefonkarte für mein Handy zugelegt und konnte so jederzeit „zu Hause“ anrufen.

Die Schule war schon klasse. Mich hat schon beeindruckt, dass die Schule so gut organisiert ist. Am ersten Tag bekam ich einen Ordner mit Stundenplan, Bücher und alles was ich für den Unterricht brauchte. Schulkleidung musste ich für die drei Monate nicht kaufen. Im Vergleich zu meiner Schule gab es Sport, Sport und noch einmal Sport. Das war das Richtige für mich!! In manchen Fächern waren die Ansprüche nicht sehr hoch (ich kannte zum Teil die Themen schon). Sprachlich war es auch kein Problem. Bin bis auf eine Ausnahme überall gut mitgekommen. Die Lehrer sind hilfsbereit, nett und sehr freundschaftlich. Die Mitschüler lassen einen nicht im Regen stehen. Es dauert nicht lange, dann weiß jeder wer du bist, weil alle dich ansprechen.
Das Erdbeben am 04. September weckte mich nachts. Alles wackelte und ich war etwas verwirrt. Meine Gasteltern beruhigten mich schnell. Wir waren ja einige Kilometer vom Hauptzentrum „Christchurch“ entfernt. Bei uns in Dunedin waren keine weiteren Auswirkungen zu spüren bzw. zu sehen. Die Nachrichten von Christchurch waren da schon anders. Gut, dass dort erdbebensicher gebaut wird und wurde. So sind – Gott sei Dank – nur wenige Menschen zu Schaden gekommen.

In der letzten und schulfreien Woche habe ich noch zwei Ausflüge mit dem Zug gemacht. Wirklich toll. Neuseeland ist ein unvergleichlich tolles Land und wirklich sehenswert. Die Menschen sind sehr nett und aufgeschlossen. Meine Gastfamilie war einfach super.

Nur Mut! Es lohnt sich auf jeden Fall nach Neuseeland zu reisen, auch für „nur“ drei Monate.

Eines weiß ich ganz sicher: Ich würde es immer wieder tun und kann sagen: „Das war ganz sicher nicht mein letzter Neuseelandaufenthalt“!