Kamloops: Clara N.

Ausflug mit anderen Austauschschülern im Schnee

Boogie the Bridge - Lauf mit kanadischen Freunden

Freundin meiner Gastschwester, meine Gastschwester und ich auf einem Reitturnier

Frisbeegolf in den Bergen im Sportunterricht

Meine kanadische Schule Valleyview-Secondary

Mein Name ist Clara und ich war ein Jahr in Kanada, British Columbia. Beworben habe ich mich bei iSt und wurde auch angenommen. Es fand ein Vorbereitungswochenende statt und bis zur Abreise erhielt ich mehrere Informationsblätter. Ich war sehr nervös, was auf mich zukommt.

Ich bin im August nach Frankfurt gefahren und habe dort ungefähr 10 andere Austauschschüler getroffen. Alle sind nach Kanada geflogen, jedoch in unterschiedliche Orte und für unterschiedlich lange Zeit. Ich war eine der wenigen die  volle 10 Monate und die einzige die nach Kamloops (eine Stadt in British Columbia) gegangen ist. Natürlich  war ich sehr nervös, ob meine Gastfamilie mich mag, ob ich sie mag, wie es ist ein Jahr ohne meine Familie zu sein und so vieles mehr...

Nach fast 24 Stunden Reisedauer war ich zum Glück zu erschöpft, um auf dem letzten Flug vor Nervosität durchzudrehen. Aber schon im ersten Flugzeug in Kanada fiel mir bei meinem Sitznachbar auf wie offen und freundlich Kanadier sind, als er mich sofort in ein Gespräch vermittelte und mir Mut machte. Am Flughafen hat mich meine Gastmutter mit einem großen Schild mit meinem Namen empfangen.

Die ersten Tage habe ich meine Familie kennen gelernt und mich mit allem vertraut gemacht. Die ersten Wochen waren etwas anstrengend, da mir die Zeitverschiebung zu schaffen machte, ich meine Familie vermisste und den ganzen Tag nichts als Englisch sprach.

Am Anfang haben die Lehrer noch gestreikt, deswegen hatte ich zwei Wochen ein Ersatzprogramm, welches mir geholfen hat mit Sitten und der Sprache etwas vertrauter zu werden. Als die Schule anfing war ich sehr nervös, denn im Gegensatz zu einigen Austauschschülern, die ich in dem Ersatzprogramm kennen  gelernt habe, war ich die einzige Austauschschülerin auf meiner Schule. Dieses war allerdings sehr gut, da mir so nichts anderes übrig blieb, als auf Leute zuzugehen. In kurzer Zeit hatte ich viele Freunde. Die kanadische Schule hat ein anderes System als wir es in Deutschland haben. Dadurch wurde ich eine der besten Schülerin meines Jahrgangs und ich hatte ein Zeugnis, dass so gut war, wie es in Deutschland noch nie gewesen ist. Die Lehrer waren mir gegenüber sehr offen und hilfsbereit. Sie haben mir aber trotzdem das Gefühl gegeben, eine normale Schülerin zu sein. Insgesamt wurde ich in meiner Schule sehr offen aufgenommen und Schüler sowie Lehrer waren sehr freundlich zu mir. Meine Kurse waren Mathe, Wissenschaften (Chemie, Biologie, Physik, Erdkunde in einem Fach), Englisch, Sozialwissenschaften, Tanzen, Sport, noch eine Art Sport und Spanisch.

In meiner Freizeit bin ich sehr viel geritten, geschwommen, oder bin mit Freunden gewandert (es ist in Kanada ganz normal mit Freunden wandern zu gehen), Schlittschuh gefahren oder shoppen gegangen. Mit meiner Gastschwester und ihrer besten Freundin (die auch auf meine Schule ging), bin ich oft ausgeritten oder wir sind mit dem Auto in andere Städte gefahren um einzukaufen (Kamloops ist nicht sehr groß) oder haben uns einfach die Stadt angesehen.

Mit meiner Gastfamilie hatte ich unglaubliches Glück. Mein Gastvater hat ein paar Tage in der Woche nicht zuhause gelebt, da er in Vancouver arbeitet. Zur Familie gehörten meine Gastmutter, mein Gastvater, meine Gastschwester ( die jüngere, 18) und zum Ende noch meine zweite und ältere Gastschwester und ihr Freund, sowie zuerst zwei Hunde und eine Katze und am Ende vier Hunde und drei Katzen.

Kamloops ist entlang eines Flusses gelegen, der sich durch ein Tal schlängelt. Unser Haus lag oberhalb des Flusses auf den Hügeln. Wenn man auf unserer Terrasse stand, konnte man ganz Kamloops und auf der anderen Seite hunderte von Kilometern weit sehen. Im Winter war es bis zu minus 30 Grad kalt und im Sommer hoch bis zu 40 Grad heiß. Wir hatten einmal soviel Schnee, dass wir tagelang nicht zur Schule konnten. Ich bin von meiner Gastmutter mit dem Auto in die Stadt mitgenommen worden, wenn ich etwas brauchte oder Freunde treffen wollte. Das Bussystem war etwas merkwürdig, deshalb hat sie mich mitgenommen, was aber kein Problem für sie war, da sie eh oft in die Stadt musste. Zur Schule bin ich mit dem Schulbus gekommen, der mich auch zurück gebracht hat.

Für mich war es eines der besten Jahre meines Lebens. Ich vermisse Kanada, meine Freunde und Familie sehr. Doch es ist ein gutes Gefühl zu wissen auf der anderen Seite der Welt Freunde zu haben, die an mich denken und eine zweite Familie zu haben, die ich liebe wie meine eigene und bei denen ich weiß, dass ich immer willkommen sein werde.

Es ist eine große Entscheidung ein Auslandsjahr zu machen und diese kann jeder nur für sich alleine entscheiden. Doch jedem der darüber nachdenkt, würde ich raten es zu tun. Es ist eine Erfahrung die einen verändert, in allen Aspekten.