West Vancouver: Theresa H.

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5 Monate in North Vancouver, Kanada

5 Monate. Wenn man das so liest klingt es schon ziemlich lang, doch um ehrlich zu sein, meine Zeit in Kanada ging viel zu schnell rum. Man erlebt einfach jeden Tag etwas anderes und weiß manchmal nicht was auf einen zu kommt, doch genau das ist eben so spannend und aufregend.

Das ganze Kanadafeeling ging los als ich auf dem Meeting in Stuttgart war, bei dem sich alles um die bevorstehende  Reise drehte (Ehrlich gesagt mag ich es gar nicht meine Zeit in Vancouver als Reise zu bezeichnen, schließlich ist es ein Erlebnis im Leben, das einen total verändert). Dort waren viele Returnees, die uns von ihrem Aufenthalt erzählt haben und denen wir Fragen stellen konnten. Unter anderem habe ich dort auch sehr dicke Freundschaften geschlossen, die ich auch in Vancouver weiter gepflegt habe, da ich mit ein paar Mädchen, die ich schon kannte, auf derselben Schule war.   

Als dann endlich der Tag kam, war ich nicht mal so aufgeregt, da man es ja meistens noch nicht glauben kann. Nicht einmal als ich schon in meinem neuen Bett in Kanada lag.

Meine Gastfamilie bestand aus meiner Hostmutter, ihrer Tochter, einer Katze und einem Hund. Da meine Gastschwester jünger war als ich, hatte ich schon von Anfang an Angst, dass sie aufgedreht oder nervig sein konnte und ich war mir auch nicht sicher, ob ich das aushalten konnte. Aber erst mal in den Familienalltag hinein gelebt, wollte man auch so schnell  nicht mehr raus! Meine Familie war fast das totale Gegenteil zu meiner deutschen Familie, die sehr genau, sehr durchgeplant und sehr ordentlich war. Doch das sage ich gar nicht im Negativen. Es war sehr interessant einmal zu sehen wie andere Familien leben und bald hatte ich mich sehr daran gewöhnt. Meine Gastmutter und ich hatten auch ein sehr enges Verhältnis. Sie hat mich immer eher als eine Freundin behandelt. Auch mit ihrer Tochter habe ich mich sehr gut verstanden. Ich hatte noch nie eine jüngere Schwester und es hat genauso seine schlechten wie auch viele gute Seiten. Ich habe mich in vielen ihrer Verhaltensweisen wieder erkannt und ich wusste auch oft ganz genau was sie dachte. Wir sind alle sehr stark zusammen gewachsen und der Vorteil an jüngeren Geschwistern war, dass die Familie immer noch viel zusammen unternommen hat. So war ich schon in meiner ersten Woche in den USA oder auf dem lokalen Skigebiet Grouse Mountain.

Nach 3 Monaten sollte ich dann eigentlich wieder nach Deutschland fliegen da es so geplant war, doch das kam für uns alle auf gar keinen Fall in Frage. So habe ich dann auf 5 Monate verlängert. Bald habe ich auch noch eine zweite internationale Gastschwester bekommen, die ebenfalls aus Deutschland war. Man stellt sich das jetzt vielleicht problematisch vor, da man schließlich da ist um Englisch zu lernen, aber für uns war sofort klar, dass wir miteinander englisch reden würden. So konnten wir uns beide verbessern und von dem anderen dazu lernen.

Meine Schulzeit war ein bisschen kürzer als sie normal hätte sein sollen, da unsere kanadischen Lehrer zu Beginn des Schuljahres  gestreikt haben. Doch als sie endlich angefangen hat, wollte ich nicht mal Ferien haben. Ich hatte jeden Tag bis 15 Uhr Schule, aber es war nicht so schlimm wie die Nachmittagsschule hier in Deutschland. Die Schule in Kanada ist der Mittelpunkt des Tages für alle, dort trifft man seine Freunde und geht auch seinen Hobbys nach. Da man seine Fächer wählen konnte, hatte ich unter anderem auch Dance und Cooking. Meine Tanzklasse war überhaupt nicht wie man sich einen Tanzunterricht in der Schule vorstellt. Unsere Lehrerin hat man so gut wie nie in anderen Klamotten wie ihren Hip Hop Hosen gesehen und auch vom Aussehen her hätte sie leicht von Step up sein können. Auch in meiner Cookingclass habe ich so viele neue Rezepte und wichtige Grundlagen zum Kochen gelernt. In jeder Stunde durften wir dann natürlich auch unsere Gerichte essen. Ihr müsst wissen, es ist sozusagen unvermeidlich ein bisschen zu zunehmen, zumindest war das bei mir so, da ich eben nichts verpassen wollte. Deswegen bin ich dann auch ins Fitnessstudio, das Gym, gegangen. Hier bin ich nach der Schule immer auf die Hälfte meiner Klassenkameraden gestoßen. Was meine Freizeit angeht, war mir so gut wie nie langweilig, und falls das doch mal vorkam, ging ich Sachen wie aufräumen, Wäsche waschen, Tagebuch schreiben oder Gassi gehen mit dem Hund nach. Sonst bietet Vancouver an sich  eine sehr große Vielfalt an Freizeitangeboten. Vom Shoppen gehen, bis zur Schiffstour nach Vancouver Island, übers Essen gehen und einfach wie ein Kanadier leben. Denn genau das habe ich während meines Aufenthaltes getan.

Für mich war mein Aufenthalt in Kanada eine unglaubliche Erfahrung, die ich nie wieder missen will und ich kann sie einfach jedem Schüler, dem es finanziell möglich ist, empfehlen dasselbe zu machen. Denn egal wie lang es her sein wird, man behält diese Erinnerung sein Leben lang und das können meistens nur die verstehen, die es selbst erlebt haben. Man lebt einfach von Tag zu Tag und weiß nie was auf einen zu kommt und ganz wichtig: Man sollte offen für neues sein.