Maple Ridge: Franziska Wählen

Am 1. September war es dann endlich soweit, ich hatte schon jahrelang darauf hin gefiebert endlich meinen Traum leben zu können. Am Düsseldorfer Flughafen wurde zuerst eingecheckt und abgehakt, dass ich anwesend war und kurz danach musste ich mich auch schon von meiner Familie und Freunden verabschieden. Ich kann mich noch erinnern, dass ich überall nur weinende, traurige Gesichter sah. Allerdings nur wenige Minuten später am Gate alle einfach nur noch aufgeregt waren. Diese Aufregung hat sich auch bis zur Landung in Vancouver gehalten, nachdem wir wirklich viel Spaß im Flugzeug hatten. Vielleicht auch zum Leidwesen der Stewardessen.
Noch viel aufgeregter ging es dann durch die Immigration wo jeder einzelne sich dann zum ersten Mal alleine in Englisch beweisen musste und erklären musste wieso und wie lange man nach Kanada einreiste.

Alles geschafft ging es zu den gelben Schulbussen, die uns ins beschauliche, aber wunderschöne Maple Ridge brachten. Dort angekommen, holten uns unsere Gastfamilien ab. Mein Gastvater kam alleine, da der Rest der Familie mit dem Umbau und der Renovierung des Hauses beschäftigt waren. Ich war mittlerweile sogar so aufgeregt, dass ich mich schon fast krank gefühlt habe. Das habe ich erklärt und meine Gastmutter hat sich rührend um mich gekümmert.

Bald kam schon der erste Schultag der mindestens genauso aufregend war wie der erste Tag bei der neuen Familie. Ich bekam mein Lockerschloss und meinen Locker zu gewiesen und durfte mich dann mit meinem überaus komplizierten Stundenplan zu Recht finden. Dank ein paar 12. Klässlern, die ich einfach mal angesprochen habe, habe ich meine Klassen aber doch noch gefunden. Meine erste Stunde war Media Arts, was sich als mein Lieblingsfach heraus stellte, in dem man Fotografiert, selbst den Film entwickelt, die Fotos auch selbst in der Dunkelkammer entwickelt etc. Es hat super viel Spaß gemacht. Außerdem haben wir auch noch einen Horrorfilm gedreht und bearbeitet, indem meine kleinen Gastgeschwister die Hauptrolle spielten. (Natürlich mit Erlaubnis der Eltern!) Dort habe ich viele Freunde gefunden und bin auch gerne in meiner Freistunde in diese Klasse gegangen. Ansonsten hatte ich neben Media Arts noch Mathe Calculus 12, English 11, Socials 11, Guitar Beginner, Cook Training, Drama und Textiles. In Textiles habe ich zum Beispiel das Nähen mit einer Nähmaschine gelernt und einen Teddybären gemacht, Stricken und Häkeln gelernt und noch einiges mehr.

Ich hatte sehr viel Spaß in meinen Kursen, auch wenn ich meine kanadischen Freunde im Endeffekt alle außerhalb meiner Kurse gefunden habe. Wie man eben nun mal sagt ist aller Anfang immer schwer und so war es auch bei mir. In den ersten Wochen musste ich auch mit ein wenig Langeweile kämpfen, wobei sich das schnell geändert hat. Nach der ersten Zeit hat auf jeden Fall alles super geklappt und die Sache mit kanadischen Freunden hat sich fast von selbst erübrigt. Fast täglich sprachen einen neue Leute an und man fand immer mehr Freunde, so war ich plötzlich nur noch von kanadischen Freunden umgeben, hatte aber auch immer noch Kontakt zu deutschen Freunden.

Ich habe sogar nach drei Monaten nochmal zwei Monate bis Ende Januar verlängert und das war das Beste, was ich machen konnte.

Die Zeit in Kanada habe ich sehr genossen und hatte viel Spaß mit allen Aktionen wie Ice Skating, „Paintball“ spielen oder „Laser Tag“. Auch die Spirit Week in meiner letzten Woche in Kanada war noch mal ein Erlebnis. Es herrschte so ein Gemeinschaftsgefühl in der Schule und unter meinen Freunden, es war unglaublich.
Montags gingen alle im Pyjama zur Schule, also auch ich. Es war richtig lustig und es war sehr relaxed weil alle irgendwie müde waren. Der nächste Tag war dann Jersey Day, wo man das Trikot seines Lieblingsteams tragen sollte. Alle hatten natürlich Canucks Trikots an. Am Mittwoch war ein Erdbeben Alarm Training geplant, also wurde der Socks and Sandals Day zum Retro Day. In der zweiten Stunde saßen also alle verkleidet unter ihren Tischen und warteten darauf, dass dieser Probealarm endlich vorbei war. Es sah sehr lustig aus, wie ausgewachsene Schüler unter winzig kleinen Tischen hockten. Der Donnerstag war dann Western Day, wo es nur so von Cowboys wimmelte und Freitag, der Finaltag war Team Colour Day. Alle waren in ihren CG Farben (Rot, Grün, Blau, Gelb) angezogen und angemalt und haben richtig für Stimmung gesorgt.

Das hat wirklich Eindruck bei mir hinterlassen, weil so etwas nie an einer deutschen Schule oder zumindest an meiner möglich gewesen wäre. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl muss man einfach erleben! Meine Zeit war klasse, danke iSt!

Weitere Erfahrungsberichte aus British Columbia