Maple Ridge: Anna G.

Hallo,
mein Name ist Anna und ich bin 16 Jahre alt. Ich war für 5 Monate in Kanada. Auf die Idee ins Ausland zu gehen, kam ich über Freunde von mir, die mir erzählt hatten, dass sie in der 10 Klasse ins Ausland gegangen sind. Sie haben mir davon vorgeschwärmt, was das doch für eine wundervolle Zeit gewesen ist und was man alles für Erfahrungen machen kann. Meine Freundin und ich haben uns dann auf die Suche nach einer passenden Organisation gemacht und sind dabei, auf Empfehlungen von Freunden auf iSt gestoßen. Nachdem wir uns angemeldet haben, bekamen wir fast wöchentlich einen Informationsbrief, der jedes Mal neue und interessante Informationen über das Auslandsjahr und über Kanada für uns hatte. Wir konnten außerdem zur weiteren Vorbereitung an einem Seminar teilnehmen, wo uns Returnees ihre Erfahrungen erzählt haben, und wir ihnen alle möglichen Fragen stellen konnten, was mir persönlich sehr geholfen hat und auch ein wenig die Angst genommen hat, da man so eine bessere Vorstellung davon hatte was einen erwarten würde. Als es dann endlich so weit war und wir die Reise zu unserem Traum antreten sollten, waren wir denke ich alle sehr erleichtert darüber, dass wir einen begleiteten Flug hatten, das heißt, dass ein Mitarbeiter von iSt uns die ganze Strecke von Düsseldorf bis Vancouver International Airport begeleitet hat. Auch vor Ort hätten wir die ganze Zeit die Möglichkeit gehabt uns mit Leuten der Organisation in Verbindung zu setzten wenn wir Probleme hatten, was ich sehr gut fand, denn es kann ja immer sein, dass man ein Problem hat und somit war man dann nicht ganz auf sich alleine gestellt. Während der ganzen Zeit, also von der Vorbereitung bis zu der Betreuung vor Ort habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt.

Zu meiner Zeit in Kanada kann ich sagen, dass es für mich eine unglaublich tolle und unvergessliche Erfahrung war, die ich sofort wieder machen würde. Während dieser Zeit habe ich so viele neue Dinge unternommen und erlebt, so viele neue und interessante Menschen aus allen Kulturen kennen gelernt und lieben gelernt, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich denke, dass man durch diese Zeit viel offener für neues und unbekanntes wird, man geht viel unvoreingenommener auf neue Sachen zu als zuvor. Während der ganzen Zeit wurden uns verschiedene und vor allem neue Aktivitäten angeboten. Es waren Sachen wie zum Beispiel ein Icehockey Game anschauen oder um Halloween herum, denn Halloween wird bei den Kanadiern groß gefeiert, sind wir in einen Freizeitpark zu einer Fright Night gegangen. Außerdem konnten wir noch im berühmten Skigebiet Whistler Skifahren gehen. Bei diesen Aktivitäten, die für alle international Students waren, hatte ich sehr viel Spaß, da es einfach so unbekannte Sachen waren. Ich fand, dass man in der Schule sehr schell Anschluss gefunden hat, denn man kann sich mit den anderen deutschen Austauschschülern anfreunden und mit anderen Internationals und natürlich kann man auch schnell kanadische Freunde finden. Doch es ist nicht so, dass die Kanadier alle auf einen zukommen, denn sie sind es gewohnt jedes Jahr neue International Students zu bekommen, doch wenn man auf sie zugeht sind sie unglaublich freundlich und nehmen einen sofort in ihre Gemeinschaft auf. Auch daran, dass man überall Englisch reden muss gewöhnt man sich unglaublich schnell, schon nach wenigen Wochen werdet ihr merken, dass ihr immer mehr und mehr versteht und auch im Reden viel freier und entspannter werdet. Ein großer Teil eures Lebens wird sich in der Schule abspielen, denn ich hatte zum Beispiel jeden Tag bis 14:40h Unterricht und danach habe ich an vielen außerschulischen Aktivitäten, die dort zahlreich angeboten worden teilgenommen, wie z.B. field hockey spielen und ins Fitnessstudio der Schule gehen. Auch in der Familie gewöhnt man sich schnell ein, ein wichtiger tipp von mir ist es, mit ihnen über alles zu reden über all die Probleme wie Heimweh usw. die euch bedrücken zu reden, denn sie können euch meistens sehr gut weiterhelfen, da sie oftmals schon viele Internationals hatten und es somit gewöhnt sind. Ich zum Beispiel habe meine Gasteltern gleich in der ersten Nacht aufgeweckt, weil ich so starkes Heimweh, von der Übermüdung hatte, dass ich einfach nicht mehr schlafen konnte und nur noch geweint habe. Anstatt sauer zu sein, haben sie sich stundelang mit mir unterhalten und es ging mir so viel besser danach. Also es muss euch nicht peinlich sein wenn ihr Heimweh bekommt, das ist vollkommen normal und auch natürlich, aber dann redet mit eurer Familie, denn nur so kann das Problem gelöst werden und nur so könnt ihr eine Beziehung zu ihnen aufbauen, indem ihr viel mit ihnen unternehmt und redet. Eure Gastfamilie soll für euch wie eine zweite Familie werden, ihr sollt einen Einblick in ein vollkommen anderes Leben bekommen und das gelingt nur, wenn ihr euch öffnet und mit ihnen redet. Ich habe immer noch sehr viel Kontakt zu meiner Gastfamilie und vermisse sie sehr, sie haben mir in so vielen Situationen einfach geholfen. In meiner Zeit in Kanada habe ich so viele neue und spannende Erfahrungen gemacht, wie zum Beispiel an Weihnachten, denn die Kanadier feiern Weihnachten vollkommen anders als wir. Sie feiern nicht am 24. sondern am Morgen des 25. Weihnachten und auch da gibt es erst die Geschenke. Bei mir war es so, wir sind morgens aufgestanden, die Großeltern sind gekommen und wir haben alle zusammen gefrühstückt. Danach haben wir alle gemeinsam die Geschenke ausgepackt und sind dann später auf eine große Familienfeier gegangen. Es war einfach so anders als zuhause, doch es war eine wundervolle Erfahrung. Ich denke, dass diese Zeit mich sehr verändert hat, wie alle anderen auch. Sie hat mich viel selbstbewusster gemacht und auch eigenständiger, denn auch wenn man viel Hilfe bekommt muss man doch auch noch sehr viel alleine regeln. Außerdem habe ich für mich gemerkt wo meine eigenen Grenzen sind, denn ich hätte vorher nie gedacht, dass ich es wirklich schaffen würde, so lange von meiner Familie getrennt zu sein. Ich habe so viel mehr über mich selbst rausgefunden und diese ganze Erfahrung hat mir so viel gebracht es ist unbeschreiblich. Ich kann euch nur raten genießt jeden einzelnen Moment, jeden Tag, unternehmt etwas, macht was, denn ihr werdet euch noch wundern wie schnell diese Zeit vorbei sein kann. Lasst euch auf alles noch so fremde ein, denn es wird euch unglaublich viel Spaß machen. Ich kann einfach nur immer wieder betonen wie unglaublich schön diese Zeit für mich war und dass, wenn ich könnte, ich sofort wieder zurückgehen würde.

Ich hoffe, dass euch das ein wenig geholfen hat und ich wünsche euch eine genauso unvergessliche Zeit wie meine.

Alles alles Gute

LG Anna

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