Adelaide: Andrea Burget

G'Day everybody!

Ich heiße Andrea Burget, bin 18 Jahre alt und war für ein halbes Jahr lang auf der Adelaide High School in South Australia.

Ich bin jetzt schon seit mehr als einem guten halben Jahr wieder in Deutschland, doch kann ich mich noch sehr genau an meinen Aufenthalt in Down Under erinnern. Es ist einfach unglaublich, was ich alles in so kurzer Zeit erlebt habe, sodass ich es wohl auch nie vergessen werde!

Adelaide ist eine sehr schöne, wenn auch vielleicht etwas kleinere Stadt. Sie liegt an dem River Torrens und ist von schönen Parkanlagen umringt, auf denen man sich nachmittags auch einfach mal auf der Wiese ausruhen und die Sonne genießen kann. Natürlich gibt es auch viele Geschäfte für die Shopping-Süchtigen und mehrere Food Courts mit reichlichen Coffee-Shops.

Ob mit Bus, Bahn oder Zug, in Adelaide hat man immer eine gute Verbindung zu anderen Zielen. So sind der Strand und das Meer nur etwa eine halbe Stunde von der City entfernt. In Adelaide selbst gibt es einen Botanischen Garten, Museen (sogar umsonst und, wie ich finde, sehr sehenswert) und auch einen (keinen) Zoo, indem man viele heimische Tiere sehen kann (z.B. Koalas, Kängurus, Wallabys, Wombats etc.). Außerdem gibt es in der Umgebung von Adelaide noch mehrere Wildlife Parks, in denen man die heimischen Tiere nicht nur sehen, sondern auch streicheln kann.

Ich war in einer Gastfamilie, deren Kinder schon ausgezogen waren. Dafür hatte ich aber noch drei Mitbewohner, die auch Students in meinem Alter waren (zwei kamen aus China und eine aus Korea). Mit ihnen habe ich mich sehr gut verstanden und ein paar Mal etwas unternommen. Außerdem war meine Familie recht tierlieb, denn sie hatten vier Katzen und zwei Vögel.

Mit meiner Familie habe ich immer noch sehr viel Kontakt, da ich mich mit ihnen auf Anhieb supergut verstanden habe. Manchmal haben sie mit mir auch etwas unternommen; so waren wir z.B. im Kino, in Port Adelaide oder in den Adelaide Hills. Jeden Sonntag bin ich gerne mit ihnen auf den Markt gegangen und Freitagabends sind wir oft in China Town (ja, eine China Town gibt es auch in Adelaide) gewesen, um dort zu essen. Einkaufen war ich mit meinem Gastvater auch oft oder ich habe im Haus mitgeholfen, da sich das Haus noch in der Renovierungsphase befand. Ich habe mich wirklich (fast) wie zu Hause gefühlt und wurde wie ein Familienmitglied angesehen.

Meine Schule, die Adelaide High School, war natürlich auch ein tolles Erlebnis. Am ersten Tag wurde man erstmal mit Prospekten und Informationen über die Schule versorgt und hat seine Kurse gewählt, was nicht ganz einfach war, da es in Australien viele Fächer gibt, die es hier nicht gibt. Also die Entscheidung fiel schon recht schwer... Ich hatte z. B. Design und Hospitality. In Design haben wir einmal einen Ausflug in ein Museum gemacht und in Hospitality (ein Fach, in dem man kocht) war ich auf einer Veranstaltung, um dort zu kellnern.

Am aufregendsten fand ich aber die Schuluniformen. Es ist anfangs noch etwas komisch, wie jeder andere rumzulaufen, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und mir hat es persönlich sehr gut gefallen, dass alle gleich aussahen. Es gibt auch manchmal sogenannte Casual Days, an denen die Schüler anstatt der Uniform das tragen können, was sie wollen. Ein Nachteil der Uniformen ist nur, dass sie nicht ganz billig sind...

Die Lehrer und Schüler waren alle sehr nett, Lehrer haben auf uns "Ausländer" Rücksicht genommen und waren hilfsbereit, wenn man etwas nicht verstanden hatte. Außerdem war das Schüler-Lehrer-Verhältnis sowieso viel lockerer als hier in Deutschland.

Das Schulsystem in Australien ist auch etwas anders als in Deutschland. Schüler müssen öfters alleine Dinge aus dem Internet oder Büchern heraussuchen und herausarbeiten, d.h. sie arbeiten selbstständiger. Außerdem ist die mündliche Beteiligung nicht so wirklich von großer Bedeutung. Es wird allgemein sehr oft an Computern geschrieben. Ehrlich gesagt kann ich mich an keinen computerfreien Schultag erinnern... Ich hatte zwar keinen Laptop mit, aber ich denke, einen mitzunehmen ist schon sehr sinnvoll. Ich hatte das Glück, dass meine Gastfamilie einen Computer mit Internetzugang hatte.

Nach der Schule bin ich oft noch in der Stadt geblieben oder habe mich einfach auf eine der Parkwiesen gesetzt, um mir dort die Zeit zu vertreiben. Oft bin ich aber auch gleich nach Hause gefahren, da die Schultage manchmal recht anstrengend waren.

Das Essen in Australien kann man eigentlich nicht eindeutig definieren. Es ist genauso multi-kulti wie das Land selbst. Allgemein gibt es aber viel Asiatisches (vor allem natürlich in China Town), aber natürlich auch viele Fastfood Restaurants wie McDonalds, Hungry Jack‘s und Pizza Hut. Besonders beliebt sind Rolls (d.h. belegte Brote/Baguettes), welche man z.B. bei Subway finden kann. Was bei den Australiern natürlich besonders beliebt ist, da es sich oft wegen dem schönen Wetter anbietet, sind Barbecues. Außerdem gehört es eigentlich zu einem Australienbesuch dazu, das man wenigstens einmal Vegemite probiert hat (was Vegemite ist, findet ihr am besten lieber selbst heraus...). Auf dem Central Market (in der Nähe von China Town) gibt es sogar deutsche Lebensmittel wie Sauerkraut, Brezeln oder Knödel zu kaufen.

Für die Schule hatte ich von meiner Gastfamilie immer ein kleines Lunchpaket mit bekommen. Meistens bestand dies aus einem Sandwich, etwas Obst und einer kleinen Süßigkeit. Abends hat man dann gemeinsam warm gegessen.

Ich könnte jetzt ehrlich gesagt noch Stunden weiter erzählen, aber jetzt nur noch zwei Sachen, an die ich mich persönlich sehr gerne zurückerinnere:

Erstens: Es ist einfach toll, dass in Australien so viele verschiedene Kulturen aufeinandertreffen. Das spiegelt sich auch in dem Umgang untereinander wieder. Jeder wird respektiert, jeder geachtet, egal woher er kommt! Australier sind hilfsbereit, sehr ausgeglichen und wenn mal etwas schiefgeht, dann gibt es immer noch den tollen Spruch: No worries, mate!

Zweitens: So komisch es vielleicht auch klingen mag, der schöne, blaue, ganz klare Himmel Australiens...

Ich hoffe, dass ihr einen kleinen Einblick in das Leben in Down Under bekommen konntet. Auf jeden Fall hatte ich alles in allem einen sehr, sehr schönen, unvergesslichen Auslandsaufenthalt. Falls ihr auch die Chance dazu habt, ins Ausland zu gehen, solltet ihr sie definitiv nutzen. So schnell bekommt man diese Gelegenheit nicht wieder in seinem Leben! Ich würde selbst wieder sofort nach Australien düsen, wenn doch bloß nicht der Weg so weit und der Flug so uuuuunnnnendlich lang wäre....

Eure Andrea Burget

Adelaide High School, Adelaide, South Australia

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