Erfahrungsberichte aus Maryland

Pocomoke: Stefanie Schwarz

Hey liebes IST-Team,

heute melde ich mich dann mal aus den USA, was ich eigentlich schon lange geplant hatte, aber seit ich hier bin, habe ich viel mehr zu erledigen. Es ist nun schon fast ein halbes Jahr her, dass ich Deutschland verlassen habe und ich fühle mich hier auch richtig wie zu Hause.

Für mich war die Abreise vom Frankfurter Flughafen Ende August noch sehr unreal und ich begann erst im Flugzeug nach Philadelphia so recht zu begreifen, dass das letztlich die große Reise war. Nun hatte ich einen Individualflug, aber das war letztlich überhaupt keine Hürde, auch wenn ich mich vorher ein wenig gefürchtet habe, ob ich mich alleine zurechtfinden würde. Eines fiel mir schon im Flugzeug auf: Alle waren total nett zu mir. Eine der Stewardessen setzte sich sogar neben mich und schaute zusammen mit mir das Fotoalbum an, das meine Mama mir zum Abschied gemacht hatte, und fragte mich natürlich erst einmal über alles aus, wie es ist eine Austauschschülerin zu sein.

Schließlich kam ich dann am Salisbury Airport an... doch leider nicht mein Gepäck, welches sich, wie sich schnell herausfand, noch in Philadelphia befand. An diesem Punkt hoffte ich nur, dass es früh am nächsten Morgen ankommen würde, da meine Gastma mir sofort die Schule zeigen wollte und die neuen Schüler ein Informationstreffen hatten.

Meine Schule hier ist recht übersichtlich und hat weniger als 500 Schüler und auch Pocomoke ist mit 3000 Leuten, welche hier leben nicht gerade so groß. An meinem ersten Tag im neuen Land habe ich dann auch schon meinen Volleyball Coach kennen gelernt, die mich auch gleich gut gelaunt zu einen kleinen 1:1 Match heranzog. Alles in allem kann ich sagen, dass die Teilnahme am Volleyball mir den Anfang unwahrscheinlich erleichtert hat. Wir trainierten schon in den letzten Ferientagen und so hatte ich schon ein paar Bekanntschaften gemacht, als die Schule begann und ich hatte gleich eine ziemlich gute Freundin gefunden.

Der Unterricht besteht hier aus 4 Blöcken zu je 90 Minuten und ist eigentlich ganz easy für mich. Aber am Anfang war es natürlich schon etwas schwierig für mich, alle Anweisungen und Texte zu verstehen, aber wie gesagt sind hier alle unglaublich hilfsbereit und nun ein halbes Jahr später bin ich tatsächlich eine der besten Schülerinnen und habe sogar in Englisch 98 von 100 Punkten. Noch vor einem halben Jahr konnte ich mir kaum vorstellen, wie es sein sollte jeden Tag mit einer (noch) fremden Familie zu leben und jeden Tag Englisch zu sprechen. Ja, bevor ich auf diese weite Reise ging habe ich sogar einige Sprachversuche mit meiner Freundin gemacht, doch nach 3 Minuten fiel uns meistens nichts mehr ein und wir sprachen wieder Deutsch. Heute muss ich sogar ein wenig darüber schmunzeln, wenn ich daran zurück denke. Für mich ist Englisch inzwischen viel einfacher geworden und es kommt schon mal vor, dass ich vom Deutschen ins Englische verfalle, wenn ich mit meiner Familie telefoniere.

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland ist eindeutig das Schulklima. Lehrer und Schüler haben hier viel bessere Beziehungen zueinander und meine Geschichtslehrerin setzt sich auch des Öfteren in der Schulstunde mit mir zusammen und hält ein nettes Schwätzchen. Aber auch zwischen den Schülern ist das Klima ganz anders, da man nicht den ganzen Tag immer mit den gleichen Leuten zusammen ist. Als Austauschschüler ist man dann natürlich auch noch die Attraktion schlecht hin und wird von allen möglichen Leuten gegrüßt, die man selbst kaum kennt und das Interesse an einem ist unwahrscheinlich hoch. Nicht selten wurde ich über das Klima in Deutschland oder auch über die "halsbrecherische" Autobahn ausgefragt...

Mit dem Beginn dieses "kleinen" Abenteuers haben sich nicht nur die Sprache, Schule und Freunde verändert, sondern auch so ziemlich alles Andere in meinem Leben. Zuerst einmal habe ich hier eine viel größere Familie und vor allem Geschwister! Normalerweise bin ich ein Einzelkind, aber nun möchte ich die Erfahrung nicht mehr missen, wie es ist einen Bruder und eine Schwester zu haben. Meine Gasteltern sind auch richtig Klasse und vor allem lustig. Es ist ziemlich cool, dass sie hier auf Marylands Halbinsel wohnen, da sie echt schöne Strände in der Nähe haben, wo sie dann auch mit mir im Sommer hingegangen sind.

Was ich meiner Gastfamilie nie vergessen werde ist, dass sie mir einen weiteren Traum erfüllt haben (einer war dieses Jahr in den USA)... sie haben mit mir einen Trip nach New York City unternommen. Das war eindeutig ein unvergesslicher Tag für mich und es sollte sogar noch besser kommen, da der sehr nette Leiter der Sicherheitsgruppe des Empire State Buildings, welcher zufällig in der Eingangshalle stand und den meine Gastma nach der Wartezeit fragte, uns gleich an der 2 Stunden langen Warteschlange vorbei und dann ganz nach oben bis zur Spitze brachte. Das gab diesem Tag natürlich den Höhepunkt.

Dieses Jahr wird für mich immer unvergesslich bleiben, da es auch mich persönlich verändert hat. Ich bin sehr viel offener geworden und weiß jetzt auch endlich, was ich später einmal machen möchte: Ich möchte Sprachen studieren. Allein deswegen lohnt sich das Jahr für mich.

Viele Grüße sendet euch

Stefanie Schwarz

Pocomoke, Maryland

PS: Im Moment suche ich gerade das passende Prom-Kleid.

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