Mahurangi College: Daniel U.

3 Terms am Mahurangi College

Sobald man sich dazu entschieden hat an einem Aufenthalt im Ausland teilzunehmen stellt sich direkt darauf natürlich die Frage nach dem Land, das man gerne bereisen möchte. Im besten Falle entscheidet man sich hier für Neuseeland, schlicht und einfach, weil es das schönste und beste Land der Erde ist. Warum das so ist, brauche ich hier nicht im Detail auszuführen weil man dazu im Internet mehr als genügend Infos findet. Aber kurz zusammengefasst: Natur, offene, lockere Menschen, Abenteuer!

Wer auf diese Dinge steht, der ist mit Neuseeland meiner Erfahrung nach exzellent bedient.

Für welchen Ort in Neuseeland ihr euch auch immer entscheiden möget – der Weg ist nicht weit um Neuseelands atemberaubende Natur zu bewundern. Dabei ist insbesondere hervorzuheben wie selbstverständlich und verantwortungsbewusst sich die Neuseeländer um Naturschutz kümmern. Abgesehen davon, dass in Neuseeland nicht ein einziges Atomkraftwerk steht, gibt es riesige Parks (siehe Abel Tasman National Park), die man selbstverständlich auch besuchen kann.

Und Abenteuer gibt es an jeder Ecke ...

Bei einem meiner mehrtägigen Trips durch Neuseeland tauchte bei einer Kayaktour durch die Gewässer des Abel Tasman Parks keine zwei Meter von mir entfernt plötzlich einer der vielen Seelöwen auf, die es hier gibt. Bedauernswerterweise störten wir diesen gerade offenbar beim Futtern, doch davon ließ er sich nicht beirren. Ich kannte die Tiere bis dahin nur aus dem Zoo, aber es ist atemberaubend wenn ein solches Geschöpf dann plötzlich vor einem selbst auftaucht.

Aber das ist noch längst nicht alles, was man erleben kann. Ich bin mit Delphinen geschwommen, hab einen Wal gesehen, bin Bungee gesprungen, war segeln, schnorcheln und vieles, vieles mehr. Die Möglichkeiten gehen einem in Neuseeland auf alle Fälle nicht aus. Falls ihr euch also für Neuseeland entscheidet ist es wichtig, dass ihr auch versucht zu viel wie möglich zu unternehmen, denn es gibt einfach Dinge, die ihr nur ein einziges Mal im Leben machen könnt. Hierfür gibt es Organisationen, welche ihr beispielsweise im Internet findet, oder fragt doch einfach mal an eurem College herum, wer schon auf Tour war.

Am Mahurangi College werden zusätzlich auch regelmäßig Ausflüge von der Schule angeboten. Beispielsweise gibt es in der Nähe mehr oder minder attraktive Ziele wie Hotpools, oder Kawau Island, eine sehenswerte Insel keine zwanzig Minuten von Warkworth entfernt, aber wir waren auch einfach mal Bowlen, oder haben einen Tag in Auckland verbracht. Falls ihr die Möglichkeit habt einen mehrtägigen Ausflug mit der Schule zu unternehmen – Tut es! Mr. Johnston und Mrs. O'Flaherty, die beiden Zuständigen für die „Internationals“ am Mahurangi College sind total liebe Menschen und scheuen keinen Aufwand euch Neuseeland näher zu bringen. So sind wir zum Beispiel am Ende eines Terms drei Tage auf Tour gegangen, auf der wir den Norden erkundet haben. Dolphinwatching, Bay of Islands, Waitangi und Sandboarding sind nur die Highlights des Ausflugs. Besonders schön fand ich die Erfahrung dabei nicht nur gleichgesinnte Deutsche kennenzulernen, sondern auch Austauschschüler aus der ganzen Welt.

Chile, Argentinien, Südafrika, Japan, Korea und so weiter, wobei ihr am Mahurangi College neben Kiwis natürlich insbesondere Deutsche und Asiaten finden werdet. Scheut euch nicht auch auf andere Nationen zuzugehen! Deutsche könnt ihr auch in Deutschland kennenlernen, auch wenn es natürlich leichter ist im Ausland auf Deutsche zuzugehen, die man schon kennt, als auf fremde. Aber glaubt mir: Der Mut wird belohnt!

Dass man an neuseeländischen Schulen bei weitem mehr unternehmen kann, sollte weithin bekannt sein. Das geht von Sport (Athletics, Rugby, Touch, Netball, Hockey, Underwaterhockey, Soccer, Golf, Cricket, Basketball) bis hin zu Musik (Choir, Jazzband, Musical, Musicalband, Unterricht an allen möglichen Instrumenten). Dabei ist besonders hervorzuheben, dass alle diese Aktivitäten mit der Schule zusammenhängen. Ich selbst habe äußerst viel Musik gemacht, und habe auch Klavierunterricht an der Schule genommen (findet einmal wöchentlich anstelle eines Unterrichtsfaches statt), ich war im Chor und hatte sogar eine Rolle im jährlich aufgeführten Musical. All diese Dinge kann ich aus zwei Gründen nur empfehlen: Man lernt äußerst viele Menschen kennen und es macht unheimlich viel Spaß. Die Schule endet zwar um 3:20 aber vor 5 war ich nur selten zu Hause. Sich in der Schule auch nach dem Unterricht zu engagieren ist eines der besten Mittel gegen Langeweile und somit auch gegen Heimweh und die Chancen sind am Mahurangi College gegeben – Man muss sie nur nutzen!

Eines der Dinge, die das Mahurangi College zu etwas besonderem machen, ist die Einteilung in sechs Häuser (vergleichbar mit Harry Potter: Griffendor, Hufflepuff usw). Die Häuser sind nach Farben benannt also:

Blue House, Yellow House, Red House, Green House, Orange House und Purple House. (Ich war im Blue House, welches natürlich das beste von allen ist).

Zwischen diesen Häusern finden regelmäßig Wettkämpfe (sogenannte: Interhousecompetitions) statt und am Ende eines Schuljahres wird das beste Haus mit dem Hauspokal gekürt. Rivalität vermischt sich hier mit Spaß und Kampfgeist. Alles in allem eine tolle Erfahrung!

Die Interhousetrophy steht übrigens in der Bücherei und sieht so aus:

Der Tag ist in fünf Stunden eingeteilt. Im Endeffekt hat man also (nur) dieselben fünf Fächer jeden Tag, in meinem Falle: English, Maths, Music, Media Studies, Hospitality (sprich: Kochen).

Ich kann nur empfehlen Fächer auszuwählen, die man in Deutschland vielleicht nicht unbedingt belegen kann. In Media Studies habe ich so zum Beispiel in einem Kurzfilm mitgewirkt und in Hospitality viele leckere Sachen gekocht. Die Fächerauswahl ist riesig, nutzt sie aus!

Abschließend möchte ich nur anmerken, dass ihr euch am besten so viel Zeit nehmen solltet wie (finanziell) möglich. Man kann sich nicht vorstellen wie schnell ein Term (drei Monate) vorbei sind. Auch wenn ihr euch unsicher seid, bezüglich Heimweh etc., dann tut euch selbst den Gefallen und lasst euch zumindest die Möglichkeit den Aufenthalt zu verlängern. Verlängern ist meistens nicht schwer und unkompliziert (wenn auch teurer, natürlich). Ihr werdet es nicht bereuen!

Ich beneide jeden einzelnen von euch und wünsche euch viel Spaß, tolle Erfahrungen, Glück und einzigartige Begegnungen.