Invermere: Valeria B.

Mein Name ist Valeria und ich war von Februar bis Juli in Invermere, Kanada.

Zuerst muss ich wirklich sagen, dass es das Beste war diesen Austausch zu machen. Ich hatte eine unvergessliche Zeit mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen und ich würde es absolut jedem empfehlen so einen Austausch zu machen. Auch muss ich sagen, dass die kleine Stadt Invermere eine sehr gute Entscheidung war. Sie passt zwar nicht zu jedem, aber man macht bestimmt nichts falsch wenn man sich für sie entscheidet. Aber hier im Detail:

Die Reise:

Als ich schon eine Woche bevor meinem Abflug war, ist die Aufregung erst richtig aufgestiegen. Es war kaum zu glauben, dass man seine Familie und Freunde für 5 Monate hinter sich lässt und ein ganz anderes und neues Leben leben wird. Aber schon im Flieger verändert sich Aufregung in Vorfreude.

Der 10-stündige Flug ist nur halb so schlimm wie man denkt! Ich fand ihn sogar recht angenehm, obwohl ich sagen muss, dass der Hinflug schneller verging als der Rückflug. Als ich in Vancouver ankam war es schon recht dunkel aber ich hatte noch einen Weiterflug nach Cranbrook. Dort angekommen wurde ich von Tom einem Mitarbeiter des Rocky Mountain International Student Programm, empfangen. Mit ihm hatte ich noch eine kurze Fahrt bis nach Invermere. Wir fuhren zum Tim Horton's, wo ich dann von meiner Gastfamilie empfangen wurde. Der erste Eindruck war direkt sehr gut! Ich wurde herzlich empfangen und wir haben auch sofort Kontakt zu einander aufgebaut.

Ich muss noch sagen, dass die Umstellung auf die englische Sprache überhaupt kein Problem ist, es fällt einem leichter als gedacht und nach ungefähr 2 Wochen ist man da auch komplett drin.

Die Stadt:

Invermere an sich ist sehr klein, hat jedoch alles was man braucht. Zwar kennt man sich nach kurzer Zeit schon aus, jedoch wird es trotzdem nie langweilig, wenn man weiß wie man die Zeit verbringt. Es gab einige Läden mit Kleidung, Schuhen, Haushalt und was man sonst noch so braucht. Einige der Läden können für manche teuer vorkommen. Ich würde dringend empfehlen die Ski Ausrüstung in Deutschland zu kaufen, denn die ist dort wesentlich teurer. Auch ganz normale Lebensmittelgeschäfte, eine Bäckerei, und Drogerie waren vorhanden. Im Grunde müsste es einem dort an gar nichts fehlen.

Es gibt einige Strände, wo die meisten Jugendlichen im Sommer ihre Zeit verbringen. Dies würde ich auch dringend empfehlen!

Um die Stadt herum hat man natürlich unglaublich tolle Natur, die vieles zu bieten hat. Meiner Meinung nach waren das Beste die sogenannten Hot Pools. Das waren quasi Schwimmbäder, aber offen, und es gab kalte und heiße Becken, sodass man sowohl im Winter als auch im Sommer schwimmen konnte. Es ist jedenfalls ein riesen Spaß und wir haben es auch gern im Sportunterricht gemacht. Auch gibt es dort eine Ski Anlage, das Panorama Ski Resort. Dort verbrachten wir im Winter jedes Wochenende. Die Anlage ist nur 20 Minuten entfernt und es fährt täglich ein Bus dorthin. Ich empfehle einen Seasons Pass zu nehmen der dann 350$ kostet. Einmalige Eintritte werden einen viel mehr kosten!

Im Sommer geht man oft Wandern, Golfen, Campen oder man geht zum See, der unglaublich schön ist. Viele haben auch ein Boot mit dem man dann auf den See fahren kann. Meistens macht man dann sowas wie Wasserski oder Wakeboarding.

Auch Wandern hat es ziemlich in sich. Sehr empfehlenswert auch wenn man es nicht so mag. Man kann viele unglaublich schöne Dinge sehen, unter anderem Wasserfälle, Berge und Tiere, wie Bären (schwarz, braun und Grizzly!), Elche und Hirsche und noch viele mehr. Was auch unglaublich gut ist, ist Kanufahren, denn der See geht in einen Fluss über. Aber eigentlich müsste das auch mit der Schule gemacht werden.

Wenn man eher kein Natur Mensch ist kann man natürlich auch Downtown gehen oder in eine größere Stadt fahren wie Cranbrook oder Calgary, beides jedoch etwas weiter weg.

Die Familie:

Das Leben mit der Familie fiel mir sehr einfach und gemütlich. Ich hatte eine kleine Schwester, die 9 Jahre alt war. Geschwister bringen einem ziemlich viel bei und durch sie lernt man englisch noch schneller. Mit meiner Familie haben wir eigentlich sehr viel unternommen. Von Golfen bis Skifahren war alles dabei. Meine Gasteltern hatten zwei Restaurants am Ski Resort, sodass ich jedes Wochenende am Berg verbracht habe. Was ich auch echt nicht bereue. Wir sind auch öfters nach Calgary gefahren oder haben Verwandte besucht. Im Grunde muss ich sagen, dass man mit der Gastfamilie gut zu recht kommt. Auch kenne ich nun viele andere Familien dort und ich muss sagen, dass die absolut alle sehr nett sind. Aber jeder macht da seine eigenen Erfahrungen.

Die Schule:

Der erste Tag in der Schule war vielleicht das Aufregendste, was es gab. Die Schule fing um 8.50 an und dauerte bis 15.30. Ich war sehr aufgeregt aber das umsonst. Empfangen wurde ich dort von Lori Sluth. Sie hat mich allen anderen Austauschschülern und dem Schulleiter vorgestellt. Ich wurde richtig gut empfangen und der Schulleiter war auch richtig nett. Er hat dann auch mit mir meine Fächer ausgewählt. Zuerst hatte ich Bio, Sport, Kochen und Englisch. Jedoch habe ich danach Englisch zu Social Studies und Kochen zu Woodworking umgewählt, was für mich auch besser war. Aber man muss selbst gucken wie man mit den Fächern zu Recht kommt. Es gibt eine Riesen Auswahl und ich empfehle keine Fächer zu nehmen, die man auch in Deutschland hat. Und wenn man ein Fach nicht mag, dann lieber umwühlen, es lohnt sich!

Die Schüler waren auch sehr nett. Natürlich waren sie am Anfang eher noch distanziert aber nach ein Paar Tagen legt sich das, denn natürlich ist man für alle sehr interessant wenn man neu ist. Man muss sich aber nicht fürchten und auch wirklich selbst auf die Leute zugehen, denn so macht man sich die besten Freunde. Im Sportunterricht findet man die meisten Freunde wie ich finde, denn da hat man eher diesen Zusammenhalt und redet viel mehr mit einander. Deshalb empfehle ich jedem, der dorthin geht sich in einer Sportmannschaft anzumelden! Ich habe Fußball und Volleyball gespielt und so unglaublich viele Freunde gemacht und auch viele Orte gesehen, da man auch mal irgendwo hin fährt. Auch die Lehrer sind sehr zuvorkommend und nett und helfen einem bei jedem Problem. Es wir sehr viel Wert auf Hausaufgaben gelegt und abhängig vom Fach gibt es mal weniger und mal mehr. Die Klausuren sind im Gegensatz zu Deutschland recht einfach gestaltet und leicht. Auch wird sehr viel Technik verwendet. Es gibt in jedem Klassenzimmer Fernseher und Beamer. Auch werden einem Laptops zur Verfügung gestellt mit denen man im Unterricht arbeitet. Die Mittagspause verbringt man meistens in der Cafeteria. Es werden sehr gute Sachen zum Essen angeboten! Aber meisten wird ein Lunch von zu Hause mitgenommen. Auch hatte jeder Schüler sein eigenes Schließfach. Nach der Schule hatte ich immer einen Schulbus genommen, der gelb war.

Freizeit und Freunde:

Kanadier gehen sehr gerne raus aus dem Haus. So war ich mit meinen Freunden sehr oft Ski fahren oder am See. Oder halt einfach in der Stadt. Wir haben uns sehr oft getroffen und auch mal Übernachtungen gemacht. Es werden öfters auch Partys von der Schule aus veranstaltet, die meistens sehr amüsant sind. Auch Campen oder Wandern wird gern zusammen unternommen und macht natürlich auch sehr viel mehr Spaß.

Als Austauschschüler freundet man sich sehr schnell mit anderen aus dem Ausland an, da man in der gleichen Situation ist. Es ist aber sehr zu empfehlen sich auch wirklich mit Kanadiern anzufreunden. Aber dazu muss man wirklich offen für die Leute sein. Schwierigkeiten mit anfreunden sollte es aber eigentlich nicht geben!

Ski oder Snowboarden macht dort jeder, von daher sehr empfehlenswert, dass wenn man es auch nicht kann, trotzdem ausprobieren. Ich konnte am Anfang keins von beidem, doch es wurde mir von meiner Gastfamilie beigebracht und nach einem Monat konnte ich problemlos fahren.

Auch gibt es dort Bowling, das sich etwas von unserem unterscheidet, denn die Bälle sind Handballgroß und leuchten, da das Licht ausgeschaltet wird.

Ich empfehle jedem, der Starbucks mag sich ins Kicking Horse Caffe zu begeben, denn dort wird einem echter Kanadischer Kaffee gemacht und die Atmosphäre ist entspannend und gemütlich. Auch das Tim Horton's muss besucht werden. Es ist typisch kanadisch und erinnert an McDonald's, jedoch kauft man sich dort meistens Donuts in allen Sorten und heiße Schokolade oder Kaffee.

Natürlich kann man auch mal zu Hause bleiben und dort Fernsehen gucken, oder anderes. Sehr beliebt ist bei den Kanadiern Netflix. Das ist ein Programm wo man sich viele Filme auswählen und anschauen kann. An Regentagen genau das Richtige!

Ansonsten wird auch viel mit den Austauschschülern unternommen. Man fährt in andere Städte wie z.B. Edmonton oder Banff, geht Einkaufen und anderes. So trifft man auch internationale Schüler aus anderen Städten. Wir haben viele Ausflüge gemacht und auch sehr viel von Kanadas unglaublicher Landschaft gesehen. Am Ende haben wir dann mit allen ein Barbecue am See in Invermere gehabt.

Im Grunde muss ich sagen es war eine tolle Zeit und wenn ich gekonnt hätte wäre ich länger geblieben. Es lohnt sich dieses Programm zu machen und man wird diese Zeit bestimmt nie vergessen. Ihr werdet es nicht bereuen!