Squamish: Oliver Pütz

Mein Auslandsaufenthalt in Squamish, welcher für 5 Monate geplant war, lag im ersten Halbjahr der 11. Stufe in meiner deutschen Schule. Nachdem ich von iSt gut darauf vorbereitet wurde, wurde ich jedoch immer aufgeregter und freute mich einerseits sehr auf Canada. Andererseits jedoch wurden meine Zweifel mit steigender Aufregung auch immer größer. Am 3.September begleiteten mich meine Eltern dann mit gepacktem Koffer und Snowboard nach Frankfurt zum Flughafen. Dort angekommen konnten wir uns die Suche nach dem richtigen Check in Schalter schon fast sparen da geschätzte 200 Schüler auf dem Weg ins Ausland in den Schlangen standen und die iSt Helfer/Begleiter für den Hinflug auch in der Nähe standen. Der Hinflug an sich war sehr entspannt fand ich und da ich vom Vorbereitungstreffen schon ein paar Leute kannte, bildeten sich immer Gruppen zum Unterhalten.

Trotz all dem war der Flug sehr anstrengend, was ich auch später am Tag (BC Zeit) zu spüren bekam. Auf der Fahrt vom Flughafen zu den Gastfamilien hat der Fahrer uns des guten Wetters wegen noch auf einen Aussichtspunkt gefahren, von welchem aus wir über ganz Vancouver gucken konnten. Danach ging es dann über den Sea to Sky Highway weiter nach Squamish zu unseren Gastfamilien. Und mit jedem Meter, dem ich Squamish und damit auch der Gastfamilie näher kam, verdoppelte sich die Aufregung. Als ich dann jedoch aus dem Auto raus war und meine Gastfamilie begrüßt habe, war die Aufregung auf einmal weg. Auch wenn es noch etwas komisch war, nachdem ich in einem - noch - fremden Haus gesagt bekommen hatte, ich solle mich wie zuhause fühlen und einfach mal die Küchenschränke durchsuchen, wenn ich Hunger habe, fühlte ich mich willkommen. Abends kam noch Mahri, meine Gastschwester, in mein Zimmer, um sich mit mir zu unterhalten. Ich fühlte mich zwar noch etwas komisch wenn ich Englisch sprach und ich das ein oder andere mal nachfragen musste, was sie gesagt hat. Doch alle haben für mich automatisch etwas langsamer geredet, so dass das Verstehen abgesehen von der ein oder anderen fehlenden Vokabel kein großes Problem mehr war.

Nochmal zurück zu meiner Familie. Meine Hostmum war Lesli, sie arbeitet im Krankenhaus in Squamish. Brad, mein Hostdad arbeitet in einem Schreinereiunternehmen in Vancouver, ein Sohn und eine Tochter der Familie waren bereits ausgezogen und dann lebten Mahri (14) und Brittany (18) noch dort. Keine von beiden ging jedoch auf meine Schule, da Mahri noch Don Ross besuchte (für Schüler bis Stufe 10) und Brittany bereits die Schule abgeschlossen hatte. 2 Hunde lebten auch noch in der Familie.

An Stelle von Erholung nach dem Flug ging es dann am darauf folgenden Tag für ein Fußballturnier von Mahri zum Campen. Somit konnte ich die Familie sofort gut kennen lernen.

Als es dann um die Schule ging war ich etwas enttäuscht, da ich nicht wie erwartet die gelben Schulbusse benutzen konnte sondern jeden Morgen den öffentlichen Bus nehmen musste, welcher mich 50 Minuten zu früh zur Schule brachte. Dass meine Hostmum mich aber die erste Woche mit dem Auto gefahren hat, war sehr gut um den Weg und die Umgebung kennen zu lernen. Die Howe Sound Secondary School hat etwa 750 Schüler, davon in meinem Jahr 76 International Students aus aller Welt

Meine erste Stunde war Sport, was ich zu meiner Freude täglich hatte, wie alle anderen Fächer auch. Mein Sport-Lehrer, Mr. Fay, war ein sehr freundlicher und guter Lehrer, der für das erste Semester auch mein Ansprechpartner war. Mit English 11, Auto. Tech. 12, und Physics 12 war mein Stundenplan komplett. Von meinen Fächern war Physik mit Mr. K das schwierigste, was aber daran lag, dass es ein Stufe 12 Kurs war. Grundsätzlich gefielen mir alle Fächer und ich ging von Beginn an gerne in die Schule. Freunde zu finden war auch sehr einfach, wenn ich auf die Leute zu ging und Canadier ansprach, wurde ich nie abgewiesen sondern immer freundlich begrüßt und auch das Englisch war nie ein Problem. Mit der Zeit bekam ich dann immer mehr zu tun, hatte mehr und mehr Freunde, bis es sich dann nach einiger Zeit auf die guten Freunde beschränkte.

Besonders sportlich gibt es in Squamish viele Möglichkeiten! Ich traf mich oft mit anderen Jugendlichen zum Schlittschuhlaufen oder Schwimmen. Ich habe das große Sportangebot gut genutzt und in meinem Jahr dort viele Sportarten ausprobiert. Ich habe in den ersten Wochen American Football im Schulteam gespielt und bin nach ca. 2 Wochen auf Eishockey umgestiegen. Dort habe ich dann für die Saison auch mitgespielt und habe durch Auswärtsspiele in Vancouver und durch ein Tunier in Hope viel außerhalb von Squamish erlebt und viel von BC gesehen. Es machte sehr viel Spaß im Team zu Spielen und mit dem Team unterwegs zu sein. Dazu kam dann im Winter noch das Snowboarden im benachbarten Whistler und ab dem Frühjahr als die Trails wieder öffneten und sich langsam der letzte Schnee aus den tieferen Lagen verzogen hatte das Downhillbiken. In der Schule nutzte ich auch manchmal die Kletterwand in der Turnhalle.

Was jedoch die meisten dort machen ist Snowboarden und Ski fahren. Die Saison beginnt im November und endet im Mai. Am besten sind jedoch Dezember und Januar mit dem meisten Powder und blauem Himmel. Den Seasonspass bekommt man mit Formular der Schule stark ermäßigt und würde für 5 Tage Normalpreis dasselbe zahlen. In der Saison bin ich gefühlte 30 mal Snowboarden gewesen und kenne zwar die meisten Pisten aber immer noch nicht alle.

Als dann alles einmal lief waren die ersten 5 Monate mega schnell vorbei. Und da es mir so gut gefallen hat, habe ich dann auch auf 10 Monate verlängert. Zur Mitte des Aufenthaltes wurde dann auch die Gastfamilie gewechselt und mit der neuen Familie (3 Kinder, 2-7-9 Jahre) wurde das 2. Semester noch viel besser als das Erste. Manche Freundschaften wurden dadurch tausende male besser und ich lernte durch die neue Gastfamilie auch nochmal eine andere Seite der Canadischen Kultur kennen. Auch das 2. Semester verging im Flug und irgendwann guckte ich in den Kalender und es waren statt 4 Monaten nur noch 4 Wochen bis zum nun gehassten Rückflug.

Die letzten Tage habe ich dann noch bei meiner besten Freundin übernachtet, da meine Gastfamilie bereits einen Urlaub gebucht hatte, bevor sie wussten, dass sie einen neuen Schüler bekommen. Ich versuchte noch mich schnell ein letztes Mal mit allen zu treffen, um mich verabschieden zu können. Und dass schlimmste ist dann der Abschied von der Familie und den besten Freunden, die ich vielleicht so schnell nicht wiedersehen werde.

Für mich ist Canada in dem Jahr wie eine zweite Heimat geworden und mein Englisch hat sich enorm verbessert. Zu Beginn wurde noch jeder Satz sauber durchdacht bevor ich ihn sagte.... und war trotzdem noch falsch. Zum Ende hin war dann ohne nachdenken alles richtig. Hinzu kam, dass niemand mehr für mich langsamer sprechen musste und ich es trotzdem ohne Probleme verstand.

iSt hat den Auslandsaufenthalt von den Flügen bis hin zur Vermittlung der Gastfamilie und der Schule aus unserer Sicht gut organisiert und stand immer für Fragen zur Verfügung.