West Vancouver: Lea K.

Hey there!

Ich war von August bis Dezember mit iSt in Canada und es war die wahrscheinlich beste Zeit meines Lebens! Einfach amazing!

Aber von vorne… Ich hatte mir das mit dem Auslandsaufenthalt relativ kurzfristig überlegt und stand dann ehe ich mich versah am Flughafen um meine Familie zu verabschieden. Es hatte schon so viele Verabschiedungen gegeben und als ich mich dann letztendlich auch von meinen Eltern, meiner besten Freundin und meiner kleinen Schwester verabschieden musste, flossen dann doch Tränen. Aber als ich dann in Frankfurt ankam und viele andere iStler traf, die ich schon von dem Vorbereitungswochenende kannte, war ich einfach nur noch unglaublich neugierig was mich erwarten würde. Der Flug war lang und nervig aber ansonsten in Ordnung und wir kamen endlich am Vancouver Airport an, wurden von Vans zu unseren Gastfamilien gebracht und bekamen gleichzeitig sogar noch eine kleine Stadtrundfahrt. Mein erster Eindruck von Vancouver? Anders, bunt, aufregend und eine absolut atemberaubende Landschaft.

In West Vancouver angekommen empfing mich meine Hostmom, zeigte mir mein Zimmer und das Haus und später noch den Weg zur Schule und unsere Nachbarschaft. Unser Haus lag nur 15 Gehminuten entfernt vom Zentrum West Vancouvers, es war recht hell, gemütlich und ziemlich groß , so dass ich und meine kanadische Familie mit meinen Gastschwestern (14 und 16), meiner mexikanischen Gastschwester (16), meinem kanadischen Gastbruder (21), meinen Gasteltern und natürlich unserem Hund Biggie genug Platz hatten.

Am nächsten Tag begann dann direkt das zweiwöchige Orientierungsprogramm an der West Vancouver Secondary School, welches ich jedem nur empfehlen kann, da ich sehr viel andere Internationals kennenlernte und einfach zwei wunderschöne Wochen mit Sightseeing, Strand, shoppen und Freunde treffen verbrachte. Doch nach zwei Wochen waren die Sommerferien auch in Kanada vorbei und die Schule fing an. Ich besuchte die West Vancouver Secondary School, welche auch eine sehr gute Wahl war, denke ich. Auf der einen Seite ist es eben auch nur Schule und wird schnell Alltag und nervt natürlich genau wie in Deutschland auch ein bisschen, aber es ist natürlich auch gut um neue Leute zu treffen und seine Freunde jeden Tag zu sehen. Die West Vancouver Secondary School ist dennoch ganz anders als meine Schule in Deutschland. Die meisten Lehrer waren um einiges netter und vor allem viel aufgeschlossener, moderner und interessierter an ihren Schülern. Auch meine Fächer wie Foods, PE, Photo, Dance, Maths 11, English, Spanish und Science waren um einiges spannender und es fiel mir überraschend leicht alles in Englisch zu verstehen. Die Kanadier sind außerdem sehr sportlich und es gab jede Menge verschiedene Sportteams wie Hockey, Volleyball oder für die Jungs auch Football oder Soccer. Ich hatte Dance gewählt und auch der Sportunterricht war um einiges besser und hat echt Spaß gemacht.

Die Schule und Vancouver wimmelten nur so von unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen, so dass ich Leute aus Mexico, China, Japan, Italien, Brasilien, Persien, Amerika, Spanien, natürlich Canada … einfach von überall kennengelernt habe. Das hatte ich vorher noch nie so erlebt und es war eine unglaublich gute Erfahrung!!!
Natürlich war es manchmal auch ein wenig ärgerlich, dass es so viele Internationals in Vancouver und an der Schule gab und manche Kanadier davon genervt waren, aber vor allem habe ich neben kanadischen eben auch unglaublich gute mexikanische und deutsche Freunde gefunden, die ich total vermisse und ohne die es niemals eine so gute Zeit gewesen wäre.

Außerdem habe ich mich auch mit meiner Gastfamilie auf Anhieb super verstanden und sie ist zu einem zweiten Zuhause für mich geworden. Wir sind ein paar Mal zusammen shoppen in den USA gefahren, haben Thanksgiving gefeiert, Filme geguckt und jede Woche mit meinen Großeltern zu Abend gegessen. Meine Gastmom hat immer ziemlich gesund und lecker gekocht und es gab Salate, Steaks, Nudeln, Pizza, Reis… alles so ähnlich wie in Deutschland. Ich habe allerdings auch oft mit Freunden Fastfood und so gegessen. Alles in allem habe ich durch den vielen Sport dennoch nicht allzu viel zugenommen.

Ansonsten bestand mein Alltag aus Schule, am Strand mit Freunden treffen, Shoppen in Downtown, was übrigens von West Vancouver superschnell mit dem Bus zu erreichen ist und dann so ab Ende November sogar Ski- und Snowboardfahren auf Cypress Mountain, was einfach wunderwunderschön ist. Am 30. November sollte es dann für mich schon wieder zurück nach Deutschland gehen und die Zeit verging einfach viel zu schnell… Nach ein wenig Überredungskunst erlaubten mir meine Eltern jedoch meinen Aufenthalt noch um einen Monat zu verlängern! Dies war durch iSt auch sehr kurzfristig und super unkompliziert möglich. So erlebte ich dann sogar noch ein wenig Weihnachtszeit und hatte einen weiteren Monat in meinem geliebten Vancouver, welches eine wunderschöne und besonders vielseitige Stadt ist, da sie neben der traumhaften Landschaft, Stränden und Bergen mit Skigebieten auch eine große, bunte Innenstadt zu bieten hat.

Doch der Abschied kam dann trotzdem schnell und die letzten Tage waren so viel trauriger als ich je gedacht hätte! Natürlich freute ich mich auch sehr darauf meine Familie und Freunde wieder zu sehen, aber es war für mich schon fast als wäre mir mein neues Leben in Kanada vertrauter als das in Deutschland und ich konnte mir nicht vorstellen, nicht zu wissen wann ich meine Gastfamilie und meine Freunde auf der anderen Seite des Atlantiks wiedersehen würde. Am Flughafen verabschiedeten mich meine Gastschwestern und meine Gastmom und dann auch meine besten Freunde. Ich glaube, ich habe noch so ungefähr bis Grönland geweint… Trotzdem kam ich zehn Stunden später gut in Deutschland an und konnte endlich meine Schwester, meine Eltern und meine Freunde wieder in die Arme schließen. Eingelebt habe ich mich jetzt nach etwas mehr als einem Monat eigentlich wieder ganz gut, obwohl es anfangs schon schwer war. Auch in der Schule muss ich nach einem halben Jahr viel weniger nachholen als ich befürchtet hatte.

Ich bin einfach unglaublich dankbar, dass ich die Chance hatte, diese Erfahrung zu machen und ich glaube, dass ich mich durch das halbe Jahr verändert habe, selbstständiger geworden bin und natürlich ganz viel Englisch gelernt habe…. Aber vor allem hatte ich eine richtig gute Zeit, unglaublich viel Spaß und habe tolle Leute from all over the world kennengelernt. Natürlich auch danke an iSt, alles war super organisiert und perfekt vorbereitet! Meine Eltern und ich konnten uns immer auf euch verlassen und ich habe mich die ganze Zeit sehr gut betreut gefühlt.

Also kann ich allen nur empfehlen, die auch darüber nachdenken: Macht es einfach, es ist es definitiv wert und es wird ganz bestimmt eine unvergessliche Zeit! Ganz ganz ganz viel Spaß!

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