Kelowna: Gitta Neuhaus-Galladé

Hallo, ich bin Gitta und bin vor einem Jahr in das wunderschöne British Columbia, Kelowna aufgebrochen. Diese 10 Monate in der 115.000 Einwohnerstadt Kelowna, waren die abenteuerreichsten 10 Monate, die ich bisher erlebt habe.

Mit noch zarten 15 Jahren startete mein Abenteuer am 4. September. Während ich auf dem langen Flug von Frankfurt nach Vancouver saß, ging mir immer nur eine Frage durch den Kopf. „Ist das gerade real, dass du in dem Flieger nach Kanada sitzt und deine Familie und Freunde 10 Monate nur über Skype sehen wirst?!“ Die Antwort hatte ich leider nicht.

Nachdem ich angekommen war und an einem Vorbereitungssemiar mit anderen internationalen Gastschülern des School District 23 teilgenommen hatte, konnte ich es kaum erwarten, endlich in meine vorher ausgesuchte High School zu gehen, die Kelowna Senior Secondary School. Die KSS ist mit 1.500 Schülern die größte Schule in Kelowna. Doch KSS ist wie eine große Familie, das merkte man besonders wenn es um Sportevents von unseren Schulmannschaften ging. Der so genannte „School Spirit“ war immer wieder aufs Neue überwältigend. Denn an solchen Tagen sah man in der Schule nur zwei Farben. Schüler wie auch Lehrer waren in unseren Schulfarben black and gold gekleidet und geschminkt. Sportevents waren für mich immer große Highlights. Die Schule spielte generell eine große Rolle während meines Aufenthalts. Die zahlreichen Angebote von AGs und Sportteams habe ich gerne angenommen. So bot die Schule ein großes Tanz-Programm an. Ich musste für das Dance Team B vortanzen und habe es ins Team geschafft. So konnte ich an der großen Tanzshow der Schule teilnehmen und auch bei einem Wettbewerb das Können unseres Teams zeigen. Ich belegte auch Outdoor Ed 11, in diesem Kurs lernte ich viel über die Natur und wie man mit Hilfe der Natur überlebt. Dieses Wissen wurde dann auf Camping Trips, Kanu Trips, Surviving Trips etc. angewandt. Außerdem belegte ich Foods 11, English 10, Math 11, Textiles 10/11, Dance Fitness 10, Biologie 12, Acting 11 und Arts 11. Die Schule war für mich, wie Kanadier immer so schön sagen „awesome“. Ich wurde super betreut bei der Fächerwahl und bei Problemen im Kurs konnte ich bei den Betreuungslehrern um Hilfe bitten, um das Problem zu lösen oder notfalls den Kurs zu wechseln. Lehrer sind dort deine Freunde, die dir beistehen und sich um dich kümmern.

Außerhalb der Schule unternahm ich viel mit Freunden, die nicht nur aus Kanada stammten, sondern auch aus China, Holland, Japan usw. kamen. Viele Freunde gewann ich, da ich sehr kontaktfreudig und offen bin. Ich hatte mir auch zum Prinzip gemacht nur Englisch zu sprechen auch wenn deutsche Gastschüler in meinem Umfeld waren. Die Kanadier empfinden es als sehr unfreundlich, wenn Gastschüler sich in Ihrer Muttersprache unterhalten.

Oft ging ich auch in die Mall zum Shoppen, ging zu sleepovers (Übernachtungsparties) oder kochte zusammen mit meinen Freunden. Im Winter fuhr ich fast jedes Wochenende ins 45 Minuten entfernte Ski Resort Big White. Mit einem Bus konnte ich auch mal ganz unabhängig von der Gastfamilie mit Freuden einen schönen Ski Tag genießen. Sogar ich als Anfänger war so am Ende ein echter Ski Profi. Als Kelowna sich erwärmte verbrachte ich mit meinen Freunden fast all meine Freizeit Downtown, wo man im Park chillte oder im wunderschönen Okanagen Lake schwimmen ging.

Meine Gastfamilie musste ich wechseln. Doch mit meiner zweiten Gastfamilie verstand ich mich auf Anhieb. Meine Gasteltern hatten zwei kleine Kinder, im Alter von einem Jahr und drei Jahren. Was wirklich cool war, dass ich noch eine Internationale Gastschwester aus Tirol hatte. Mit meiner Gastfamilie verbrachte ich viel Zeit. Wir machten Picknicks, gingen Eis essen, fuhren zu BBQs und Geburtstagen, kochten zusammen, schauten uns die Fernsehserie „glee“ an und redeten über alles was uns beschäftigte. Auch als meine Familie zu Besuch kam, verstanden sie sich sofort.

Der School District 23 plante jeden Monat ein Event mit allen Gastschülern im District. Dies war dann auch immer wieder eine Möglichkeit sich mit anderen Internationals bei BBQs, Wochenend-Trips nach Vancouver oder Banff und vielen anderen Events aus- zutauschen und mit den Ansprechpantern des School District über Probleme in der Gastfamilie zu reden.

Wie schon erwähnt besuchte mich meine Familie im April für zwei Wochen. Wir reisten zusammen durch Kanada. Wir besuchten Städte, wie Vancouver Banff und Calagry. Meine Familie verbrachte auch ein paar Tage in Kelwona zusammen mit meiner Gastfamilie. Es war echt cool ihnen zu zeigen, wie und wo ich lebte. Auch meiner Gastfamilie gefiel es sehr meine Familie auch mal live zu treffen. Meine Eltern und meine Gastfamilie stehen auch ganz unabhängig von mir noch immer in regem Kontakt.

Diese 10 Monate haben mich unglaublich geprägt. Mein Auslandsaufenthalt hat mich stärker, selbstbewusster, unabhängiger, verantwortungsbewusster und aufgeschlossener gemacht. Ich danke sehr meiner Familie und iSt, die mir diesen Aufenthalt ermöglicht haben. Und ich möchte einen Dank an alle Leute in Kanada aussprechen, die diese 10 Monate unvergesslich gemacht haben.

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