Felicia in Vancouver

Ein Erfahrungsbericht über ein Auslandsjahr in Kanada für 5 Monate: In diesem Bericht werde ich euch über meine Erlebnisse und meine Erfahrungen erzählen, die ich in der Vorbereitung und den ersten 5 Monaten in meinem Auslandsjahr in Kanada gesammelt habe.

Ein Auslandsjahr war mein größter Traum, und ich schätze es sehr, dass ich die Gelegenheit hatte, für 5 Monate in Vancouver in Kanada zu leben. Fast fühlt es sich an, als wäre es erst gestern gewesen, als ich auf dem Weg in mein neues Leben war, ohne wirklich zu wissen, was mich dort erwartet. Über eine Sache war ich mir jedoch im Klaren und zwar, dass Kanada das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Es wurde schnell zu meinem neuen zu Hause und die dortige Gastfamilie wurde zu meiner zweiten Familie. Jetzt bin ich schon seit 1 Monat wieder zurück in Deutschland, mit wunderschönen, einzigartigen Erinnerungen im Gepäck und neuen Freunden, die ich dort gefunden habe.

Meine Gastfamilie in Kanada

Ich hatte eine tolle Gastfamilie. Wir haben in Kerrisdale (ein Teil von Vancouver ) gelebt. Ich war nur 20 Minuten mit dem Bus von meiner Schule entfernt und hatte somit eine gute Anbindung. Ich lebte mit meinen beiden Gasteltern, zwei Gastschwestern, noch einer Austauschschülerin aus Japan und der Schwester meiner Gastmutter in einem Haus. Haustiere hatte die Familie keine. Meine Gastfamilie behandelte mich wie eine eigene Tochter bzw. Schwester. Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war immer das gemeinsame Abendessen. Man tauschte sich über den Tag aus, lachte zusammen und aß. Wichtig war meiner Gastmutter auch, dass ich immer pünktlich zu Hause bin. Dies wurde mit einem sogenannten Curfew geregelt. Das bedeutet es wird immer eine Uhrzeit vereinbart an der man zu Hause sein muss. Dies hat immer reibungslos funktioniert. Weihnachten und Thanksgiving war natürlich ein Highlight für mich, dieses Fest einmal woanders weit von zu Hause weg zu erleben.

Das Schulleben in Kanada

Die Schule hat natürlich eine große Rolle in meinem Auslandsjahr gespielt. Wie in Deutschland gehörte es zum Alltag von Montag bis Freitag zur Schule zu gehen und dort seine Freunde zu sehen. Ich war auf der Magee Secondary School in Kerrisdale (einem Teil von Vancouver). Am Anfang war alles etwas holprig, aber nach einem Monat habe ich mich gut eingelebt und zurechtgefunden. Die Abläufe haben sich eingependelt, nach und nach hat man immer mehr Freunde gefunden und die Sprache wurde auch einfacher. Es war eine sehr entspannte Atmosphäre. Die Lehrer waren alle sehr zuvorkommend und haben mir auch mal gerne etwas zweimal erklärt, wenn man es nicht gleich verstanden hatte. Den Unterschied von deutschen Lehrern zu den kanadischen Lehren empfand ich als freundschaftlicher und mehr auf Augenhöhe. Schüler und Lehrer stehen hier fast auf der gleichen Ebene. Fast wie eine Freundschaft würde ich sagen und nicht hierarchisch. Sie sind fast immer präsent d.h. vor und nach dem Unterricht anzutreffen und auch außerhalb des Unterrichts. Sie haben auch die Bereitschaft, sich nochmals extra Zeit für einen Schüler zu nehmen. Nach der Schule bin ich oft noch mit meinen Schulfreunden nach Downtown Vancouver gegangen und wir waren dort gemeinsam Essen oder ein bisschen bummeln und haben uns über die Schule und neue Ereignisse ausgetauscht.

Downtown Vancouver

Um ehrlich zu sein, als ich nach Vancouver gekommen bin, hatte ich keinerlei Vorstellung was mich erwartet. Wie groß die Stadt ist, wo ich überhaupt bin, wie ich mich zurechtfinde, wie das Leben in einer so großen Stadt funktioniert. Sicher kennt jeder von uns Vancouver und es ist jedem von uns ein Begriff, aber wenn man dann selbst einmal in so einer Metropole alleine ist, ist es einfach überwältigend. Während dieser 5 Monate habe ich diese Stadt lieben gelernt und so in mein Herz geschlossen. Vancouver ist eine sehr vielfältige und wunderschöne Stadt wie es sie nur selten gibt. Sie bietet das normale Downtown Stadtleben, kulturell hat man alle Möglichkeiten, man ist am Meer und man hat die Berge und die Natur um die Ecke, so wie ganz viele Parks und wunderbare Plätze, wo man die Seele baumeln lassen kann. Die Vielfalt ist überragend. Besonders gut hat mir der Stanley Park und auch das Aquarium gefallen. Ach, noch eine wichtige Sache die man über Vancouver wissen sollte. Regen, Regen, Regen. Als ich dort ankam und erzählte, dass ich als Exchange student in Vancouver bin und es kam als erstes der Satz von einem Einheimischen „Are you ready for the rain“? Ich dachte mir, was die wohl meinen. Jetzt weiss ich bescheid, Vancouver unter den locals Raincouver genannt hat ca. 200 Regentage im Jahr. Aber trotzdem ist Vancouver immer eine Reise wert.

Schlusswort

Folgendes kann ich Euch mit auf den Weg geben: Seid neugierig und offen, traut euch alles zu (auch wenn es manchmal nicht einfach ist). „Geduld haben“ spielt eine sehr große Rolle. Es ist wichtig, übliche Gewohnheiten abzulegen, alte übers Bord zu werfen, offen für Neues zu sein und stets zu versuchen, das Beste aus jeder Situation zu machen. Ehrlichkeit währt am längsten. Sollten einmal Probleme auftauchen können diese oft schnell gelöst werden. Ich kann nur sagen, dass ich diese 5 Monate niemals vergessen werde. Ich bin über mich selber herausgewachsen und habe die Dinge in die eigene Hand genommen. Meine Angelegenheiten selbst organisiert und geregelt. Ich habe unglaublich viele tolle Erfahrungen gemacht. Das Auslandsjahr hat mich selbstbewusster, selbständiger und reifer gemacht. Ich habe nicht nur viele liebe Menschen und eine neue Heimat dazu gewonnen, ich bin außerdem an meinen Erfahrungen gereift und habe viel über das Leben gelernt. Ich habe meinen Traum gelebt und die Erinnerungen werden immer bleiben. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb ganz herzlich bei iST und meinen Eltern bedanken. Ohne sie wär mein Austausch nach Kanada niemals möglich gewesen.

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