Erfahrungsberichte aus British Columbia

West Vancouver: Alena D.

West Vancouver Secondary School

Vancouver nachts

Regenwald

Blick auf die Küste

Bären auf Grouse Mountain


Bevor ich mich zu meinem Auslandsaufenthalt entschlossen habe, habe ich mich erst mal durch hunderte von Berichten durchgewühlt, um einen Einblick in die Erfahrungen anderer zu bekommen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass ich dir bei deiner Entscheidung helfen kann.

Erst mal etwas zu meiner Person:

Ich bin weiblich und habe meine 5 Monate in Vancouver im zweiten Halbjahr der 10. Klasse des Gymnasiums absolviert. Ich mache viel Sport (Leichtathletik) und es war mir wichtig, diesen auf meiner zukünftigen kanadischen Schule auch ausüben zu können. Wenn du auch einen bestimmten Sport auf hohem Niveau machst, kümmere dich am besten im Voraus darum, eine Schule zu finden die diesen auch anbietet.

In meinem Fall habe ich definitiv die richtige Wahl getroffen: Die West Vancouver Secondary School (kurz: WVSS).

Die Schule:

Sie ist wie in einem dieser amerikanischen Highschoolmovies: 2000 Schüler, lange Gänge, ein Footballfeld und eine Cafeteria mit leckerem Essen! Diese Schule ist einfach perfekt, es gibt viele verschiedene Sportteams (je nach Saison): Fieldhockey, Soccer, Rugby, Football, Track&Field, Badminton, Tennis, Cross Country, Skiing etc.… Es gab auch eine große Auswahl an kreativen Kursen, die wir hier in Deutschland nicht haben: Cooking, Planning, Woodwork, Textiles, Animation, Drafting und sogar Chinesisch und Japanisch! Ich rate dir auch, so viele wie möglich von diesen neuen Fächern zu wählen, da die Kanadier in den normalen Fächern wie Bio, Chemie und Mathe sowieso etwas hinter den Deutschen hinterher sind und du da den Stoff nur wiederholen würdest. Ich persönlich habe Woodwork (Schreinerei) und Drafting (technisches Zeichnen) gewählt. In Woodwork habe ich ein Longboard gemacht und es fährt sich sogar ziemlich gut. In Drafting wird viel am Computer gezeichnet und auch das war (meistens) interessant.
Ein weiterer Unterschied zu unseren deutschen Schulen ist der Stundenplan: an der WVSS hat man den „Day 1“ und den „Day 2“. Diese haben jeweils 4 Kurse, welche jeden neuen Tag in einem bestimmten System rotieren. Das hört sich jetzt vielleicht etwas kompliziert an, aber man gewöhnt sich schnell an das neue System.
Falls du dich schon für den Distrikt um Vancouver herum entschieden hast, empfehle ich dir diese Schule als erste. Sie ist am größten, hat das größte Angebot an Sportclubs und Kursen und kümmert sich gut um ihre Internationals.

Meine Gastfamilie:

Der Part der Reise, der dich vielleicht am meisten beunruhigt- die Gastfamilie! Von vorne herein kann ich schon mal sagen: Die perfekte gibt es selten. Mach dir aber keinen Stress und lass es einfach auf dich zukommen! Meine Familie bestand aus einem berufstätigem Paar, zwei
Gastschwestern (17 und 21), einer chinesischen Gastschwester und einer Katze (welche manchmal ziemlich nerven konnte). Meine Hostmum war richtig freundlich, hatte immer ein Lächeln auf dem Gesicht.  Ich konnte mich bei Fragen immer an sie wenden. Mit dem Rest der Familie hatte ich nicht so viel zu tun, außer mit der Katze, die sich immer in meinem Zimmer verschanzt hatte -.- . Aber auch das machte nichts, denn ich hatte viele Freiheiten (keine bestimmten Ausgehzeiten, ich konnte Freunde einladen, kochen und alles tun was ich wollte). Stell dich am besten noch darauf ein, deine Wäsche selber waschen zu müssen. Das ist seeeehr  viel einfacher als hier in Deutschland, einfach Klamotten rein, Deckel zu, Knöpfchen drücken und warten.
Und selbst wenn es bei dir der Fall sein sollte, dass du die Familie wechseln willst- schreib deinen Home-Coordinator an, rede auch auf jeden Fall mit deinen Gasteltern darüber. Und mach dir keine Schuldgefühle. Es geht immerhin um dich, um deine Zeit in einem anderen Land, und sie sollte so schön wie möglich für dich sein!

Die Stadt:

Vancouver ist die schönste Stadt, die ich je gesehen habe! Hohe, gläserne Gebäude, pink blühende Zierkirschen und blaues Meer… es ist traumhaft dort! Der Stanley Park ist eine fast endlose Grünfläche, es gibt einen Rosengarten, einen Hafen, ein Aquarium (mit Delfinen und Beluga-Walen) und jede Menge Restaurants. Auch shoppen gehen kann man gut in Vancouver. Die Straßen mit den meisten Geschäften sind Robson Street, Grandville Street, das Pacific Center und Gastown. Hollister, Brandy Melville, Abercrombie, Urban Outfitters, American Eagle… man findet nahezu alles.

Die Menschen:

Die Menschen sind alle sehr freundlich in Vancouver. Es herrscht ein ganz anderes Klima als In Deutschland. Man wird oft angesprochen, kann immer nach Hilfe fragen und bekommt manchmal sogar ein Kompliment von einem Stranger. Und es ist sehr multikulturell! Von Japanern, Chinesen, Filipinos, Persern, Koreanern zu Franzosen, Italienern, Brasilianern, Mexikanern und Russen ist alles dabei! Wichtig ist: sei immer offen! Hast du schon mal etwas Schlechtes über Chinesen gehört? Dann überzeuge dich vom Gegenteil! Jede Kultur hat ihre guten Seiten und mir persönlich hat es Spaß gemacht, ein paar neue Lebensweisen kennen zu lernen!

Allgemein ist es wichtig, offen zu bleiben. Geh auf die Leute zu! Ob in der Schule, im Bus oder auf der Straße- die Kanadier freuen sich über Offenheit und so kommst du schnell ins Gespräch mit neuen Leuten. Vor Kanada gehörte ich auch eher zum schüchternen Kaliber, aber die Reise verändert dich. Du wirst mutiger, aufgeschlossener und hast weniger Angst, auf neue Leute zuzugehen.

Bonfires:

Die eigentlich illegalen Lagerfeuer am Strand gehören zu fast jedem Wochenende dazu. Mit Grillfleisch, Marshmallows und Brennholz geht’s dann auf zum Strand. Ein guter Tipp: Die „Sandy Cove“ ist ein guter Platz für bonfires.

Ausflüge:

Hier eine Liste an Ausflügen, die du unbedingt machen musst, wenn du in Vancouver bist:
- Skifahren in Whistler
- Ein Trip nach Seattle
- Ein Trip nach Victoria (Vancouver Island)
- Nach Metrotown (Mall) fahren
- Whalewatching (wenn das Geld noch reicht)
- Sich 4/20 am 20. April an der Art Gallery anschauen (denk dran: offiziell gilt: NUR Schauen)
- Sich ein Icehockeyspiel im Stadion anschauen (Vancouver Canucks oder Vancouver Giants)

So, jetzt neigt sich mein Bericht auch schon dem Ende zu… Ich hoffe dir hat die stichpunktartige Anordnung geholfen.

Als Schlusswort will ich noch sagen, mach mindestens einen Aufenthalt über 5 Monate. Auch wenn es erst mal lang klingt, im Nachhinein hätte ich ein ganzes Jahr bleiben sollen. 5 Monate reichen nicht einmal annähernd aus, um sich einzuleben und seine Zeit voll auszukosten.

Ich wünsche dir gaaaaanz viel Spaß und eine unvergessliche Zeit bei deinem Auslandsaufenthalt

 

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