Cairns: Tina Löffler

3 Monate zwischen tropischen Regenwäldern und heißen Sandstränden - Cairns

Nach Monaten der Vorbereitung und Vorfreude konnte ich am 9. Juli endlich meine Gasteltern Lynn und Tony und meine italienische Gastschwester Francesca in die Arme schließen, mit denen ich schon vor der Ankunft viele Infos und Fotos ausgetauscht habe. Ziemlich erschöpft nach dem langen, langen Flug von Frankfurt nach Cairns bin ich nach einer kurzen Stadtbesichtigung mit meiner Gastfamilie glücklich in mein Bett gefallen. Am nächsten Tag bin ich dann auch irgendwann um 15.30 Uhr müde aus den Federn gekrochen und musste feststellen, dass das wohl mein erstes Jetlag gewesen sein muss.

Nach dem Wochenende meiner Ankunft fing auch gleich die Schule in der Trinity Bay State High School (TBSHS oder auch Tbay) für mich an. Mit meinen 14 Jahren schien ich die Jüngste unter allen internationalen Schülern in Tbay zu sein, somit war ich auch als einzige in Grade 9, wohingegen die anderen eher in Grade 10 oder 11 waren (wie auch Francesca).

Das hat mich allerdings nicht sonderlich gestört, denn ich konnte sowohl mit vielen Australiern, als auch mit den anderen Internationalen Freundschaften schließen.

Ich habe die Fächer HPE (Health and Physical Education), Dance, Extension Maths, English, Geography, Science, Multi Media Studies und Fashion Fusion belegt.

Die praxisbezogenen Fächer haben mir besonders gut gefallen, weil es sowas in Deutschland eher selten gibt. Die anderen Fächer, wie English oder Geography, waren nicht anders als deutsche Fächer. Die Lehrer waren aber eindeutig lockerer und hatten auch ein eher freundschaftliches Verhältnis zu uns Schülern. Und am Ende des Terms war der Stoff durchgearbeitet und die Lehrer fingen an Filme im Unterricht mit uns zu sehen, die sie teilweise weniger legal aus dem Internet geladen haben. Ansonsten fand ich die beiden Pausen, die 40 Minuten gedauert haben sehr toll und ich bin auch der Meinung Deutschland könnte ruhig längere Pausen einführen.

Neben der Schule konnte man seine Freizeit ziemlich gut gestalten. Die Stadt war immer ein Treffpunkt für alle Fälle (vor allem die Lagoon an der Esplanade). An den Wochenenden konnte man wunderschöne Tage an den vielen umliegenden Stränden verbringen, einen Abstecher nach Port Douglas machen oder auch mal beim Regenwald mit seinen vielen Tieren, Pflanzen und "Aboriginies" vorbeischauen. Die einzige Enttäuschung für mich war, dass meine australischen Freunde immer arbeiten waren (was dort ziemlich üblich ist) und deswegen nicht oft Zeit hatten mit mir etwas zu unternehmen. Dafür habe ich in meiner Gastschwester Francesca eine meiner besten Freundinnen gefunden. Wir sind überall immer zusammen hingegangen. An den Wochenenden haben wir internationale (meistens aber italienische) Gruppen zusammengetrommelt und ein Programm auf die Beine gestellt und auch ein paar langweilige Besuche bei Freunden unserer Gasteltern haben wir zusammen überlebt.

Glücklicherweise hatte ich die Ehre meinen Geburtstag in Australien feiern zu dürfen und das war auch mal ein besonderes Erlebnis. Meine Gasteltern und Francesca haben eine Überraschungsparty am Strand für mich organisiert (davon habe ich wirklich nichts mitbekommen!) und als wir dann am Strand ankamen und ich all die neuen Freunde sah, all die doch so bekannten Gesichter, da war ich einfach überwältigt! Ich lasse diesen Geburtstag als besten Geburtstag überhaupt in die Geschichte eingehen!

Leider gingen diese 3 wundervollen Monate viel zu schnell dem Ende zu und nach einem tränenreichen Abschied von meinen australischen Freunden habe ich mich auf 2 weitere kleine "Abenteuer" mit anderen Internationalen begeben. Einerseits habe ich an einem 4-tägigen Tauchkurs im Great Barrier Reef teilgenommen und bin jetzt zertifikierter "Scuba Diver". Dabei ist nicht nur mein Horizont erweitert worden, sondern es sind auch viele unglaublich gut gelungene Unterwasserfotos entstanden (wenn man bedenkt, dass meine Tauchpartnerin und ich die Fotos selbst geschossen haben, während wir aufpassen mussten nicht die Kamera zu verlieren oder selbst in der Strömung abzutreiben).

Andererseits habe ich an dem "September Holiday Program" teilgenommen, wo wir in der ersten Ferienwoche der "September Holidays" verschiedene Tagestrips unternommen haben. Dort haben wir unter anderem gelernt, wie man einen Boomerang wirft, wie man Didgeridoo spielt (und wie man es baut!) und wie man den Speer zum Jagen benutzt (was uns das bringen sollte wurde allen nicht so recht klar... aber eine Erfahrung war es sicherlich wert). Nach dieser Woche voller Sonnenbrand vom "Körper grillen" auf dem Deck des Segelschiffes, das uns zum Great Barrier Reef gebracht hat, voller neuer Eindrücke von der Kultur der Aboriginies, voller Blasen an den Händen vom Fertigen unseres Didgeridoos, das wir letztendlich alle mit nach Hause nehmen durften und voller Spaß machte sich die Mehrheit unserer internationalen Gruppe wieder auf den Weg nach Hause, darunter war auch ich.

Das Highlight meines Aufenthaltes... wenn ich auf meine 3 Monate in Australien zurückblicke, kann ich da kein spezielles Highlight ausmachen. Ob es nun ein normaler Schultag, ein Abstecher im Cairns Central, an der Lagoon oder Esplanade... oder aber auch ein wunderbares Wochenende mit den ganzen bello italianos war, nie kam Langweile oder Frust auf. Dafür bin ich sehr dankbar und aus diesem Grund vermisse ich meinen Aussie Lifestyle auch, sowie all die guten Freunde, die schöne Zeit, die Wärme und den Pool in unserem Garten.

Wenn mir irgendwann mal wieder die Chance gegeben wird, dass ich einen Aufenthalt wie diesen in einem anderen Land verbringen kann, werde ich sie definitiv nutzen und ich empfehle es auf jeden Fall euch allen!!! Have heaps of fun mates... enjoy the aussie way of life...

Tina Löffler

Trinity Bay High School Cairns, Queensland, Juli bis September

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