Sunshine Coast: Marita Forster

Meine 8 Monate an der Sunshine Coast - The time of my life

Schon seit längerer Zeit hatte ich mir Gedanken über einen Auslandsaufenthalt gemacht und nach einiger Überlegung entschloss ich mich letztlich, mit iST nach Australien zu fliegen. Sobald diese Entscheidung getroffen war, ging dann auch alles ziemlich schnell: Formulare wurden ausgefüllt, ein Visum beantragt, nach einer Gastfamilie für mich gesucht, etc… Die Zeit verging wie im Fluge und schließlich war dann auch schon der Tag, dem ich so lange entgegengefiebert hatte, gekommen - der Tag meines Abfluges!

Ich erinnere mich noch ganz genau an den 9. April 2008: Mit Tränen in den Augen stand ich am Frankfurter Flughafen, verabschiedete mich von Familien und Freunden und blickte gleichzeitig dem wohl bisher größten Abenteuer meines Lebens entgegen - meinem High School Jahr in Australien!

Vom 9. April bis zum 7. Dezember verbrachte ich also meine Zeit in dem übersichtlichen Küstenort Coolum, der an der Sunshine Coast in Queensland, Australia liegt. Dort wohnte ich mit meiner Gastfamilie in einem wunderschönen, typisch australischen Haus, das ungefähr vier Gehminuten vom Strand entfernt lag. Mit meiner Gastfamilie verstand ich mich während meiner Zeit in Australien bestens und ich fühlte mich wirklich als ein Teil der Familie. Die Familie bestand aus den beiden Eltern Deb und Len und der 15-jährigen Gasttochter, mit der ich mich besonders gut verstand und auch viel Zeit verbrachte. Die Familie unternahm an den Wochenenden viel mit mir, zeigte mir die verschiedensten Orte in der Umgebung, brachte mir den „Australian Way of Life“ bei und kümmerte sich einfach gut um mich. Im Gegenzug verlangten sie jedoch auch, dass ich manchmal im Haushalt mithelfe, was meiner Meinung nach aber absolut kein Problem war.

Durch die tolle Gastfamilie hatte ich auch nie wirklich Heimweh. Natürlich, die ersten paar Wochen in der „neuen Welt“ waren komisch und aufregend zugleich, fortwährend gab es neue und aufregende Dinge zu erleben und zu entdecken. Trotzdem kann man die Gefühle, die mir zu dieser Zeit durch den Kopf gingen, nicht wirklich als „Heimweh“ bezeichnen.

Mit meiner Gastfamilie habe ich auch immer noch Kontakt, wir telefonieren noch häufig und in den Sommerferien kam meine australische Gastschwester für einen Monat zu Besuch. Ich zeigte ihr Deutschland und mein Leben hier und es war einfach wunderschön, sie nach sechs Monaten wieder zu sehen. Ich selbst werde in den Weihnachtsferien wieder an die Sunshine Coast fliegen, um aus dem deutschen Winter zu flüchten und mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden den australischen Sommer dort zu genießen.

Ich wohnte auch nur zwei Kilometer von meiner neuen Schule entfernt - der Coolum State High School! Diese australische Schule ist mit meiner Schule hier in Deutschland eigentlich gar nicht vergleichbar - nur etwa 750 Schüler besuchten die CSHS, auch der Unterrichtsaufbau, die Unterrichtszeiten, und das Schulgelände waren ganz anders. Zudem musste ich eine Schuluniform tragen, was für mich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war. Die Uniform war schlicht und bestand aus einem knielangen, dunkelblauen Rock und einer weißen Bluse.

Trotz der relativ kleinen Schülerzahl war die Schule sehr großflächig gebaut und auch mitten im Grünen gelegen, das Meer war innerhalb weniger Gehminuten erreichbar. Deshalb standen dort auch Fächer wie Marine Studies (eine Art Meeresbiologie) auf dem Stundenplan.

Während meiner Zeit in Australien besuchte ich die Jahrgangsstufe 11 und musste deshalb auch nur sechs Fächer wählen. Zwei dieser Fächer waren verpflichtend, Englisch und Mathe, zudem wählte ich noch die Fächer Kunst, Marine Studies, Kochen und Textiles Gestalten und Musik. Mein Schultag begann immer um 8.30 und endete um 14.45! Demnach spielte sich der Großteil des Lebens der australischen Teenager unter der Woche in der Schule ab.

Doch auch außerhalb der Schule unternahm ich viel mit meinen australischen und auch internationalen Freunden. Wunderschöne Sonnentage genossen wir am Strand, an regnerischen oder kälteren Tagen (die eher selten vorkamen) gingen wir oft ins Kino, in das Shoppingcenter in der Nähe oder verbrachten einfach nur so Zeit miteinander.

Vor meinem Aufenthalt hatte ich mir wirklich Gedanken darüber gemacht, wie schwer oder einfach es wohl sein würde Anschluss in Australien zu finden. Natürlich ist es am Anfang sehr ungewohnt, immer „die Neue“ in der Schule zu sein, doch wenn man mit einem offenen Lächeln, offen und ohne irgendwelche Erwartungen auf alles zugeht, wird man schnell sehen, dass viele Dinge wirklich viel einfacher sind, als zuerst angenommen. So war das dann eben auch mit den ersten Kontakten an meiner neuen Schule und schon bald hatte ich einen festen Freundeskreis, mit dem ich nicht nur in der Schule zusammen war, sondern auch außerhalb der Schulzeiten Zeit verbrachte.

Die Sprache ist wohl ein weiterer Punkt, wovor man etwas Angst hat, bevor man so ein Auslandsjahr antritt. Jedoch stellt man schnell fest: Nach den ersten paar Tagen fällt einem jeder englische Satz leichter und nach einer Weile fiel mir zumindest gar nicht mehr auf, dass ich da gerade eine Fremdsprache sprach, im Gegenteil: Es war manchmal eher ungewohnt am Telefon Deutsch zu sprechen und je länger ich mich in Australien befand, desto öfters kam es auch einmal vor, dass mir deutsche Wörter ab und zu nicht einfielen.

Im Nachhinein vergingen meine acht Monate in Australien wirklich sehr schnell. Mit jeder Woche fühlte ich mich wohler und ehrlich gesagt wollte ich am Ende meines Aufenthaltes gar nicht mehr nach Hause, ich hatte mich nämlich während den letzten Monaten ziemlich stark „verliebt“: In den wunderschönen Kontinent mit dem großen, roten Stein in der Mitte!!!

Wenn ich nun zurück blicke, waren die acht Monate in Australien wirklich die beste Zeit meines Lebens. Ich habe so viele neue Dinge erlebt und gesehen, habe nun eine zweite Familie auf der südlichen Erdhalbkugel, lernte die verschiedensten Menschen kennen und bin zudem viel gereist: Great Barrier Reef, Sydney, Outback, Darwin, Surfer’s Paradise, Fraser Island, Neuseeland, … Die Liste geht noch weiter!!!

Wer erlebt schon so viel Neues und Aufregendes in einer relativ kurzen Zeitspanne? Eben… Deswegen kann ich ein Auslandsjahr in Australien wirklich nur jedem empfehlen! Auch wenn es am Anfang ein wenig Mut kostet, sich dazu durchzuringen, Deutschland für eine längere Zeit zu verlassen- ihr werdet es wirklich nicht bereuen!

Marita Forster

Coolum State High School, Sunshine Coast, Queensland

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