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Lea Haus berichtet aus Belleville (Kanada)

Canadian, eh!

Als ich am 3. September in den Flieger einstieg, der mich in das „Land der Rockies“ brachte, wusste ich noch nicht richtig was mich erwartete. Würde meine Gastfamilie nett sein? Wie ist die Schule da so? Werde ich Freunde finden? Zum Großteil war ich schon vorbereitet, die Sprache war mir nicht ganz fremd, ich habe oft zu hören bekommen, dass in Kanada „kaana da“ ist, und dass ich mich vor den Bären in Acht nehmen soll – zu meinem Bedauern [oder auch nicht] habe ich glücklicherweise nie einen zu Gesicht bekommen.

Nach dem 9 stündigen Flug, der angenehm war, obwohl die Handgepäckaufbewahrung sicherlich nicht für so kleine Menschen wie mich gedacht ist, wurde ich mit 5 anderen Austauschschülern in ein Auto gesetzt, und 3 Stunden von Toronto in meine neue Heimat für 3 Monate, Belleville, gefahren. Da waren schon die ersten Unterschiede zu Deutschland: Die Strommasten sahen irgendwie ganz seltsam aus, die Häuser wie in amerikanischen Filmen, und die Autos – alles in der Größe von einem Familienbus – bis auf einen schwarzen Mini, der aber auch richtig herausstach. Doch eine Gemeinsamkeit haben anscheinend alle Länder: Den Ikea in Toronto.

Als wir bei unseren Gastfamilien abgesetzt wurden, wurde die Stimmung immer nervöser – durch den nicht sehr regelmäßigen Mailkontakt wusste man zwar schon ein bisschen was, aber die Realität sieht dann doch immer anders aus. Bei einem goldigen kleinen gelben Haus erwartete mich meine Gastmutter und der Hund, da mein Gastbruder unterwegs war und nachdem wir eine Runde Ligretto gespielt hatten und Gassi gegangen sind, ging es für mich in die Koje – nach deutscher Zeit war es 3 Uhr nachts.

5 Tage danach war mein erster Schultag - in der Centennial Secondary School. Ein riesiges flaches Gebäude mit Erdgeschoss und einem Stock. Zuerst habe ich meinen Stundenplan bekommen, und durfte dann in den Unterricht. Mit meinem etwas kümmerlichen Orientierungssinn habe ich es gleich am ersten Tag geschafft, mich zu verlaufen….

Was mir aufgefallen ist, ist, dass die Schule einfach lockerer gesehen wird: In der ersten Stunde Sport kam jeder ganz knapp vor der Nationalhymne rein, in Englisch haben wir vorne Romeo and Juliet gelesen, in Kochen.. Ja, da haben wir gekocht, bzw. leckere Cookies gebacken, und als ich noch in Music war, hat der Lehrer immer schön seinen IPod vorgeholt, und uns was zum Anhören vorgespielt. Das geht meiner Meinung nach nur in Kanada. Abgesehen davon hat sowieso jeder zweite einen IPod oder zumindest ein Blackberry…

Es gibt 3 essentielle Dinge für das kanadische Schulleben: Den Locker, den Binder und die Lunchpause. Locker ist ein Schließfach, so um die 1,70 m hoch und ca. 30 cm breit, dort sind alle möglichen Sachen drin, und auch gut, um Kontakte zu knüpfen – eine Freundin hab ich hauptsächlich gekannt, weil sie ihren Locker neben mir hatte. Der Binder ist im Prinzip ein Ordner, wo alles drin ist, und den jeder immer dabei hat. Und die Lunchpause muss ich nicht erklären, oder?

Das Freunde finden ist schon eine schwierigere Sache.. da an meiner Schule so ca. 8 deutsche Austauschschüler waren [so viel wie noch nie in diesem Ort], 5 andere und.. mehrere asiatische Mitschüler, die ihren Abschluss machen und auch dort studieren, waren die Leute an meiner Schule nicht wirklich brennend interessiert. Ich hatte nach circa 1 ½ Monaten meinen eigenen kanadischen Lunchtisch, wobei ich auch relativ viel Glück hatte. Wir waren oft shoppen in der Quinte Mall of Belleville, die zwar klein ist, aber doch alles mögliche beherbergt.

Belleville hat zwar 20.000 Einwohner mehr als meine Heimatstadt, erstreckt sich aber über eine viel weitere Fläche. Allein zu der Quinte Mall, zu der ich, im Vergleich gesehen, relativ zentral gelegen war, hatte ich eine Stunde Fußmarsch. Zum Glück gibt es Busse, und zur Schule hatte ich nur 15 Minuten – obwohl mein Rekord bei 7 Minuten liegt, da ich einen Hang dazu habe, so lange wie möglich im Bett zu bleiben…

Durch meine Gastfamilie – meine Gastmutter und mein kleiner Gastbruder [10] – war ich 2 mal in Toronto, einmal um ihre Familie zu besuchen, und einmal zu ihrer Familie zu Thanksgiving. Ich bin wirklich froh, so eine tolle Gastfamilie gehabt zu haben, denn trotz Zeitmangel [Hockeytraining, Hundeschule und vieles mehr] hatten sie irgendwie immer Zeit für mich. An Thanksgiving – natürlich traditionsgerecht mit turkey mit stuffing, gravy und mashed potatoes – habe ich erstmals den kanadischen Dialekt gehört. Man kann es vergleichen, wie wenn man bei seiner Oma fränkisch spricht – in der Schule macht man es nie, aber sobald man zu seinen Großeltern geht, wird es gesprochen. Darauf bezieht sich die Überschrift. Anstatt das ewig lange und zu umständliche „..., isn’t it?“ zu nehmen, wird es ersetzt durch ein „.., eh !“. Hört sich anfangs etwas seltsam an, aber nach einer Weile doch vertraut.

Meine Gastmutter hatte auch die geniale Idee, einen Trip in die USA zu machen, da es ja sowieso nur 2 Stunden Fahrt bis zur Grenze wären. Dieser Tag war zwar anstrengend, allerdings hatten wir, da wir zu fünft shoppen waren, leichten Platzmangel im Auto, da es einfach zu viele Tüten waren.

Mit dem international Programm war ich nochmals in Toronto, und zwar Chinatown und Eaton Center [RIESEN Mal !], und in Montreal, sowie in Ottawa – wunderschöne Städte!

Also, was ist denn typisch kanadisch?, werden sich manche fragen. Ich denke, dass das jeder anders sieht. In meinem Fall sind es Sportteams an der Schule [ich war selber in Cross Country, es war wirklich schön!], Gastfreundschaft, Poutine und natürlich Tim Hortons!

Für mich steht auf jeden Fall fest: Irgendwann möchte ich wieder zurück. Obwohl ich viel Facebook und Mailkontakt habe, reicht mir das nicht wirklich.

Und ich will/kann/möchte jedem ans Herz legen, sich auch mal über einen Schüleraustausch Kanada zu informieren – es gibt viele Länder [Das beste ist natürlich Kanada!], und viele Möglichkeiten – und es ist eine einmalige Chance!

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