Laetitia in Blain

Die Vorbereitung, welche für mich schon gut ein Jahr vor meinem Auslandsaufenthalt in Frankreich begann, war zum einen sehr ausführlich und zum anderen sehr gut betreut. Wenn Fragen meinerseits aufkamen, wurden diese sehr schnell per E-Mail beantwortet. Nach meiner Anmeldung wurde ich per Skype von einer Betreuerin der iSt interviewt. Das Interview wurde durchgeführt, damit die iSt meine Sprachkenntnisse in Französisch besser einschätzen und mir allgemeine Fragen nochmal direkt beantworten konnte. Außerdem wurden mir in regelmäßigen Abständen Briefe von der iSt zugeschickt, in welchen es um die genaue Vorbereitung meines Auslandsaufenthaltes ging und um die gedankliche Auseinandersetzung, dass ich zehn Monate meine Familie und meine Freunde nicht sehen würde.

Als es dann im August letzten Jahres endlich losging, lief der Flug nach Frankreich reibungslos ab. In Paris angekommen, fand ich schnell die anderen Teilnehmer am Auslandsprogramm der iSt. Gemeinsam wurden wir von unseren Betreuern der französischen Partnerorganisation (Pie) der iSt abgeholt. Zusammen verbrachten wir drei Tage in Paris, ehe wir zu unseren Gastfamilien gebracht wurden. Ich bin mit dem Zug nach Nantes in der Nähe der Stadt, in der meine Gastfamilie wohnt, gefahren. Ich musste aber nicht alleine Zug fahren, da mehrere Gastschüler aus aller Welt auch in meine Richtung fuhren. Eine Amerikanerin fuhr sogar mit zu meiner Haltestelle, da wir in derselben Gastfamilie waren. In Nantes angekommen wurden wir beide von unserer Gastfamilie abgeholt, welche schon am Bahnhof wartete.

Meine Gastfamilie war supernett, sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und zu jeder Zeit für mich da. Ich hatte drei Gastschwestern, von welchen zwei Französinnen waren. Die eine der beiden Töchter der Gastfamilie machte während meines Aufenthaltes in Frankreich ein Auslandsjahr in den USA, die andere studierte in Deutschland. Diese besuchte die Familie zu Weihnachten und Ostern in Frankreich, sodass wir eine schöne gemeinsame Zeit verbringen konnten. Meine Gastfamilie nahm noch eine weitere Gastschülerin auf, welche aus den USA war. Gemeinsam verbrachten wir ein Auslandsschuljahr in Frankreich. Mit unserer Gastfamilie unternahmen wir viel. Da meine Gastmutter Grundschullehrerin war, konnte sie mit mir und meiner Gastschwester in den Ferien wegfahren. Wir fuhren beispielsweise eine Woche nach Paris um unsere Gastgroßeltern zu besuchen, welche in der Nähe von Paris wohnten und um uns einige Sehenswürdigkeiten von Paris anzuschauen. In dieser Woche besuchten wir auch das berühmte Schloss von Versailles. Zu Weihnachten besuchten wir wieder unsere Gastgroßeltern in der Nähe von Paris, zu Weihnachten war zudem ein großer Teil der Familie anwesend.

Die Schule, auf die meine Gastschwester und ich gingen, war ein Lycée (also 10. bis 12. Klasse) und war circa 10 Minuten zu Fuß von dem Haus unserer Gastfamilie entfernt, was natürlich optimal für uns war. Allerdings gab es zu Anfang des Schuljahres einige Probleme an der Schule, wofür weder die iSt noch unsere Gastfamilie etwas konnten. Die Schule wollte meine Gastschwester und mich zuerst nicht aufnehmen, da diese schon ziemlich voll war. Aber nach einigen Tagen und mehreren Terminen in der Schule wurden wir endlich angenommen, jedoch musste ich in eine Seconde (10. Klasse) gehen, obwohl ich eigentlich in eine Premier (11. Klasse) gehen sollte, was aber nicht weiter schlimm war, da sich alle Schüler neu kennenlernten. Am ersten Schultag wurde ich zunächst in eine falsche Klasse eingeteilt, was dann aber schnell bemerkt und korrigiert wurde. Als ich dann in der richtigen Klasse war, hatte ich anfänglich ein paar Probleme wirklich Anschluss zu finden, was aber nach einiger Zeit überhaupt kein Problem mehr war, da meine Mitschüler echt aufgeschlossen waren.

Der französische Schultag war aber ziemlich anstrengend, da ich an manchen Tagen von 8 bis 18 Uhr Unterricht hatte. Einer der größten Unterschiede der französischen und deutschen Schulen war die Mittagspause, wo die Schüler in deutschen Schulen nur 30 Minuten Zeit zum Mittagessen haben, die Franzosen 1,5 bis 2 Stunden Zeit um zu essen. Die französischen Schüler haben durch die langen Unterrichtszeiten kaum Freizeit nach der Schule, weshalb sie wenig mit Freunden nach der Schule unternehmen können. Auch fahren einige sehr lang mit dem Bus zur Schule und wieder nach Hause. Die iSt ist eine sehr gut organisierte und professionelle Organisation, die ich jedem, der auch einen Auslandsaufenthalt plant, empfehlen kann!

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