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Sabine Kiessling berichtet aus Villafranca De Los Barros (Spanien)

Hallo, liebes iSt-Team,

Ich bin jetzt seit ca. 2 ½ Monaten in Spanien in Villafranca de los Barros, einem kleinen Dorf in der Extremadura.

Als ich noch in Deutschland war, habe ich mir so viele Gedanken gemacht, wie es wohl wird und jetzt ist hier alles so selbstverständlich und ich finde, es ist gar nicht so sehr anders als in Deutschland. Aber das liegt wohl daran, dass ich mich einfach daran gewöhnt habe. Es gibt einfach soo viele kleine Unterschiede, aber nach ein paar Wochen fallen einem die gar nicht mehr auf.

Ich gehe hier auf eine Privatschule, weil mein Gastvater an der Schule Lehrer ist. Der Unterricht dauert immer von 8:30–17:30 Uhr mit 1 ½ Stunden Mittagspause. Das ist schon eine große Umstellung. Ich glaube auf den öffentlichen Schule geht der Unterricht nur bis 14:30 Uhr. Man ist den ganzen Tag in der Schule und wenn man nach Hause kommt, lernt man nur noch und geht dann auch schon bald wieder ins Bett. Unter der Woche trifft man sich hier nicht und am Wochenende auch nur am Abend. Dadurch dass der Tag einfach schon fast vorbei ist, wenn ich nach Hause komme, gehen die Wochen sehr schnell vorbei. Einerseits kommt es mir so vor, als wäre ich schon ewig hier, andererseits aber auch nicht.

Im Unterricht geht es mir gar nicht so schlecht wie ich dachte. Ich bin in „letras“, also auf dem sozialen Zweig. In manchen Fächern geht es mir sehr gut, wie z.B. Mathe, Englisch, Latein und Wirtschaft, weil wir in Deutschland mit dem Stoff schon viel weiter sind. In Spanisch, Geschichte und Philosophie habe ich allerdings manchmal so meine Probleme, weil wir teilweise viel mit dem Buch arbeiten und ich sehr viele Wörter nicht kenne und die Fachwörter nicht im Wörterbuch stehen. Wir müssen auch Texte interpretieren und das ist nicht leicht. Aber ich merke, wie es mit der Zeit immer besser wird. Ich brauche z.B. inzwischen viel weniger Zeit für eine Seite in meinem Geschichtsbuch.

Aber die Leute hier sind alle sehr hilfsbereit. Wenn man Probleme hat, muss man sie einfach nur fragen und sie helfen einem sofort. Das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern ist auch viel besser. Die Schüler duzen die Lehrer und unterhalten sich normal. Einer aus meine Klasse hat in meiner ersten Woche mal die Jacke von einem meiner Lehrer angezogen, ich hab gedacht ich spinn, aber der Lehrer hat gar nichts gesagt.

In der Mittagspause gehe ich immer nach Hause, um mit meiner Familie zu essen. Vor dem Essen gibt es immer noch einen Aperitiv, d.h. man trinkt immer etwas und isst Oliven, Brot, Chips (aber natürlichere als in Deutschland), Chorizo,... Danach das Essen selbst, die Spanier essen soo viel und mein Gastvater sagt immer „Du isst so wenig, du musst mehr essen!“, obwohl ich schon viel mehr esse als normal. Und immer alles mit Olivenöl. Das Braten muss man sich einfach so vorstellen, dass die halbe Pfanne mit Olivenöl vollgeschüttet wird und dass da drin dann mehr oder weniger gekocht wird. Aber eigentlich ist das Essen hier sehr gut, auch wenn es viele andere Gerichte gibt, wie z.B. Gazpacho, eine kalte Suppe aus Tomaten, Brot, Essig und natürlich Olivenöl ist (alles zusammen kommt danach in den Mixer), Tortilla de Patata, etc. Es gibt außerdem immer verschiedene Gänge. Also z.B. zuerst Suppe als Vorspeise und dann das Fleisch einfach so, pur, ohne Beilage. Ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. Als Nachtisch gibt es normalerweise Früchte und zu Abend essen sie immer erst zwischen 9 und 11 Uhr.

In zwei Wochen ist Weihnachten. Aber von einem Advent haben die Spanier hier noch nie etwas gehört. Adventskalender, Adventskranz oder Nikolaus ist ihnen völlig neu. Und der eigentlich wichtige Tag, an dem es auch die Geschenke und alles gibt ist erst Heilige Drei Könige. Am 24. und 25. Dezember ist einfach großes Essen und die ganze Familie versammelt sich.

Meine Gastfamilie ist richtig groß. Beide Elternteile haben jeweils 7 Geschwister und die haben dann jeweils noch mal 3-4 Kinder. Wenn sich schon nur ein Teil trifft, wird es schon ganz schön laut, denn die Spanier reden viel und laut.

Meine Gastfamilie ist richtig lieb. Sie machen alles für mich und sind sogar mit mir nach Granada, Sevilla und Badajoz gefahren. Sie haben 4 Kinder, die aber alle schon nicht mehr zu Hause wohnen, also wohne ich hier nur mit meinen Gasteltern und der Mutter meiner Gastmutter zusammen. Abends nach den Hausaufgaben sitze ich immer noch mit ihnen zusammen beim Fernsehen (der Fernseher läuft hier fast immer, auch wenn sie nicht wirklich hinschauen) und wir unterhalten uns immer noch ewig.

Mit der Sprache läuft‘s halt leider nicht so schnell wie z.B. mit Englisch, aber ich verstehe inzwischen doch schon sehr viel, wenn auch nicht alles, z.B. in der Schule wenn alle in einer Geschwindigkeit durcheinander reden, ist das ein bißchen schwierig. Ich habe auf jeden Fall schon viel gelernt und ich denke, dass Spanisch eine Sprache ist, die man am besten lernt, wenn man selbst ins Land geht.

Eine andere neue Erfahrung ist es für mich, einmal in einem kleinen Dorf zu leben, anstatt in der Stadt. Es gefällt mir eigentlich sehr gut, ich kann überall zu Fuß hingehen, die Leute sind viel netter und offener als in einer Stadt, wo alles so anonym ist. Es ist ein ganz komisches Gefühl durch die Strassen zu gehen, die man schon auswendig kennt, man geht sie einfach jeden Tag lang, aber andererseits fühlt man sich doch irgendwie fremd.

Aber trotzdem ist es eine tolle Erfahrung, auf die ich nicht verzichten möchte. Ich bereue es auf keinen Fall mich entschlossen zu haben, ein halbes Schuljahr nach Spanien zu gehen. Ich wünsche allen, die sich auch dazu entschließen eine schöne Zeit und viele tolle Erfahrungen.

Sabine Kiessling

Villafranca de los Barros, Extremadura, Spanien

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