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Ann-Kathrin Hörster berichtet aus Valladolid (Spanien)

Weihnachten in Spanien

Als nach dem ersten Novemberwochenende in allen Straßen Sternenlichterketten aufgehängt wurden, stimmte meine Reiselektüre nicht mehr ganz. Dort wurde nämlich behauptet: „In Spanien lassen sich keine Anzeichen von Vorweihnachtszeit finden, abgesehen von dem großen Trubel um die überall präsente Weihnachtslotterie El Gordo“. Die Sternenbanner ziehen sich durch alle Straßen und auf dem großen Platz Plaza Mayor wurde ein Weihnachtsmarkt mit nostalgischen Pferdchenkarusells aufgebaut. Zwar muss man sagen , dass die Lichterketten dann erst am 1. Advent zum ersten Mal in Betrieb genommen wurden, aber auch in den Büros, Banken und den Schaufenstern der Geschäfte macht sich Weihnachten nun in Form von Krippen und Plastiktannenbäumen bemerkbar. Und mit dem Beginn des Dezembers sind dann auch die Supermärkte dazu gekommen, in den Regalen und auf „Wühltischen“ ihre Weihnachtspezialitäten zu präsentieren – welche da sind: Almendra (eine spezielle Trockenfrucht) und alle anderen auch uns bekannten Trockenfrüchte, wie z.B. Datteln, Rosinen, Pfirsiche, und Turrón (eine Art Weihnachtsgebäck, erinnert einen aber eher an ungesüßtes Karamel) in allen beliebigen Geschmacksrichtungen von Kokos(gesüßt oder ungesüßt) bis Schokolade mit Smarties.

Meine eigenen Weihnachtsbackversuche gestalteten sich allerdings eher schwierig, da hier das Backen süßer Sachen zur Weihnachtszeit in der eigenen Küche nicht so bekannt ist und es mir nicht gelang, Kokosfett und andere spezielle Backzutaten aufzutreiben. Daher hat mir meine Mutter dann ein Paket mit Kokosfett, Ausstecherle und anderen Backzutaten geschickt. Auch für das Backpapier musste ich mehr als einen Laden aufsuchen. Aber zum Schluss schmeckten meiner spanischen Gastfamilie die Plätzchen des zweiten Backversuchs sehr gut, die so manche Zutatennot überlebt haben: In unserer Küche gab es weder Messbecher noch Backpapier und ich schätzte auch die Funktionskraft des Ofens falsch ein. Auch meine Französischgruppe erfreute sich an dem „Karamel- und Bonbongeruch“, den ich frisch nach dem Backen mit ins Klassenzimmer brachte und den sie nur aus der Bäckerei kennen.

Trotzdem unterscheidet sich das spanische Geschenkefest von dem unseren. Bis heute (13. Dezember) habe ich nicht ein einziges Weihnachtslied im Radio gehört. Aber die Spanier haben da wohl ihren eigenen Rhythmus. Auch mit dem Geschenkekauf sind sie später dran – Hauptverkaufstag ist nämlich der 24. Dezember selbst. Das hat aber auch damit zu tun, dass das traditionelle Geschenkefest zwei Wochen nach dem unseren ist. Klar, das katholische Spanien hat sein Weihnachtsfest auch in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, wo die ganze Familie zum Weihnachtsessen zusammenkommt. Aber nur in manchen Familien kommt dann der Papa Noel, also der Weihnachtsmann, mit den Geschenken. Für die traditionell feiernden Familien bringen die heiligen drei Könige die Geschenke an Reyes Magos. Und für die unartigen Kinder gibt es dann anstelle der deutschen schwarzen Plätzchen essbare Kohletaler. So etwas wie den Adventskranz kennt man hier auch nicht, dafür ist in vielen Geschäften und fast allen Haushalten eine Weihnachtskrippe aufgebaut. Und auch kleinere Plastiktannenbäume (da Naturtannenbäume hier eher rar sind) lassen sich finden.

Übrigens: Auch wenn Spanien das Land des Weines ist: Glühwein lässt sich hier nicht auftreiben. Wie seltsam ist es auch, auf die Idee zu kommen, den guten Wein zu erhitzen. Man kann den Alkohol doch nicht kochen. Das meinte einer meiner Freunde zu meiner Idee, Punsch und Glühwein zu machen. Hier werden in den Straßen dann eher heiße Esskastanien verkauft mit denen man sich die verfrorenen Finger aufwärmen kann.

Feliz Navidad

Ann-Kathrin Hörster

Valladolid

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