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Birte Sterner berichtet aus Winnipeg (Kanada)

Ich bin Birte, bin jetzt 16 Jahre alt und habe das letzte Halbjahr, also von September bis Januar in Winnipeg, Canada verbracht. Dazu möchte ich jetzt ein bisschen erzählen, insgesamt habe ich so viel erlebt, dass es natürlich nicht in einen Bericht passen würde, also versuche ich jetzt einfach mal, für euch das Wichtigste rauszusuchen.

Am besten ich fange von ganz vorne an: Als es fest stand, dass ich wirklich ein Halbjahr nach Kanada gehen würde, war ich zuerst total aufgeregt und nervös und habe mich gefragt, ob es wirklich eine gute Idee war, doch als es dann an die Vorbereitungen ging, ich Schule und Gastfamilie bekam und der Abflug immer näher rückte, wurde auch die Vorfreude immer stärker und ich freute mich auch schon total auf die Zeit.

In Winnipeg angekommen, war ich erstmal ziemlich überfordert. Die ersten zwei oder drei Wochen waren wirklich anstrengend, was ja auch irgendwo Sinn macht: Ich war in einem fremden Land, lebte bei einer Familie, die ich erst einige Tage kannte, alle sprachen Englisch und es war manchmal schwer zu verstehen und da sollte ich jetzt 5 Monate bleiben? Zu dem Zeitpunkt erschien mir das wie eine unendlich lange Zeit, doch im nachhinein wäre ich gerne noch länger geblieben.

Mit meiner Gastfamilie bin ich insgesamt zwar klargekommen, optimal war es allerdings nicht, da sie sehr wenig Zeit hatten und sich nicht besonders für mich interessiert haben. Davon war ich zuerst sehr enttäuscht, wenn ich aber jetzt zurückgucke sehe ich, dass es eigentlich doch ganz gut so war, weil ich dadurch gezwungen war, selbst aktiv zu werden, Leute kennenzulernen und einfach Neues auszuprobieren, und genau das möchte man ja bei einem Highschool Jahr.

Eine Woche nach meiner Ankunft fing dann auch schon die Schule an, wieder eine neue Erfahrung. Der erste Unterschied war, dass ich 5 Kurse wählen sollte, die ich dann jeweils 80 Minuten pro Tag haben würde. Ich entschied mich also für Englisch, Mathe, kanadische Geschichte, Physik und Bio. Das hört sich jetzt vielleicht nicht so spannend an wie es immer versprochen wird, aber ich hätte tatsächlich auch Sachen wie Computerprogrammieren, Band oder Sozialkunde belegen können und war sehr enttäuscht, dass mir nur 5 Stunden zur Verfügung standen. Nach einigen Wochen bin ich dann zusätzlich noch in den Chor eingetreten, der auch als Unterrrichtsfach zählt, aber in der Mittagspause oder morgens vor der Schule probt. Apropos morgens, die Zeiten waren meiner Meinung nach sehr entspannt, die Schule fing morgens erst um 8:30am, Donnerstags sogar erst um 9:30am und ging jeweils bis 15:30pm. Es sieht dort aber wirklich so aus, dass der Lehrer redet und die mündliche Beteiligung der Schüler praktisch nicht vorhanden ist, also auch nicht für die Note zählt. Das ist aber gar nicht so langweilig wie es sich vielleicht anhört: wir haben sehr viele und lustige Vorführungen, Filme, Experimente und auch gute Tafelbilder gehabt und konnten dadurch alles super verstehen. Dafür werden häufig kurze Ankreuztests geschrieben, um zu überprüfen ob aufgepasst wurde. Die Lehrer sind superfreundlich, total offen und hilfsbereit und oft auch sehr lustig

Zuerst fand ich es schwer in irgendeiner Weise andere Schüler kennenzulernen, da an meiner Schule viele ausländische Schüler (hauptsächlich Einwanderer aus Asien) waren, und die Kanadier es somit gewohnt waren, wenn ich z.B. beim Aufstehen für die Nationalhymne zuerst nur verwirrt um mich geguckt haben. Aber dadurch, dass ich mich zu Hause bei meiner Gastfamilie sehr gelangweilt habe, war ich in gewisser Weise gezwungen auf Leute zuzugehen, was im nachhinein echt gut war, auch wenn es mir schwer fiel. Dadurch habe ich nämlich in meinem Geschichtskurs ein sehr nettes Mädchen kennengelernt, die mich auch gleich eingeladen hat, zu Crave (eine Art christliche AG) in der Mittagspause zu kommen. Überhaupt sind die verschiedenen „clubs“ dort gar nicht zu zählen, da ist wirklich für jeden etwas dabei. Durch Crave und auch im Chor habe ich dann schnell vier Mädchen kennengelernt, mit denen ich ab da immer meine Mittagspausen verbracht habe. Daraus haben sich echt gute Freundschaften entwickelt! Wir haben uns manchmal nach der Schule, hauptsächlich aber am Wochenende getroffen und gemeinsam etwas unternommen oder uns einfach nur unterhalten. Da ich eigentlich ein sehr schüchterner Mensch bin, hätte ich nie gedacht in einem halben Jahr so gute Freundinnen zu finden!! Mit allen vier schreibe ich mir immernoch (laaange :D) E-mails und mit meiner besten Freundin habe ich auch schon ein paar mal telefoniert. Das sind echt Freundschaften fürs Leben, und es ist doch schon toll Freunde in Kanada zu haben!!!

Nachmittags war nach der Schule jetzt auch nicht soo viel Zeit, aber einige Hobbys hatte ich trotzdem. Meine Freundin hat mich zu sich in die Kirche mitgenommen, was damit endete, dass ich jeden Donnerstag und Samstag mit ihr zur Jugendgruppe und Sonntags in den Gottesdienst gegangen bin. Das hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe da auch viele nette Leute kennengelernt. Eine andere Freundin hat mich überzeugt im Schul-Team „Waterpolo“ zu spielen. Ich hatte zwar keine Ahnung, was das ist, aber da ich gerne schwimme, bin ich einfach mal mit zum Training gekommen, um es auszuprobieren. Tatsächlich kam ich ohne die üblichen Try-Outs bei denen die besten Spieler ausgesucht werden, in die Mannschaft, weil sie zu wenig Mädchen hatten. Das hieß Montagsabends und Mittwochs vor der Schule Training und Sonntags Spiele gegen andere Schulen. Das hat mir nochmal gezeigt, wie wichtig es ist, einfach mal etwas neues auszuprobieren, ich hatte beim Wasserball sooo viel Spaß, beim Training aber auch einfach mit den Leuten aus der Mannschaft. Das war eine neue und wirklich lustige Erfahrung!

Zu Kanada selbst kann ich sagen, dass es ein wunderschönes Land ist! Das Klima ist mit bis zu -40°C im Winter zwar schon etwas heftig, aber wie gesagt, eine Erfahrung wert. Ich habe im Winter zum Teil mehrere Hosen übereinander getragen und hatte superdicke kanadische Stiefel und Jacke, so lässt es sich dann ganz gut ertragen.

Die Landschaft ist wirklich schön und die Kultur fand ich auch toll. Es ist auf jeden Fall anders als Deutschland und Europa, aber auch nicht ganz so verrückt wie die US Amerikaner :D (okee, wahrscheinlich habe ich den Kanadiern zu viele Vorurteile über „US people“ geglaubt :D). Spannend war auch, dass in Winnipeg wirklich viele Leute aus allen Teilen der Welt leben, man also theoretisch mehrere vermischte Kulturen auf einmal in Kanada gesehen hat. Während ich dort alles interessant und anders fand, wollten meine Freundinnen umgekehrt auch möglichst viel über Deutschland erfahren. Ich musste viel Fotos zeigen und Fragen beantworten von Sachen wie :“Gibt es in Deutschland Autos?“ bis hin zu Details zur deutschen Eishockeymannschaft, von denen ich wirklich keine Ahnung hatte. (Eishockey ist sozusagen DER Sport in Kanada). Winnipeg selbst ist jetzt nichts besonderes, eine ganz normale kanadische Stadt halt. Die einzige, aber auch wirklich tolle Attraktion war der Red River. Das ist ein schon relativ breiter Fluss, der im Winter komplett zufriert. Daraus wird dann die längste Schlittschuhlaufbahn der Welt. Es macht wirklich Spaß, einfach den Fluss kilometerweit runterzufahren. Toll fand ich auch, dass die Leute wirklich total offen und freunlich waren, z.B. hat man auf der Straße jedem Hallo gesagt, ob man ihn kannte oder nicht.

Ja, soviel erstmal zu meinem High School Aufenthalt in Kanada. Das waren jetzt nur einige wenige Sachen, ich habe wirklich wahnsinnig viel erlebt, Neues kennengelernt und auch für mich selbst viel lernen und mitnehmen können. Und auch wenn es zwischendurch schon ziemlich schwierige Zeiten gab, hat es sich insgesamt auf jeden Fall gelohnt! Wenn ich jetzt zurückdenke, würde ich am liebsten sofort noch einmal losfahren...

Also los, traut euch! Es ist ein wahnsinnig tolles Erlebnis und es lohnt sich auf jeden Fall total!

Birte Sterner

Winnipeg, Manitoba

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Meine Freunde und ich
Waterpolo
Der Red River als Eislaufbahn
 
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