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Xenia Samul berichtet aus Pitt Meadows (Kanada)

Die 8 besten Monate, die ich je hatte…

Auf diesen Tag hatte ich so lange gewartet und mich sehr intensiv vorbereitet: 2. September 2009. Heute sollte ich ein neues Leben beginnen. Nachdem ich mich von meiner Familie und meinen Freuden am Flughafen verabschiedete, wo auch ein paar Tränen flossen, befand ich mich endlich im Flieger. Nun gab es kein zurück mehr. Als das Flugzeug den deutschen Boden verließ, wurde mir erst klar, was ich hier eigentlich mache! Die Aufregung stieg und auf dem 10 stündigen Flug habe ich kein Auge zubekommen, da die Vorfreude zu groß war.

Endlich angekommen, wurden wir vom Schuldistrikt mit einem amerikanischem gelben Schulbus abgeholt, den man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Die Fahrt in den kleinen Ort Pitt Meadows dauerte etwa eine Stunde und während der Fahrt hat man sich schon ausgemalt, wie man die Gastfamilie begrüßt. Ich stieg aus dem Bus und habe meine Gastmum gesehen. Wir umarmten uns herzlich, wechselten ein paar Worte und anschließend ging es in das Haus, in dem ich meine nächsten 8 Monate verbringen werde.

Ich hätte mir keine bessere Familie vorstellen können. Meine Gastmum Cheryl hat sich wie eine Mutter um mich gekümmert und wir hatten ein sehr offenes Verhältnis. Auch mein Gastvater Doug war sehr fürsorglich. Die Erfahrung mit den Gastgeschwistern war auch einmalig. Da ich ein Einzelkind bin und in Kanada fünf Gastgeschwister hatte, habe ich auch mal ein neues Familienleben kennengelernt. Da waren Jenny (27), Meghan (21), Matthew (19), Alex (18) und die Japanerin Chizuru (16). Mit allen habe ich mich auf Anhieb super verstanden. Glücklicherweise wurde ich schon vom ersten Tag aus wie ein richtiges Familienmitglied behandelt, denn da ich mich sofort wohlfühlte, fiel auch das Heimweh weg. Das Haus war sehr groß und mein Zimmer war schön und gemütlich eingerichtet. Nach etwa einem Monat habe ich mich dann vollkommen eingelebt und endlich auch auf Englisch geträumt!

Pitt Meadows ist ein Ort, der im Südwesten von British Columbia liegt, gut eine Stunde östlich von Vancouver. Es leben etwa 40.000 Menschen dort. Der Ort ist sehr schön und genau so, wie man sich Kanada vorstellt: Viel Natur! Durch den Ort fließt der Fraser Fluss. Im September und Oktober herrschten noch sommerliche Temperaturen. In der Herbstzeit regnete es ziemlich viel, doch das ist typisch Kanada. Im Winter schneite es, allerdings leider nur für zwei Tage, worunter auch die Oympischen Spiele in Vancouver sehr litten. Vancouver ließ sich mit dem Bus in etwa 1 1/2 Stunden gut erreichen. Fährt man einmal in die große Stadt, in der man den Pazifik und gleichzeitig die Berge sieht, so verliebt man sich sofort, da Vancouver meiner Meinung nach einer der schönsten Städte ist.

Der erste Schultag war aufregend. Zur Schule hatte ich es nicht weit. Mein Fußweg dauerte 5 Minuten. Die Schule war so riesig! Und im Gebäude habe ich mich einige Male verlaufen. Im Unterricht, als die Namen aufgerufen wurden, haben sich auch erst mal alle ganz komisch umgeguckt als sie meinen Namen hörten. Aber das war auch eine gute Sache, denn so kam ich mit den Leuten ins Gespräch. Meine Fächer waren Sport, Englisch, Mathe, Französisch, Buchhaltung, Erdkunde, Physik und Sozialkunde. Das Fach Sport machte besonders Spaß, da wir öfters Ausflüge machten, z.B. ging es einmal in eine Kletterhalle oder zum Kanufahren.

Der Unterricht begann immer um 8:27 Uhr und endete um 14:37 Uhr. Am Tag hatte man 4 Blocks. Die einen vier Fächer an dem einen Tag und die anderen 4 an dem anderen, immer im Wechsel.

Das Lernen macht in Kanada generell viel mehr Spaß als bei uns in Deutschland. Die Arbeitsatmosphere ist lockerer und der Stoff ist wesentlich einfacher. Die Lehrer sind ebenfalls viel netter und entspannter. Hatte man mal keine Lust auf lernen, so konnte man schlafen, Musik hören oder essen. Im Herbst war ich in einem Cross Country Club (laufen), wo das Training immer nach der Schule stattfand. Dies war eine gute Möglichkeit, um in Kontakt mit Kanadiern zu kommen. Am Ende meines Aufenthalts war ich dann noch im Soccer Club, was auch riesig Spaß machte.

Noch heute erinnere ich mich fast täglich an die tollen Dinge, die ich in Kanada erlebt habe. An Thanksgiving (Erntedankfest) ist meine Gastfamilie mit mir nach Vancouver Island gefahren, um auf der Insel mit der ganzen Familie das Fest zu feiern. Besonders begeistert war ich von dem ganzen vielen Essen, dass aufgetischt wurde. Ein anderes Mal ist meine Gustmum mit mir für zwei Tage nach Seattle gefahren. Dort war dann Sightseeing und vor allem Shopping angesagt. Außerdem ging es öfter nach Vancouver, um alle Ecken abzuklappern, die sehenswürdig sind. Ein anderes Mal ging es mit der ganzen Familie nach Whistler, um Ski zu fahren. Dort fanden auch die olympischen Spiele statt. Weihnachten war auch toll, da die ganze Familie kam und bei uns übernachtete. Am Morgen des 25. Dezembers wurden dann die Geschenke ausgepackt, eine ganz neue Erfahrung. An Weihnachten gab es Momente, an denen man oft an die Familie zu Hause gedacht hat, aber trotzdem wird man immer durch neue Eindrücke abgelenkt, sodass man nicht lange nachdachte.

Aber nicht nur mit meiner Familie hatte ich viel Spaß, sondern auch mit den vielen Freunden, die ich kennengelernt habe. Kurz nach Weihnachten waren ein paar Mädels und ich um 4 Uhr nachts shoppen, da Winter Sale war, was immer speziell am 26. stattfindet. Es war brechend voll, aber so etwas habe ich noch nie vorher erlebt. Eine andere tolle Erfahrung war es, am 1. Januar in den Pazifik zu springen. In Vancouver findet dies jährlich statt, also wollten wir mit dabei sein. Was auch besonders zu dem tollen Jahr beitrug, waren die Olympischen Spiele. Während der Zeit fuhr man oft nach Vancouver, da die Stimmung einfach großartig war. Man bemerkte richtig den 'Canadian Spirit'. Mit einer Freundin schaute ich mir ein Hockeyspiel und eine Siegerehrung an. Diese zwei Events werde ich ganz sicher niemals vergessen. Es war einmalig !!!

Etwa einem Monat vor meiner Rückreise wurde mir so langsam klar, dass alles bald ein Ende hat. Kurz vor meiner Abreise Anfang Mai, veranstaltete meine Familie eine kleine Abschiedsfeier für mich. Die ganze Familie kam und meine Freunde waren auch da. Zusammen aßen wir das letzte Dinner. Allerdings war mir schon da zum Weinen zumute, da meine beste Zeit bald ein Ende hat.

Am nächsten Morgen wurde ich dann von meinen Gasteltern zum Flughafen gebracht. Die Stimmung war sehr traurig. Das Verabschieden machten wir kurz und schmerzlos, allerdings flossen bei allen die Tränen. Besonders gefreut hat mich, dass mir gesagt wurde, dass ich immer wiederkommen könne und immer willkommen bin. Im Flieger war ich dann mit meinen Gedanken noch in Kanada, doch als wir über Deutschland flogen, kam in mir Freude auf, da ich nicht mehr weit von meiner Familie entfernt bin. Am Flughafen wurde ich von meinen Eltern und Großeltern abgeholt. Wir sind uns alle in die Arme gefallen.

Das Einleben fiel recht schwer, da ich mich nicht abfinden konnte mein kanadisches Leben hinter mir zu lassen. Doch nach 2 Monaten war wieder alles okay. Nun ist mein Aufenthalt etwa 5 Monate her und ich habe immer noch regelmäßig Kontakt mit meiner kanadischen Familie. Entweder schreiben wir oder wir telefonieren.

Und für nächstes Jahr ist auch schon ein Wiedersehen geplant. In der Schule hat man gar keine Probleme. Eigentlich ist es gar nicht schlimm, in der 11. Klasse nicht da gewesen zu sein, da sich alle Fächer locker in einer Stunde lernen, aufholen lassen.

Ich kann jedem, der die Chance hat ins Ausland zu gehen nur empfehlen, diese auch zu nutzen, da man dort einfach eine schöne Zeit hat, die man nie vergisst und die einen für das ganze Leben prägt. Da man ein komplett neues Leben beginnt, wird man selbständiger, offener und lernt mit neuen Situationen umzugehen. Außerdem gibt es nichts einfacheres, als so schnell eine Sprache gut zu lernen. Und würde ich raten gleich für 10 Monate zu gehen. Ich habe es ein wenig bereut, dass ich nur für 8 Monate gegangen bin, da ich in meiner deutschen Schule noch in die verschiedenen Fächer reinschnuppern wollte, was ich mir auch hätte schenken können.

Meine Entscheidung, mit iSt zu gehen, fiel nach vielen Gesprächen mit Freunden, Bekannten sowie meiner Familie und Recherchen im Internet, da diese Organisation meiner Meinung nach die beste Vorbereitung, Betreuung und wirkliche Anteilnahme am Gelingen des Austauschjahres hat.

Xenia Samul

Pitt Meadows Secondary School 2009/10

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