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Marie J. berichtet aus West Vancouver/Sentinel Secondary School (Kanada)

Zu erst einmal, finde ich, dass Vancouver wirklich die schönste Stadt ist, die ich bisher besuchen durfte. Man hat einfach alles was das Herz begehrt, die Berge, das Meer und das alles direkt neben einer Großstadt! Die große Innenstadt mit vielen guten Shoppingmöglichkeiten ist von West Vancouver mit dem Bus in ca. 20 Minuten erreichbar, aber auch die Berge zum Skifahren sind direkt um die Ecke.
Ich habe während meiner Zeit in Kanada viele neue, interessante und verschiedene Leute getroffen, besonders gut habe ich mich mit den anderen Internationals verstanden (von denen es eine Menge gibt in Kanada). Man lernt andere Kulturen kennen und sieht wie die Menschen aus anderen Ländern so ticken.

Das Leben in der Gastfamilie ist natürlich nicht genauso wie das gewohnte Familienleben von zu Hause. Alles ist neu und soo anders, doch man gewöhnt sich schnell ein. Allerdings ist man viel mehr auf sich selbst gestellt. Plötzlich muss man selber losgehen und sich eine neue Zahnpasta kaufen, wenn die alte leer ist, man hat keine Mama mehr die einen überall hinfährt, wann immer man es möchte. Doch man lernt schnell, man wird immer selbstständiger und nach spätestens einem Monat sind all diese Dinge gar kein Problem mehr!

Ich habe meine Gastfamilie einmal gewechselt, weil ich mit meiner ersten Gastfamilie nicht wirklich gut klar gekommen bin. In meiner zweiten Gastfamilie wurde ich herzlich begrüßt, wir haben allerdings nicht viel miteinander unternommen, sondern uns meistens nur abends zum Dinner gesehen, da jeder seinen eigenen Tagesablauf hatte und ich überwiegend Zeit mit meinen Freunden verbracht habe.
Ich hatte während meiner Zeit in der ersten Gastfamilie eine portugiesische und eine chinesische Gastschwester, übergangsweise hatten wir auch noch zwei Brasilianerinnen. Maria, die Portugiesin, wurde über die Zeit, in der wir zusammen wohnten, wie eine echte Schwester für mich und wir haben - obwohl ich schon zurück in Deutschland bin und sie noch in Kanada ist- immer noch Kontakt und ich werde sie in den Herbstferien besuchen.
In der zweiten Gastfamilie hatte ich erst eine brasilianische Gastschwester und nachdem sie zurück nach Hause geflogen war, wohnte noch eine Chinesin mit mir in der Familie. Wie man sieht, wird man immer Gesellschaft von anderen Austauschschülern in der Gastfamilie haben.

Die Schule in Kanada ist um einiges entspannter als die Schule hier in Deutschland. Klar gibt es trotzdem Hausaufgaben und Tests, jedoch sind die Lehrer viel cooler als zu Hause. Wenn man irgendetwas noch nicht ganz versteht, wird dir alles nochmal erklärt. Auch vor oder nach dem Unterricht kann man die Lehrer noch antreffen, um sie mit noch offenen Fragen zu löchern oder um sich Rat zu holen.
Auf der Sentinel Secondary School hat man 6 Pflichtfächer und 2 "Electives".
Meine 8 Fächer waren: Maths, Social Studies, English, Academic and cultural Literacy, Science, PE (Sport) und meine 2 Electives: French und Dance. Die Fächer wurden in Day 1 und Day 2 aufgeteilt, d.h. 4 Fächer an Day 1 und die anderen 4 an Day 2. Ich persönlich habe besonders die Dance Stunden genossen, da Fächer wie diese an meiner Schule in Deutschland leider nicht angeboten werden. Es gab noch viele weitere Fächer, die man wählen konnte, z.B. Cooking, Sewing oder Photography. Aber auch die Schüler sind super freundlich, einem wird geholfen, wenn man Wörter nicht versteht oder sich in der Schule noch nicht auskennt. Man braucht also keine Angst haben ausgelacht zu werden, nur weil das eigene Englisch noch nicht perfekt ist.

Sowieso gilt die kanadische Kultur ja als die freundlichste der Welt, was ich nur bestätigen kann.
Auch mit der neuen Sprache wird man anfangs ein paar Probleme haben und es wird komisch sein die ganze Zeit nur Englisch zu reden und auch nur Englisch um sich herum zu hören, doch man gewöhnt sich schnell daran und ehe man sich versieht, spricht man auch schon Englisch als ob es das normalste der Welt wäre.

Ich habe außerdem einen Tagesausflug mit meinen Freunden nach Seattle zum Shoppen gemacht. Innerhalb von 3 Stunden Busfahrt und Grenzkontrolle ist man schon da und kann einige gute Schnäppchen machen.

Während der Winterferien habe ich Besuch von meinen Eltern und meinem Bruder aus Deutschland bekommen. Zusammen sind wir nach Whistler zum Skifahren gefahren. Das Skigebiet dort ist riesig und der Schnee war super.

Ich war 5 Monate in Kanada und für mich persönlich war die Zeit ausreichend, außerdem wollte ich gerne den Anschluss in der Schule in Deutschland so schnell wie möglich wiederfinden und nicht das Jahr wiederholen.

Vor Ort wurde man in West Van vom International Office betreut. Man konnte mit allen möglichen Problemen dort hingehen und einem wurde direkt geholfen.
Ich habe meine Zeit in Vancouver total genossen und möchte auf jeden Fall nochmal zurück kommen.

An alle, die noch am überlegen sind, ob sie sich wirklich trauen sollen ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr 'abroad' zu verbringen, TUT ES! Es lohnt sich wirklich, man macht so viele neue und tolle Erfahrungen und sieht wieder ein Stückchen mehr von der Welt. Außerdem wirst du nach dieser Zeit neue Freunde in allen Teilen der Welt haben, du wächst über dich selbst hinaus und entdeckst vielleicht sogar Charaktereigenschaften an dir, die du vorher noch gar nicht kanntest. On top kommt man natürlich noch mit nahezu perfekten Englischkenntnissen nach Hause und kann seine Mitschüler im Englisch Unterricht beeindrucken. Es ist nur empfehlenswert so einen Auslandsaufenthalt zu machen, auch wenn jetzt noch alles angsteinflößend klingen mag, sobald du einmal da bist und dich eingelebt hast, wird der neue Ort wie dein zweites zu Hause sein und am Ende möchte man am liebsten gar nicht zurück nach Hause fliegen.

Ich hoffe mein Erfahrungsbericht war aufschlussreich für dich und vielleicht wirst schon bald du zu Hause sitzen und einen Erfahrungsbericht über deinen eigenen Auslandsaufenthalt schreiben.


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Cypress Mountain
Whistler
Blick auf Downtown Vancouver
Hallway Sentinel Secondary School
Vancouver Skyline
 
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