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Julia Kluge berichtet aus Cranbrook (Kanada)

Mein Name ist Julia Kluge und ich war von September 2008 bis Januar 2009 an der Mount Baker Secondary School in Cranbrook, Kanada.

Nun ist es schon wieder 1 Jahr her als ich in Frankfurt das Flugzeug nach Cranbrook mit Zwischenstop in Vancouver bestieg. Ich war aufgeregt und hatte absolutes Fernweh, ein halbes Jahr im Ausland, eine Erfahrung die einmalig ist und ich gehörte zu denjenigen die diese Erfahrung machen dürften.

Der 10-stündige Flug nach Kanada zog sich lange hin und so legte sich auch die Aufregung ein wenig. Kaum angekommen an meinem Zielort empfing mich auch schon meine Gastfamilie. Zu Anfang fühlte ich mich noch etwas unbeholfen, denn ich wusste nicht wer diese fremden Leute waren und was ich ihnen erzählen soll, wir waren uns ja noch nie begegnet und viel wusste ich über sie und ihr Leben auch noch nicht. Auf der Fahrt in mein neues Heim für ein halbes Jahr brach dann das Eis und sie stellten mich schon mal auf alles ein was mich so erwarten würde. Meine Gastfamilie bestand aus meiner Gastmutter, welche als Verkäuferin in einem Modeladen arbeitete, meinen Gastvater, der als Pfarrer tätig war und meiner Gastschwester welche 17 Jahre alt war und Zuhause unterrichtet wurde (was in Kanada nichts Ungewöhnliches war). Ebenfalls zur Familie gehörten die drei Dackel welche ziemlich nervig waren (das waren ein paar richtige Fußhupen) und Amy, meine zweite Gastschwester, die ebenfalls Austauschschülerin war. Zusammen lebten wir in einem großen Holzhaus mit kleinem Garten. Amy und ich hatten unsere Zimmer im Untergeschoss, wo sich auch das Wohnzimmer, Büro und unser eigenes Bad befand. Auf der ersten Etage waren dann die Schlafzimmer meiner Gastfamilie, Küche, Bad und Wohnzimmer Nr.2. Insgesamt kann ich sagen, dass ich eine sehr saubere und gemütliche Unterkunft hatte.

Ich hatte erst einmal ein Wochenende um meine Gastfamilie richtig kennen zu lernen. Wir gingen Golfen und sie zeigten mir die Stadt und Umgebung. An diesem Wochenende kamen so viele neue Eindrücke auf mich zu. Man muss sich vorstellen, dass eine kanadische Stadt so ganz anders aufgebaut ist als eine deutsche. Die Häuser sind alle aus Holz gebaut, die Straßen groß und breit und speziell in Cranbrook gab es eine 2 km lange, stark befahrende Straße mit insgesamt 20 Fast Food Restaurants rechts und links. Noch dazu musste ich lernen mich an den Alltag meiner Gastfamilie anzupassen. Morgens frühstückte jeder für sich, meist Cornflakes oder Toast, mittags gab es nur einen kleinen Snack, aber auch hier jeder für sich und abends pünktlich um 6 Uhr gab es dann Dinner mit der ganzen Familie. Da mein deutscher Alltag ganz anders aussieht, konnte ich mich nie so recht mit dem meiner Gastfamilie anfreunden. Was dann auch zu meiner starken Gewichtszunahme führte. Wenn ich um 4 Uhr von der Schule kam war ich es von Deutschland gewöhnt eine warme Malzeit zu essen, deshalb aß ich auch in Kanada warm wenn ich aus der Schule kam. Doch keine 2 Stunden später war auch schon Abendessen mit der Familie, wo es ebenfalls etwas warmes, deftiges zu essen gab. Also kann man sagen: ich habe immer doppelt gegessen. Auch das Einnehmen von Frühstück und Mittagssnack alleine hat mich dazu verführt alles zu essen worauf ich Appetit hatte. Es war ja niemand da, mit dem ich mich unterhalten konnte (außer mit den Hunden) und so aß ich eben ein bisschen mehr. Ich muss ja auch sagen, das es sooo unheimlich leckere Dinge bei meiner Familie Zuhause gab – Muffins, Peanut butter, 5 Sorten Cornflakes, Cookies, etc. Drei Monate nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich übrigens mein Normalgewicht wieder erreicht.

Und dann ging auch schon mein erster Schultag auf der Mount Baker Secondary School los. Der erste Schultag war natürlich auch überwältigend und trotz meiner Nervosität meisterte ich ihn. An meiner Schule gab es noch weiter 20 deutsche Austauschschüler, dass hört sich erst mal beruhigend an – klar ist es zu Anfang leichter, sich auf deutsch zu unterhalten, als sich zu integrieren – aber letztendlich macht man ein Austauschjahr, um englisch und nicht um deutsch zu lernen.

Andere kanadische Mitschüler trifft man sehr schnell, aber nur von allein kommt auch nicht jeder auf dich zu, denn natürlich haben die Meisten ihren eigenen festen Freundeskreis und sind nicht gerade „auf der Suche“ nach neuen Freunden – nicht so wie ich es war. Doch nach 2 Wochen hatte ich dann auch schon kanadische Freunde, mit denen ich mich zum Lunch traf und im Unterricht plauderte.

Mein Schulalltag

Mein typischer Schultag begann um 8:30 Uhr. Die 90-Minuten Blöcke kamen mir anfangs sehr lang vor, aber nach einer Weile war es sehr angenehm, ein bisschen mehr Zeit im Unterricht zu haben. Dadurch ist das Arbeitsklima allgemein sehr viel entspannter als bei uns in Deutschland. An meiner Schule war es so, dass ich jeden Tag Maths, English, French und Sport hatte, doch jeden Tag in einer anderen Reihenfolge, auch hier ist das zu Anfang ziemlich langweilig, jeden Tag die selben Fächer zu haben, doch man gewöhnt sich dran. Das Fächerangebot ist sehr vielfältig und beinhaltet auch sehr viele exotische Fächer wie Marketing, Food Studies oder Drama. Ich kann nur jedem empfehlen solche Fächer zu belegen, dadurch lernt man die Schule mal von einer ganz anderen Seite kennen. Nach den ersten beiden Schulstunden hatte ich dann um ca. 12.30 die große, einstündige Lunchpause, in der man seine Freunde zum Essen und Plaudern traf. Danach hatte man dann wieder 2 Schulstunden und um 15.15 Uhr war dann die Schule zu Ende.

Nun waren also alle anfänglichen Bedenken verflogen und ich konnte mich auf die ersten Eindrücke meiner Lehrer und die vier Fächer Maths, English, Sport und French konzentrieren. Meine kanadische Schule hatte diesen typischen „High School Musical Charm“, die große Cafeteria, die Schließfächer eines jeden einzelnen Schülers, die Klassenräume mit ihren Einzelplätzen und dieses stressfreie Feeling. Mit der Sprache gab es bei mir eigentlich zu keinem Zeitpunkt Probleme. Ich konnte alles gut verstehen und mich auch gut verständigen, sowohl in der Schule als auch in meinem neuen Zuhause.

Wie ich meine außerschulische Zeit verbracht habeMeistens bin ich mit meinen kanadischen Freunden nach der Schule noch in die kleine Einkaufsmall gegangen und wir haben erst mal bei Starbucks Kaffee getrunken und sind durch die Shops geschlendert. Außerdem war ich auch im Rugbyteam meiner Schule, welches sich einmal in der Woche getroffen hatte und zusammen nach der Schule trainierte. Anschließend ging es per Bus nach Hause. Ich hatte eine Monatsbusfahrkarte und war dadurch recht mobil. Dann wurden Hausaufgaben gemacht, denn ja, auch diese Plage gibt es in Kanada. Dann gab’s auch schon bald um 6 Uhr Abendessen und danach wurde meist zusammen DVD geschaut. Dass meine Gastfamilie kein „öffentliches Fernsehen“ (also keine Kanäle) hatte hat mich, ehrlich gesagt, ziemlich gestört hatte, denn ohne TV-Programm wusste ich ja nicht, was in der Welt so los war und mich hatte wirklich interessiert wie so das kanadische Fernsehen „aussieht“ und was es für Kanäle gibt. Glücklicherweise habe ich öfters mal bei kanadischen Freunden ferngeschaut oder abends im Fitnessstudio, wo ich mich angemeldet hatte um ein bisschen Sport abends zu Treiben und um fern zu schauen.

In der Winterzeit hieß es dann für mich Snowboarden zu lernen. Einen Ort weiter gab es gleich eine große Skipiste und da ich schon Skifahren konnte, wollte ich etwas Neues ausprobieren. Ich habe mir also ein gebrauchtes Snowboard beim An- und Verkauf gekauft und habe mich mit einer Freundin auf die Piste gestellt. Ich kann euch sagen, sich selbst Snowboarden beizubringen ist super schwer, aber ich habe es gemeistert. An den Wochenenden und nach der Schule bin ich also mit Freunden zur Piste gefahren und wir sind alle Pisten runter gesaust, auch bei Dunkelheit. Allgemein habe ich mich nie in meiner Freizeit gelangweilt!
Aufgrund der ca. 50 internationalen Austauschschüler aus aller Welt (China, Brasilien, Korea, Mexiko etc.) an der Mount Baker Secondary School, organisierte die Schule Ausflüge extra für uns. Ende September zum Beispiel sind wir alle zum River Rafting gegangen und sind auf dem Fluss durch die unglaubliche Landschaft Kanadas gefahren. Wir besuchten den Banff Nationalpark und sahen Seen die himmelblau waren. Außerdem sind wir zur Weihnachtszeit auf den Weihnachtsmarkt gegangen, waren im Skigebiet Fernie Skifahren und haben Halloween gefeiert.

Weihnachten

Nun möchte ich euch noch erzählen wie ich das schönste Fest im Jahr in Kanada verbracht habe. Die Weihnachtstraditionen Kanadas ähneln denen in den benachbarten USA: die eigenen Häuser werden üppig und liebevoll mit zahllosen Lichterketten geschmückt, in den Vorgärten werden beleuchtete weihnachtliche Figuren wie Santa Claus und seine Rentiere, beleuchtete Tannenbäume oder leuchtende Sterne aufgestellt. In unserem Vorgarten hatten wir leider keine solche Plastikfiguren von Santa Claus und Co., jedoch war unser Haus von außen (und von ihnen) mit unzähligen Lichterketten beschmückt. Das Wohnzimmer war der am üppigsten dekorierte Raum des Hauses. Verschiedene Weihnachtsbäume in jeder Ecke des Raumes und jeder mit einer anderen Bedeutung - Schneemannbaum, Süßigkeitenbaum und natürlich der traditionelle Weihnachtsbaum, wo die Geschenke drunter gelegt werden. Dann war endlich Heiligabend (Christmas Eve), welcher in Kanada eine geringere Rolle spielt als bei uns in Deutschland. Bevor ich abends mit meiner Gastfamilie in die Kirche ging, war ich noch mittags mit einer Freundin Schlittschuhlaufen im Park, in dem extra eine Eisfläche zum Schlittschuhfahren konstruiert wurde. Der Gottesdienst an Heiligabend war dann ähnlich wie bei uns in Deutschland. Meine Gastschwester Amy, meine 2 Freundinnen und ich saßen zusammen in der Kirche und sagen eifrig Weihnachtslieder mit („Stille Nacht“) und sahen dem doch nicht ganz traditionellen Krippenspiel zu. Wenn ich mich recht erinnere, ging es in dem Krippenspiel um „Peanuts und Snoopy“ und wie diese Weihnachten mit ihren Freunden verbringen. Ein sehr untypisches Weihnachtskrippenspiel aus meiner Sicht. Die eigentliche Bescherung, die wir Deutschen kennen, erfolgt erst am nächsten Morgen. Traditionell hängen die Kinder am 24. abends Strümpfe an den Kamin, die der "Weihnachtsmann" Santa Claus am nächsten Morgen hoffentlich mit Geschenken befüllt hat. In meiner Gastfamilie war es ähnlich, aber da hingen die Strümpfe nicht am Kamin, sondern lagen ebenfalls unterm Weihnachtsbaum.

Um ca. 9 Uhr bin ich also am ersten Weihnachtstag (Christmas Day) aufgestanden und auf einen Wunsch hin hat meine Gastmutter zum Frühstück Pancakes gemacht. Ich muss sagen, dass diese in Wirklichkeit tausendmal leckerer aussehen als sie sind, aber vielleicht lag es auch an den Kochkünsten meiner Gastmutter. Um 10 Uhr war dann endlich die Bescherung. Meine Gasteltern schenkten mit und Amy Kanada T-Shirts, Bildbände von Kanada und viele Süßigkeiten. Das Besondere an diesen Süßigkeiten war, dass sie aus Amys und meinem Heimatland kamen. So bekam ich zum Beispiel Hanuta, Ritter Sport Schokolade und Kekse aus Deutschland, worüber ich mich sehr gefreut habe. Am Mittag gab es dann das große Christmas Dinner mit großem Truthahn *lecker*. Das also war mein Weihnachten in Kanada.

Alles in allem, wenn ich im nachhinein auf diese Zeit zurückblicke, möchte ich nichts davon missen und kann jedem Jugendlichen raten, diese große Chance zu nutzen und sich für einen Auslandsaufenthalt zu entscheiden und dabei alle neuen Eindrücke zu genießen und auf die Menschen offen zuzugehen. Ihr werdet es nicht bereuen!!!

Mein persönlicher Rückblick

Was war sehr gut:Rocky Mountains, Skifahren, SnowboardenGastschwester aus Chinaorganisierte Ausflüge mit den internationalen SchülernMonatsbusfahrkarte, wodurch ich super mobil warKoordinatoren, welche die Austauschschüler bei Problemen mit Gastfamilie unterstützen oder die Ausflüge mitgeplant habenWas war weniger gut:sehr viele deutsche Austauschschüler (gefühlte 50% der Internationals)nur 4 Unterrichtshauptfächer im Schulhalbjahrmein Verhältnis zur Gastfamilie war nicht immer optimal. Sie haben wenig mit mir unternommen. Ich hätte allerdings auch leicht wechseln könnenwenig von British Columbia gesehen (wäre gerne nach Calgary gefahren oder zu den Heißen Quellen)
Was ich hätte besser machen können:aktiver den Kontakt zu den Kanadiern suchenmehr Wahlfächer nutzen in denen man aktiver mit anderen Leuten zusammen arbeiten muss (Food Studies, Art, Drama etc)den Wunsch äußern, in eine Gastfamilie mit Kleinkindern zu kommen (aktiveres Familienleben).

Julia Kluge

Mount Baker Secondary School, Cranbrook, British Columbia 2008/09

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