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Carina Rembeck berichtet aus Saltspring Island (Kanada)

In den letzten Tagen habe ich so viel über Canada nachgedacht, allein schon deshalb weil ich vor genau einem Jahr dort drüben war, und so viele tolle Erfahrungen gemacht habe, die ich jetzt versuche mit euch zu teilen damit ihr vielleicht den Ansporn oder den Reiz bekommt und euch für einen dieser Aufenthalte ermutigt.

Angefangen hat bei mir alles so wie es sich glaub ich niemand vorstellt. Ich kam in Victoria an und hatte dieses große Abenteuergefühl im Bauch und war so wahnsinnig nervös all diese neuen Dinge zu erkunden und endlich mit meinem Abenteuer, dem ich so lange entgegengefiebert habe, zu beginnen. Ihr werdet es ja selbst noch fühlen… Ich stand also dort mit meinen zwei riesen Koffern und habe nach meiner Gastmom Ausschau gehalten, die ich bis dahin von einem einzigen Foto und zwei Mails gekannt habe. Nur war sie dort nicht, alle anderen Internationals waren schon wieder weg mit ihren Gastfamilien nur ich war irgendwie noch dort. Herausgestellt hat sich später dass meine Mom die Fähre verpasst hatte aber bald kam und mich mit nach Hause genommen hat. Allein schon der Weg mit der Fähre nach Salt Spring Island ist der absolute Wahnsinn. Diese wunderschönen vielen kleinen Inseln, so viel grün und blau, und so viel Idylle, ich hätte niemals gedacht, dass mir sowas gefallen würde.

Die nächsten Tage waren jedoch alles andere als irgendein schöner Traum, sondern für mich schon das erste wirklich ernsthafte Problem das ich lösen musste. Bei meiner Gastmutter und mir hat nichts gestimmt. Ich bin nicht der Mensch, der 24 Stunden lang mütterliche Aufmerksamkeit braucht, aber am Anfang in einem neuen Land ist es schön mit jemand zusammenzuwohnen der einen herumzeigt, Interesse für dich zeigt und einfach ein bisschen da ist. Ich war viel alleine und habe lange nachgedacht bis ich mich entschlossen habe dass das so nicht weitergehen kann und ich meine Gastfamilie ändern muss. Am ersten Schultag schon, habe ich mit Sheri geredet, die für diesen ganzen Austausch vor Ort zuständig ist und so etwas wie die Mama für alle traurigen Internationals ist. Sheri hat sofort eine neue Familie für mich gefunden, die wie die Faust aufs Auge passte.

Das Eingewöhnen in die neue Schule habe ich mir auch ein bisschen anders vorgestellt, am Anfang sind neue Freundschaften eben noch oberflächlich. Aber keine Angst: wenn ihr auch was dafür tut ändert sich das ganz schnell und nach ein paar Wochen kennt ihr schon die ganze Schule.

Das Verhältnis zu den Lehrern ist ganz anders und viel persönlicher als bei uns. Jeder Lehrer will, dass du gute Noten schreibst und kommt vielleicht sogar am Samstag zum gemeinsamen Lernen in die Schule. Ich hätte selbst nie gedacht, dass Lernen so viel Spaß machen kann. Dort macht man einfach viel mehr in einer Gemeinschaft und jeder kümmert sich um dich und darum, dass es dir gut geht. Salt Spring Island ist bis jetzt die schönste Insel und in der schönsten Umgebung die ich je gesehen habe. Dieser kleine Fleck auf dem gerade mal 12.000 Leute wohnen lässt jeden sich willkommen und bald auch zu Hause fühlen.

Die Zeit vergeht so schnell, also versprecht mir, jede einzelne Sekunde so gut auszunützen wie möglich. Und vor allem die Zeit mit der Gastfamilie. Dass es nämlich zu Hause immer gut läuft liegt vor allem daran, dass man auch mal zu Hause ist, mit den kleinen Gastbrüdern spielt oder einfach nur mal zusammen fernsieht. Mit meiner Gastmom hatte ich eine ganz besondere Beziehung. Sie war wie eine Mama, die mir gesagt hat was OK ist und was nicht, aber auf der anderen Seite auch wie eine richtig gute Freundin. Wir waren öfter mal zusammen shoppen, einmal in Vancouver mit dem Wasserflugzeug was richtig super war. Am Anfang hat sie mir so einiges verboten, was mich total wahnsinnig gemacht hat, weil man natürlich am liebsten überall wäre aus Angst was zu verpassen, was ich aber später auch verstanden habe, weil sie erstmal Vertrauen zu mir aufbauen musste und sie hatte ja auch eine gewisse Verantwortung gegenüber meinen Eltern hier zu Hause. Nach einem Monat aber, als sie meine Freunde kannte und wusste wie ich so bin, hat sie mir fast „blind“ vertraut und mir wirklich viel erlaubt, jedoch immer nur wenn sie wusste wo ich bin.

Wie schon gesagt: die Zeit verging so schnell dass es plötzlich schon Januar war und an Weihnachten habe ich erfahren dass mich mein Papa abholen kommt, was ich mir gewünscht hatte. Vor Canada habe ich gesagt, dass ich auf keinen Fall will, dass mich jemand abholen kommt, aber nach ein paar Monaten war ich so stolz auf das, was ich mir auf der anderen Seite der Welt aufgebaut habe, dass ich unbedingt wollte, dass das jemand sieht. Ich weiß es noch wie heute. Am 29.Janaur war’s endlich soweit, ich bin mit der Fähre nach Vancouver um meinen Papa zu holen. Die ersten Tage waren wir auf der Insel, noch zu Hause bei meiner Gastfamilie. Ich habe ihm die Schule, die Insel, meine Freunde und alles in meiner Umgebung gezeigt. Es war irgendwie komisch auf einmal jemanden aus meiner alten Welt in meiner eigenen, neuen Welt zu haben, in der ich vor allem so selbstständig geworden bin … Die letzten Tage haben wir in Whistler und Vancouver verbracht, was meines Erachtens ein Wahnsinnsabschluss dieser Wahnsinnszeit war.

Die Eingewöhnung zu Hause war nicht sehr leicht. Ich habe mich sehr verändert, war es gewohnt immer selbstständig zu sein und alles selbst zu regeln und auf einmal war meine Mama wieder da. Mit meiner Schwester war es auch nicht gerade einfach. Sie hatte sich daran gewöhnt, ein halbes Jahr Einzelkind zu sein und auf einmal war die große Schwester wieder da. Aber jetzt, nach dem halben Jahr, das ich jetzt schon wieder da bin, kann ich nur sagen, dass ich nichts bereue! Auch schulisch gibt es gar kein Problem, obwohl ich bei einem halbjährigen Aufenthalt dann doch eher zum zweiten Semester raten würde.

Ich wünsche euch gaaaaanz gaaaaanz viel Spaß, genießt eure Zeit, seid immer offen für Neues, denn dann werdet ihr die besten Dinge erfahren. Macht’s gut und so schnell ihr schaut sitzt ihr auch schon hier und schreibt und schreibt und schreibt. ENJOY EVERY SINGLE SECOND!!!!!

Carina Rembeck

Gulf Islands Secondary School, Salt Spring Island, British Columbia, August 2008 – Januar 2009

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