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Lena Sch. berichtet aus L Oie (Frankreich)

145 Tage FrankreichSchon fast drei Monate ist es jetzt her, dass ich wieder zuhause bin. Es geht fast so schnell vorbei, wie mein Auslandsaufenthalt in Frankreich. 5 Monate habe ich im Land der hohen Türme, der Croissants und der Mode verbracht und gelernt, dass man viel mehr mit diesem Land verbinden kann, als die üblichen Vorurteile.

Am 27.Januar ging es für mich los, erst mal mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Paris. Abschied war angesagt, als ich kurz vor der Zollkontrolle mit meinen Eltern, meiner Schwester und meiner besten Freundin stand. Die letzten Wochen und Monate hatte es für mich kaum noch ein anderes Thema gegeben als die Abreise. Ich wollte am Ende nur noch, dass es endlich losging. Dass mein Abenteuer beginnt. Natürlich gingen mir dann doch noch Zweifel durch den Kopf, aber absagen, nein, das kam für mich nicht mehr in Frage und ich war doch auch so gepannt.

Ende November hatte ich die Info über meine Gastfamilie erhalten. Gleich Kontakt per Facebook und Mail aufgenommen. Ich sollte meine Zeit in Frankreich im Département „La Vendée“ verbringen, in einem kleinen Dorf namens L´Oie, eine Stunde entfernt von Nantes und in der Nähe der Atlantikküste. Ich würde in einer Familie sein, die selbst drei Kinder haben. Zwei davon waren schon alt genug und schon ausgezogen, eine Gastschwester, Clarisse, würde mit mir zusammen im Haus leben. Mit ihr habe ich gleich per Facebook geschrieben, was mir sehr viel Anspannung genommen hat. Auch die ersten Kontakte per Mail mit meiner Gastfamilie waren sehr positiv. Ich freute mich auf meine neue Familie im Ausland. Nachdem dann doch tränenreichen Abschied saß ich endlich im Flugzeug und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr mein Herz geschlagen hat vor Vorfreude und Aufregung.

In Paris angekommen,erwartete mich erst mal ein Vorbereitungscamp übers Wochenende mit anderen Jugendlichen aus der ganzen Welt. Meine Zeit in Frankreich fing an und ich redete mit den vielen Neuseeländern, Australiern und Kandiern mehr englisch als französisch. Es war superschön in Paris, wir haben die bekanntesten Orte der Stadt besucht, den Eiffelturm, Notre Dame oder die Champs Elysees und noch mal viele Infos über unseren bevorstehenden Aufenthalt erhalten.

An diesem Wochenende habe ich auch die Frau kennengelernt, die mich während meiner 5 Monate in Frankreich betreuen würde. Sie kam mir gleich sehr sympathisch vor. Sie kannte meine Gastfamilie schon und erzählte mir auch nur Positives, was mir auch noch mal sehr viel Anspannung nahm.
Sonntags dann, kurz vor der Abfahrt des Zuges nach Nantes, saß ich dann da mit all den Andren und wir machten uns große Gedanken, wie wir denn jetzt unserer Gastfamilie entgegentreten sollten, was wir sagen und wann wir die Gastgeschenke übergeben sollten. Ich kann euch nur als Tipp geben: Macht euch nicht zu viele Gedanken! Geht einfach in die Situation rein und versucht das Beste daraus zu machen.

Die erste persönliche Begegnung mit meiner Gastfamilie verlief gut. Die Franzosen sind ja ein sehr offenes Völkchen und zur Begrüßung gab es eine Umarmung und Küsschen auf die Wange. Da fühlt man sich gleich mal aufgenommen. Zuhause angekommen – und ich sage zuhause, weil für mich Frankreich wie ein zweites Zuhause geworden ist – habe ich erst mal eine Hausführung bekommen und war erst mal mit meiner Gastmama Dominique allein. Wir haben den Alltag besprochen (Aufstehen, Busabfahrt, Essenszeiten..) und uns einfach unterhalten um uns etwas kennenzulernen.

In den ersten vier Wochen Frankreich war ich insgesamt nur 3 Tage in der Schule. Das lag daran, dass es einmal oft schneefrei von der Schule gab, ich gleich mal total krank war (durch den Stress und die Umstellung) und dann hatten wir 2 Wochen Winterferien. Ich bin mit meiner Gastfamilie nach Strasbourg bzw. ins Elsass gefahren um dort die Hochzeit meines Gastbruders vorzubereiten,die ich auch noch mitfeiern würde.

Allgemein bin ich mit meiner Gastfamilie viel in Frankreich rumgekommen. Sie hatten ein Wohnmobil und wir sind öfters mal übers Wochenende ans Meer gefahren, waren an Ostern in Mont Saint Michel (wunderschön!) oder haben Freunde besucht. Meine Gastfamilie hat mir so viel ermöglicht. Ich habe mich supergut mit allen verstanden. Anfangs als ich in der Schule noch nicht so viel Anschluss gefunden hatte, hat mich meine Gastschwester öfters mal mit zu ihren Partys oder Freunden mitgenommen, was mir auch außerhalb der Schule Kontakte eingebracht hat. Meine Gasteltern haben mir auch anfangs angeboten, sie Papa und Mama zu nennen, was ich nicht gemacht habe, aber trotzdem ist meine französische Gastfamilie für mich wie eine zweite Familie geworden und ich vermisse sie alle schrecklich.
In der Schule habe ich schnell Anschluss gefunden und habe auch Freundschaften mit Leuten geschlossen, mit denen ich jetzt noch Kontakt halte und die auch vorhaben, mich jetzt im Winter hier in Deutschland zu besuchen. Der Schulalltag in Frankreich ist schon eine Umstellung im Gegensatz hier zu Deutschland. Ich hatte viermal die Woche bis 17 bzw. 18 Uhr Schule, nur mittwochs haben in Frankreich alle Schüler um halb eins Schule aus. Dass ist der Tag an dem alle ihren Hobbys nachgehen. Es war schon sehr anstrengend. Vor allem die ersten Wochen war ich schon durch die Sprache allein so müde und kaputt,ich bin immer sehr früh ins Bett. Anfangs war ich auch viel zu sehr damit beschäftigt, mich in meinem neuen Alltag zurechtzufinden und Anschluss zu finden, sodass ich wirklich fast keine Zeit hatte, meine Familie zu vermissen.

Allgemein habe ich versucht einfach das Beste aus meiner Zeit in Frankreich zu machen. Es gab zum Beispiel auch viele Vorstellungen die ich anfangs von meinem Aufenthalt hatte,die aber dann enttäuscht wurden,damit muss man auch klarkommen und die Situation eben so nehmen wie sie ist und das Beste daraus machen. Am besten hat man kaum irgendwelche Erwartungen,dann wird man auch nicht enttäuscht.

Mir war von Anfang an klar, dass ich meine Familie und Freunde in Deutschland vermissen würde. Vor allem meinen Freund, der auch im Ausland war, allerdings 10 Monate, das war auch noch mal eine Umstellung von dem gewohnten Alltag, in dem man sich noch von dem Trennungsschmerz ablenken konnte ins neue Ungewisse. Ich habe per Skype (nur zu empfehlen!) und auch per Post Kontakt nach Deutschland gehalten. Manchmal hat es mir sehr geholfen mit meiner Familie zu skypen, wenn ich sie gerade mal total vermisst habe, manchmal hat das aber auch alles nur viel schlimmer gemacht. Das muss jeder für sich selbst herausfinden, wie es für ihn am Besten ist.

Die 145 Tage Frankreich vergingen so schnell! Klar gab es immer wieder Tage, an denen ich meine Familie total vermisst habe oder an denen ich nur noch nach Hause wollte, aber das gehört eben auch dazu. Und das hat mir nur gezeigt, wie wichtig mir meine Familie und mein Leben hier in Deutschland ist und wie sehr ich es doch schätzen kann. Das ist vor allem eine Sache die ich während meiner Zeit in Frankreich gelernt habe.

Ich würde meine Zeit in Frankreich nie missen wollen! Ich bin froh, jetzt wieder hier zu sein, hier in Deutschland mein Abitur machen zu können (ich persönlich bevorzuge unser deutsches Schulsystem) und meinen Alltag mit meinen Freunden und meinem Liebsten wiederzuhaben. Trotzdem denke ich noch gerne zurück, schaue mir die Fotos oder mein Tagebuch an oder skype mit meinen französischen Freunden und meiner Gastfamilie.

Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens nach Frankreich zu gehen und ich bin so froh, dass mir meine Eltern das ermöglichen konnten. Ich habe so viel gelernt,nicht nur sprachlich sondern auch für mein Leben. Ich habe ganz sicher vor,nach der Schule noch mal ins Ausland zu gehen, vielleicht zurück nach Frankreich, vielleicht auch nach England. Mein Fernweh ist auf jeden Fall geweckt,die Lust neue Leute, andere Kulturen und einen neuen Alltag kennenzulernen.

Ich kann euch nur empfehlen, nutzt die Gelegenheit, wenn ihr sie habt und versucht das Beste aus allem zu machen. Ihr werdet eine wunderschöne, aufregende Zeit erleben, die ihr bestimmt nie vergessen werdet und auf deren Erfahrungen und Erinnerungen ihr immer zurückgreifen könnt.

Lena Sch.

L’Oie, Frankreich

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Le Tour Eiffel
Mont Saint Michel
Meine Gastfamilie und ich
 
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