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Janina A. berichtet aus Kopenhagen (Dänemark)

Wenn man es sich mal überlegt, ist so ein Auslandsjahr eigentlich eine ziemlich verrückte Geschichte. Ein Jahr weg von allem was man kennt? In ein fremdes Land in dem man höchstwahrscheinlich noch nie war, dessen Sprache man nicht spricht, wo man niemanden kennt? Das klingt doch wahnsinnig oder? Aber eigentlich ist es überhaupt nicht so schlimm wie es anfangs klingt. Die genauen Gründe warum man in ein Auslandsjahr aufbricht, lassen sich nicht so leicht benennen wie man glaubt. Meistens ist es ein Mix aus Neugier auf fremde Kulturen, Interesse an einer neuen Sprache, einfach mal wegzukommen von dem was man kennt, wo man sein ganzes Leben lang gelebt hat oder auch einfach Abenteuerlust. Im Endeffekt gibt es für ein Auslandsjahr aber viele Argumente. Man lernt, selbstständig in vollkommen fremder Umgebung zurecht zu kommen. Man lernt sich auf Unbekanntes einzulassen und anfangs völlig fremde Menschen als Freunde und Familie lieben zu lernen, auf sie zu vertrauen. Kurz gesagt, man lernt ein Leben innerhalb eines Jahres aufzubauen und später damit umzugehen sich in dieses Leben zurückzuwünschen.

Nun hat man, wenn man sich für ein Auslandsjahr entscheidet, unzählige Möglichkeiten an Ländern in die man gehen kann. Die meisten wählen eher ‚normale‘ Länder, meist englischsprachig wie die USA oder Australien. Dabei ist vielen nicht bewusst, was für eine riesige Auswahl es heutzutage gibt! Manchmal fühle ich mich mit meiner Länderwahl Dänemark total langweilig, weil es Leute gibt die nach Indien, Ghana, Japan, Bolivien, Mexiko, Indonesien, Russland, Island, China, Serbien, etc. gehen. Es gibt so viele Länder auf der Welt, da ist die Frage weshalb ich Dänemark gewählt habe durchaus berechtigt. Leicht zu beantworten ist sie deshalb trotzdem nicht. Auch in Dänemark wurde mir diese Frage sehr oft gestellt. Mit der Zeit habe ich eine Standardantwort entwickelt: ”Es hat sich irgendwie richtig angefühlt“. Ich wollte unbedingt mehr über das kleine Land nördlich von Deutschland erfahren, denn es wird tendenziell eher als langweilig abgestempelt, wie anders soll es dort denn sein? Die Antwort darauf ist, es ist dort durchaus anders. Nur sieht man diese Unterschiede nicht bei einem zweiwöchigen Urlaub in Skagen oder an der Westküste, nein, man muss in das dortige Leben eintauchen, und bereit sein diese Unterschiede zu suchen. Gefunden habe ich einige. Zum Beispiel an Weihnachten gab es einige Kuriositäten. Als ich zum ersten Mal gehört habe, dass die Dänen um den Weihnachtsbaum tanzen und singen, habe ich gedacht ‚Die spinnen doch, die Dänen‘ und mir das ganze entfernt wie Rumpelstilzchen vorgestellt. Tatsächlich sind wir aber singend Hand in Hand die ganze Familie um den Weihnachtsbaum gelaufen und das Ganze war eine schöne Erfahrung die ich in Deutschland so nie hätte machen können.

Dann gibt es in Dänemark natürlich noch die Schule, welche einen recht großen Bestandteil des Lebens darstellt und natürlich auch zum Auslandsjahr dazu gehört. In Deutschland heißt es immer dass die skandinavischen Länder sehr gute Schulsysteme haben. Also dachte ich (recht naiv wie sich später herausstellte), dass dänische Schule sehr anspruchsvoll ist. Pustekuchen – in der ersten Mathestunde in der 12. Klasse haben wir gelernt, wie man richtig multipliziert und dividiert und die Punkt-vor-Strich-Regel gelernt. Ich saß in der Klasse drinnen und dachte ich sehe nicht recht. Im Rückblick war es allerdings doch ganz nützlich weil ich dann die ganzen Basisbegriffe auf Dänisch lernen konnte. Man muss allerdings dazu sagen, dass ich das echte dänische System nur drei Monate miterlebt habe, denn dann habe ich Klasse gewechselt. Meine Schule bietet nämlich neben dem dänischen Abschluss auch noch das IB (International Baccalaureate), also das internationale Abitur an. Und in genau so eine Klasse bin ich gewechselt, jedoch nicht auf Grund der Sprache, sondern weil es keinen Platz mehr in anderen dänischen 11. Klassen gab, ich bin nämlich von der 12. in die 11. gewechselt. Das internationale Abitur ist wegen der Internationalität auf Englisch, denn in meiner Klasse waren viele, die sprachen kein oder nur wenig Dänisch. Das System des IB ist dem Deutschen schon wieder einiges ähnlicher, zumindest was das Niveau anbelangt. Für mich war das aber gut, weil so habe ich jetzt in Mathe keine allzu großen Lücken.

Bei einem Auslandsjahr wohnt man selbstverständlich auch nicht in einem Hotel oder dergleichen, denn man soll und will ja die Kultur des Gastlandes miterleben. Dies geht am besten wenn man in einer einheimischen Familie wohnt. Meine dänische Familie besteht ganz traditionell aus Gastvater, Gastmutter, einer Gastschwester die zu dem Zeitpunkt in Kanada als Austauschschülerin war, und zwei Gastbrüdern, 14 und 11, welche in einem Haus in einem Vorort von Kopenhagen leben.

Wenn es um Freunde geht, können echte Skandinavier etwas hart zu knacken sein, was ich bei meiner ersten Klasse erfahren habe. Wenn man dann aber diese Menschen geknackt hat und man sie als Freunde bezeichnen kann, dann sind es echte Freunde und nicht nur oberflächliche Bekanntschaften. Meine zwei besten Freundinnen aus Dänemark werden mich im Februar besuchen kommen und für ihre Sommerferien haben sich auch ein paar Freunde angekündigt, die mich besuchen wollen. Ich selbst war in den Herbstferien schon wieder zu Besuch in Dänemark und fahre mit meiner Familie in den Osterferien nach Kopenhagen. In meinen Sommerferien möchte ich wieder nach Dänemark fliegen und dort für circa drei Wochen mit in die Schule gehen. Darauf freue ich mich schon sehr, denn wie das bei Freunden ist, vermisst man sich gegenseitig auch. Zum Glück gibt es heutzutage Facebook und Skype und ich habe das Glück dass ich mir ein Nachbarland Deutschlands ausgesucht habe wo man recht schnell und günstig hinkommt.

Nun als letzten Punkt noch zur Sprache. Vielleicht fragt ihr euch, wie man eine fremde Sprache so einfach lernen kann, aber das kann ich selbst nicht mal beantworten. Ich habe einfach versucht herauszufinden, was man mir mitteilen wollte und irgendwann hat es *klick* gemacht und ich habe es verstanden und konnte antworten. Wenn man in eine Umgebung kommt in der viel Englisch geredet wird kann es schwer sein sich zu überwinden und die andere Sprache zu sprechen, wo man doch das bekannte Englisch hernehmen kann. Aber diese Überwindung ist es wert, denn ich spreche jetzt fließend Dänisch und das wo ich vorher kein Wort konnte.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass falls jetzt der eine oder die andere überlegt, ein Auslandsjahr zu machen, dann sage ich euch, macht es, es ist es wert. Es gibt Zeiten, in denen man einfach den Kopf unter die Decke stecken und nicht wieder rauskommen möchte, aber diese Zeiten gehen vorbei und die darauffolgende Zeit ist dafür doppelt so schön. Wenn man dann wiederkommt hat man Freunde und Familie in einem anderen Land und wer kann das schon von sich behaupten? Es gibt ein Zitat, das wie ich finde das Auslandsjahr beschreibt und perfekt trifft. „Ein Austauschjahr ist wie eine Fahrt mit der Achterbahn. Zuerst will man unbedingt damit fahren und ist sehr fasziniert von der Vorstellung, dann geht es schnell. Man muss einsteigen und dann kommen die ersten mulmigen Gefühle. Dann gibt es Hochs und Tiefs. Aber es wechselt dann sehr schnell. Am Ende ist man ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist, ein bisschen stolz, dass man es überlebt hat, erfreut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und eigentlich würde man am liebsten sitzen bleiben und noch mal fahren.“

Janina A.

Kopenhagen

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Signierte Flagge Abschiedgeschenk meiner Freunde und Klasse
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