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Carina Gramer berichtet aus Melbourne (Australien)

Drei Monate Down Under

Das Abenteuer meines Lebens begann im Januar. Zusammen mit meinem Vater fuhr ich an den Flughafen in Frankfurt, wo wir schließlich die ganze Gruppe von iSt, mit der ich nach Australien fliegen sollte, trafen. Dazu gehörte auch meine Freundin Annika, die ein halbes Jahr in Australien, etwa 40 Kilometer von mir entfernt, verbringen würde. Obwohl beim Abschied unserer Eltern natürlich trotzdem Tränen vergossen wurden und wir mit noch verweinten Augen, jedoch Hand in Hand, durch die Sicherheitskontrolle liefen, war es schön und tröstend, nicht allein zu sein.

Auf dem langen und anstrengenden Flug (im Airbus A380!) befand ich mich in einem Gefühlschaos. Einerseits war ich, wie schon die letzten Tage vor meiner Abreise, aufgeregt und freute mich wahnsinnig auf mein neues Leben in Australien, auf der anderen Seite der Welt. Andererseits jedoch begann ich zu realisieren, dass dies nun nicht länger ein Traum oder eine Vorstellung war, sondern endlich Wirklichkeit wurde. Natürlich bekam ich dann doch Angst davor, dass die mir bevorstehende Zeit möglicherweise doch nicht ganz so toll werden würde, wie ich mir das erhofft hatte. Warum wollte ich denn überhaupt weg von Zuhause? Hatte ich es dort denn nicht gut? Aber für diese (rhetorischen) Fragen war es natürlich längst zu spät…

Am Flughafen würde mich die ‚Exchange Students Coordinater‘ Linda abholen, was mir meine Gastmutter schon in einer E-Mail berichtet hatte. Obwohl ich mich darauf vorbereitet hatte, war ich trotzdem etwas enttäuscht, als in Melbourne alle anderen aus der Gruppe ihren Gastfamilien in die Arme fielen, während ich noch auf Linda wartete, die etwas zu spät kam. Dafür bin ich ihr, als sie dann ankam, umso erleichterter in die Arme gefallen.

Die Dinge, die mir am meisten zu schaffen machten, waren zum einen natürlich der Jetlag und zum anderen die drückende Hitze (38°), die schon um 9 Uhr morgens herrschte. Zuhause hatten wir etwa -10° Grad gehabt… Trotzdem war die Autofahrt zum Haus meiner Gastfamilie unglaublich – ich sah mich völlig fasziniert um: Sonne, Strand, Palmen und selbst Straßen und Häuser sahen dort so ganz anders aus als bei uns in Deutschland. Es fühle sich an, als wäre ich gerade in meinem Traumurlaub angekommen.

Meine Gastfamilie bestand aus Minni, meiner Gastmutter, und ihren Kindern Steph, die kurz zuvor 18 geworden war, und Kurt, 14. Die ersten 2 oder 3 Tage waren jedoch etwas anstrengend, da der Zeitunterschied mir und vor allem meinem Körper weiterhin sehr zu schaffen machte und da gerade Ferien waren, waren sowohl Steph als auch Kurt fast nie zu Hause, sondern schliefen bei Freunden oder ihrem Vater, der von meiner Gastmutter getrennt lebte.

Doch nach diesen ersten wenigen Tagen begann meine Zeit dort wirklich. Am Freitag vor dem letzten Ferienwochenende trafen sich alle Austauschschüler und auch neuen Schüler in der Schule, um allgemeine Informationen zu bekommen und ihre Kurse zu wählen. Gleich in den ersten paar Minuten lernte ich eine Brasilianerin, Maria, kennen, mit der ich mich auf Anhieb super verstand und die dort meine beste Freundin werden würde. Wir beide waren in Year 12, dem Abschlussjahrgang, zusammen mit nur einem deutschen Jungen. Die meisten anderen Austauschschüler waren in Year 11, worüber ich, um ehrlich zu sein, echt froh war, da ich ja Australier und nicht beispielsweise Deutsche kennen lernen wollte. An dem Tag machten Maria, ein paar andere Austauschschüler und ich uns auf den Weg, um die Schuluniform zu kaufen, Melbourne zu erkunden und an den Strand zu gehen. Auch das folgende Wochenende verbrachten wir alle zusammen.

Die australischen Schulen sind in vielerlei Hinsicht ganz anders als diejenigen in Deutschland, aber eines ist natürlich überall gleich: Die Schüler kennen sich untereinander und haben sich längst zu Cliquen zusammen geschlossen. Manche Austauschschüler hatten sich von Anfang an erhofft, dass alle Australier auf sie zustürmen würden, doch natürlich ist das nicht ganz so. Es gab und gibt viele andere Austauschschüler und wird auch in Zukunft noch viele geben, weshalb der Einzelne nichts allzu ‚Besonderes‘ mehr darstellt. Aber keine Angst, das heißt natürlich nicht, dass das etwas Schlechtes wäre!

Ich fühlte mich von Anfang an wie eine ‚normale‘ neue Schülerin, habe andere angesprochen, bin auf sie zugegangen, auch wenn das natürlich manchmal etwas Überwindung erforderte, weil ich mir in manchen Momenten fast aufdringlich vorkam. Doch darüber sollte man sich keine Gedanken machen! Denn innerhalb einer Schulwoche hatte ich schon viele Freunde gefunden, eine feste Clique, mit der ich die Pausen und Wochenenden verbrachte.

Auch meine Gastgeschwister sah ich nun jeden Tag und vor allem mit Steph, meiner Gastschwester, verstand ich mich super. Nach der Schule sahen wir meist zusammen fern und unterhielten uns, da die Australier nach dem langen Schultag unter der Woche für gewöhnlich nicht allzu viel unternehmen. Manchmal gingen wir aber auch ins Shopping-Center, ins Kino oder nach St. Kilda, meinem Lieblings-Stadtteil von Melbourne, in dem sich der kleine Freizeitpark ‚Loona Park‘ befindet und das ‚St. Kilda Festival‘ stattfand, auf das wir zusammen gingen.

Anders an australischen Schulen ist beispielsweise natürlich die Schuluniform, die alle gleich aussehen lässt und sogar das Verbot von Schmuck und Nagellack mit einbezieht. Aber bald gewöhnt man sich auch daran und ich war später oft glücklich darüber, mir morgens im Halbschlaf einfach die Schuluniform überziehen zu können und nicht über die Kleidung nachdenken zu müssen. Auch die Fächerauswahl ist ganz anders als bei uns: Sie ist weit gefächert und reicht von ‚Food-Technology‘ (Kochen) über ‚Drama‘ bis hin zu ‚Visual Communication‘ (entspricht etwa Werbedesign). Es ist dort jedoch nicht einmal Pflicht, einen der drei verschieden schweren Mathe-Kurse zu besuchen. Für Austauschschüler gibt es normalerweise den ‚English As A Second Language‘(ESL)-Kurs, doch wenn dieser für einen nicht anspruchsvoll genug ist, kann man den ‚normalen‘ Englisch-Kurs genauso gut besuchen. Auch die Lehrer selbst verhalten sich anders als diejenigen an deutschen Schulen. Die Schüler dort haben ein offenes und sehr herzliches Verhältnis zu ihren Lehrern, die auch bei privaten Problemen immer für die Schüler da sind.

Die Schule, auf die ich ging, das Brighton Secondary College, ist in vier verschiedene Häuser eingeteilt, so ähnlich wie bei Harry Potter, die bei Sportveranstaltungen wie den ‚Swimming- Sports‘ oder Turnieren der Teams (ich war beispielsweise im Softball-Team) getrennt voneinander sitzen und die Punkte der Siege für ihr Haus sammeln. Diese haben auch verschiedene Farben, in denen man sich zu den Events (ver)kleidete, was den Teamgeist und Zusammenhalt aller Schüler meiner Meinung nach super stärkt. Das Training unserer Softball-Mannschaft fand leider nicht allzu oft statt, weshalb ich mich nach noch einer anderen Sportart umsehen wollte…

Zusammen mit Maria fing ich also an, jeden Montagmorgen vor der Schule an den Strand zu radeln und sowohl Ballett- als auch Jazzdance-Stunden zu nehmen. Dort lernten wir noch mehr nette Leute und die Umgebung kennen und bekamen sogar noch reichlich Bewegung.

Freunde und Bekannte fragen mich oft, ob ich denn einmal in Sydney oder Tasmanien war. Jedes Mal muss ich verneinen, da mir das aufgrund der Schule ja nicht möglich war. Jedoch verbrachte ich erst eine Woche mit der Schule auf Philipp Island, wo das Year 12 Camp stattfand; später war ich mit zwei Freunden für ein Wochenende noch einmal dort. Wenn man Glück hat, sieht man an abgelegenen Stränden bei Sonnenuntergang kleine Pinguine – wir hatten aber leider kein Glück. Mit meiner Freundin Annika aus Deutschland machte ich die Great Ocean Road Tour, die unglaublich toll und auf jeden Fall sehenswert ist! Man fährt einen Tag lang die Great Ocean Road entlang, sieht Sehenswürdigkeiten wie die 12 Apostel, die London Bridge oder auch einen kleinen Regenwald und fährt durch wunderschöne kleine Surfer-Orte. Und schließlich, in den zweiwöchigen Ferien am Ende des Terms, ging ich zusammen mit der Organisation meiner brasilianischen Freundin Maria für anderthalb Wochen nach Neuseeland. Obwohl ich mich beide Male überwinden musste, machte ich sowohl Skydiving als auch einen Bungee-Sprung. Wenn ihr die Möglichkeit habt, nach Neuseeland zu kommen: Es lohnt sich! Vor allem, weil es dort sowohl eine tropische Natur als auch wunderschöne Seen gibt, die aussehen, als lägen sie irgendwo in Europa.

Und auch wenn drei Monate eine wirklich kurze Zeit sind, muss ich noch einmal sagen, dass ich viele richtig gute Freunde gefunden habe. Vielleicht liegt das auch an der Mentalität der Australier, die wirklich sehr offen, tolerant und entspannt sind – ganz im Gegensatz zu uns meist reservierten Deutschen. Einer meiner besten australischen Freunde, Josh, hat letzten Monat für zwei Wochen bei mir gewohnt, nachdem er mich überraschend zu meiner Geburtstagsparty besucht hatte. Die brasilianische Maria habe ich wiederum über Silvester für zwei Wochen in Rio besucht, was ein weiteres unvergessliches Erlebnis war. Auch heute noch, mehr als ein Jahr nach meiner Rückkehr aus Melbourne, habe ich Kontakt zu meinen dort engsten Freunden und schreibe regelmäßig mit ihnen. Es lohnt sich, den Kontakt nicht abbrechen zu lassen, sondern aufrecht zu erhalten! Dank Facebook beispielsweise ist das heutzutage ja auch nicht mehr allzu schwer.

Was euch all diese Beschreibungen und Erzählungen mitteilen sollen, ist, dass eure Zeit in Australien im Gegensatz zu der Zeit derer, die dort wohnen und leben, leider begrenzt und (ganz egal, wie lange sie andauert) auf jeden Fall zu kurz sein wird, weshalb ihr sie nutzen solltet, so gut ihr könnt. Tut auch manchmal Dinge, die ihr zu Hause vielleicht eher nicht tun würdet, traut euch, Fremde anzusprechen und auf sie zuzugehen! Erkundigt nach Ausflügen oder organisierten Reisen, um möglichst viel zu sehen, auch wenn der Schulalltag das meist schwer macht. Und vor allem: Genießt jeden Tag und seid euch bewusst, dass diese Erfahrungen und Erlebnisse euch niemand mehr nehmen kann, auch wenn sie bald schon wieder Vergangenheit sein werden!

In einem Jahr, nach meinem Abi, werde ich auf jeden Fall noch einmal nach Melbourne zurückgehen. Für wie lange das sein wird, ob für ein paar Monate oder noch viel länger, das lasse ich einfach auf mich zukommen…

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Vor dem loona park
Kang
Brighton Sec College
Skydiving
Australische Kängurus
Sonnenuntergang
 
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