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Julia Paetz berichtet aus Melbourne (Australien)

Ich war von Juli bis Dezember zu Gast in Melbourne, einer wunderschönen und vielfältigen Großstadt.

Allein der Flug nach Australien ist schon eine kleine, aufregende Reise für sich und gar nicht so schlimm. Mitten im australischen Winter landete ich dort morgens um sechs Uhr. Der „International Coordinator“ von meiner Schule holte mich vom Flughafen ab und ich kann mich noch genau erinnern, wie ich im Morgennebel in einem kalten Auto auf der linken Seite der Straße durch dieses für mich noch fremde Land fuhr und die ganzen neue Eindrücke in mich aufsog. Es war der Beginn eines neuen Lebens und ich fand es klasse.

Meine Gastfamilie wohnte in einem bescheidenen aber gemütlichen Haus im „Stadtteil“ Wantirna. Ich fühlte mich von Anfang an wohl mit meinen zwei Gasteltern und meiner 12 Jahre alten Gastschwester. Sie haben mich wirklich sehr nett aufgenommen. Leider konnten sie nicht viel mit mir unternehmen. Gerade zu Anfang möchte man alles sehen. Glücklicherweise fing die Schule bald an, sodass ich viele neue Leute kennen lernte. Meine Schule hieß „Wantirna College“. Zu Beginn fühlte ich mich etwas einsam, besonders in den Pausen. Doch schon nach einigen Tagen hatte ich nette Kontakte zu Mitschülern geknüpft.

Meine Gasteltern waren immer sehr beschäftigt. Sie waren sehr aktiv in ihrer Kirche, was mich persönlich nicht gestört hat. Ich bin ein paar Mal mit in die (hoch moderne) Kirche gegangen und hab immer brav meine Hände für die Tischgebete gefaltet. Aber so verbrachte meine Gastfamilie ihre Wochenenden damit in die Kirche zu gehen oder neue Einrichtungen zu kaufen, da sie vorhatten das Bad und die Küche zu renovieren. Eines Tages hieß es plötzlich, dass wir wegen der Renovierungen ausziehen müssten, jedoch wussten meine Gasteltern nicht so recht wohin genau. Nach langem Gerede haben wir schließlich beschlossen, dass es besser wäre, wenn ich zu einer anderen Familie ziehe.

Nach zwei Monaten des Eingewöhnens stand also ein neuer Umbruch bevor. Jedoch hatte ich Glück. Meine zweite Gastfamilie wohnte nur wenige Minuten von der Schule entfernt, im Gegensatz zu meiner ersten, wo ich jeden Morgen eine halbe Stunde laufen musste.

Die Familie bestand aus einem älteren Ehepaar und einer Austauschschülerin aus China, die auch auf meine Schule ging. Meine Gasteltern Les und Vera, beide Anfang 60, waren sehr liebenswürdige Menschen und waren nichts im Vergleich zu meinen ersten Gasteltern. Sie haben mit mir Späße gemacht, mit mir bzw. uns zwei Mädchen gekocht und mich wirklich ins Herz geschlossen, so wie ich sie. Das hat man auch gemerkt, indem sie mich ab und zu in den Arm genommen haben und mich nicht wie eine Fremde aus Deutschland behandelt haben, sondern wie eine Tochter.

Meine Gastschwester Shuang lebte zu dem Zeitpunkt schon seit zwei Jahren bei dieser Familie. Sie war ein toller Gesprächspartner für mich. Wir konnten uns über unsere Kulturen oder über unsere Erfahrungen in Australien, sowie die Schule dort unterhalten.

Außerdem gehörten diesem Haushalt auch zwei Katzen an und das nächste Shoppingcenter war auch nur einige hundert Meter entfernt. Die zwei längst ausgezogenen Kinder meiner Gasteltern, Tony und Tanya, kamen auch öfters zu Besuch. Beide waren sehr interessante Menschen, die schon viel von der Welt gesehen hatten, und waschechte Aussies waren, wie ihr Vater Les. Er ist im Busch von Queensland aufgewachsen und konnte mir viele Geschichten erzählen. Außerdem hatte er immer einen Witz auf Lager und es fiel ihm nicht schwer mich aufzuheitern. Meine Gastmutter Vera kam eigentlich aus der Ukraine, lebt aber seit ihrem fünften Lebensjahr in Australien. Ich lebte also in einem sehr multikulturellen Haushalt!

Ende September hatten wir zwei Wochen Ferien. Die australische Partnerorganisation vor Ort, WEP, hat für 12 Tage eine „Outback Safari Tour“ angeboten. Da meine Gasteltern natürlich arbeiten mussten (meine Gastmutter hatte einen Beautysalon im Haus!) und nichts mit mir unternehmen konnten, wollte ich unbedingt bei dieser Tour mitmachen. Ich hab mich also angemeldet und bin schließlich mit einigen anderen Schülern aus Melbourne nach Alice Springs geflogen, wo wir den Rest der Truppe aus anderen Teilen Australiens getroffen haben. Insgesamt waren wir etwa 100 Jugendliche, hauptsächlich aus Deutschland, Italien und Belgien. Einige kannte ich sogar schon vom Hinflug. Wir waren mit drei Bussen im Outback unterwegs, waren beim Kings Canyon und am Ayers Rock, haben auf Campingplätzen gezeltet und einmal sogar unter freiem Himmel geschlafen. Unser Endziel war Melbourne. Deshalb haben wir Stopps eingelegt, z.B. in Coober Pedy und in Adelaide für eine Nacht. Ich hatte unglaublich viel Spaß und habe so viel gesehen und erlebt. Ich würde jedem empfehlen so eine Reise mitzumachen, falls er die Gelegenheit dazu hat.

Ehe ich mich versah, war es auch schon Ende Oktober. Aber ich wollte noch so viel unternehmen. Also habe ich mir die übrigen Wochenenden gut eingeteilt und so viel unternommen, wie möglich. Ende November war „Exam Week“, wo die Abschlussprüfungen geschrieben wurden. Einmal mussten alle noch mal in die Schule kommen, um ihr Zeugnis abzuholen, außerdem wurde gegrillt, es gab Eis und eine Versammlung aller elften Klassen. Ich wurde sogar vom Schuldirektor nach vorne gerufen und mir wurde ein Geschenk von der Schule überreicht. Später habe ich mich auch von meinen Lehrern verabschiedet und von einigen Mitschülern. Ich habe diesen Tag als sehr schön in Erinnerung, da ich gemerkt habe, wie viele nette Leute ich kennen gelernt habe!

In den letzten zwei Wochen unternahm ich viel mit Freunden und genoss das schöne Wetter. Eine Freundin aus meiner Spanischklasse hatte sogar eine Abschiedsparty bei ihr zu Hause organisiert. So konnte ich mich gebührend von allen Freunden verabschieden und Unmengen von Abschiedsgeschenken entgegennehmen.

Als ich wieder zurück nach Deutschland fliegen musste, war ich traurig, glücklich und nervös. Eigentlich wollte ich gar nicht gehen, aber auf der anderen Seite war ich darauf eingestellt nun wieder zurückzugehen und wollte meine deutsche Familie und meine Freunde wieder sehen. Als ich endlich im Flugzeug saß, nachdem wir auch meinen Koffer mit zehn Kilo Übergepäck mitgekriegt hatten, habe ich alles Revue passieren lassen und konnte einfach nicht glauben, was ich alles erlebt hatte.

Es war meine ganz eigene Erfahrung, die zwar keiner mit mir teilen kann, die mir aber auch keiner nehmen kann. Also habt keine Angst und stürzt euch in das Abenteuer eures Lebens!!

Mit vielen lieben Grüßen

Julia Paetz

Wantirna College, Melbourne, Victoria

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Athletics Day an meiner Schule...
Meine zweite Gastfamilie...
Uluru/Ayers Rock
Abschiedsfoto...
Mit meiner Spanischlehrerin...
 
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