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Alina Biermann berichtet aus Adelaide (Australien)

„Australia is about as far away as you can get. I like that” – A. Benjamin

Jaa, Andre Benjamin hat Recht mit seinen Worten. Australien liegt schon ziemlich weit weg. Australien, das liegt nicht mehr auf unserem Kontinent oder wenigstens der Erdhalbkugel, ganz zu schweigen von der Zeitzone.

Nein, Australien, das ist anders. Das ist am anderen Ende der Welt. Das ist nicht so wie Europa. Australien ist fremd, das ist einzigartig. Das ist für viele Surfen, Aboriginies und Kängurus. Doch es ist viel mehr als nur das.

Ich hatte das Glück, die letzten sechs Monate in diesem wunderschönen, vielseitigen und aufregenden Land verbringen zu dürfen. Die Entscheidung für einen Auslandsaufenthalt hatte ich schon früh getroffen, doch dass es mich eines Tages nach ´Down Under’ verschlagen würde, hätte niemand gedacht und am allerwenigsten ich selbst. Doch wie das Schicksal es so wollte, saß ich am 15. Juli im Flieger in die Stadt Adelaide im Bundesstaat South Australia. Und das war die beste Entscheidung meines Lebens. Hier würde ich die nächsten sechs Monate zusammen mit meinen australischen Gasteltern und zwei jüngeren Gastgeschwister sowie diversen Haustieren (Hund, Echse, etc.) verbringen.

Vor meiner Abreise wurde natürlich erst mal die Adresse gegoogelt. Das war schon die erste echte Überraschung. Sollte Google Earth Recht haben, würde ich die nächste Zeit genau eine Querstraße vom Meer entfernt wohnen?

Und tatsächlich. Als ich nach 26-stündigem Flug müde, aber glücklich von meiner Gastfamilie am Flughafen in Empfang genommen wurde, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus! Der endlos lange Strand, die superliebe Familie und dann die Nähe des Hauses zur Stadt, der Schule und den Shoppingmalls. Das alles zu verarbeiten, dauerte natürlich 2-3 Tage, doch ich habe mich sehr schnell an diese ‘neue‘ Welt gewöhnt.

Bereits in der folgenden Woche nach meiner Ankunft hieß es für mich auch schon: Erster Schultag an der Henley High School. 1200 Schüler, 5 Minuten vom Strand entfernt, ’unendlich’ viele Schulfächer.

Ich habe mich letztendlich für die Fächer Mathe, English as a second language (das war Englisch für alle Nicht-Muttersprachler), P.E. for girls, Health Education (Aufklärung über richtige Ernährung, gesunde Lebensweisen, erste Hilfe, etc.), Drama (Theater), Chemie, Design und Französisch entschieden.

Zusammen mit fünf weiteren Deutschen, einer Norwegerin, einer Schwedin, einem Italiener und einem Brasilianer begann für mich nun der erste der beiden Terms, die ich an der Schule verbringen würde.

Am Anfang war es komisch, da sich gefühlte 10.000 Augenpaare auf uns richteten, immerhin waren wir die einzigen, die nicht in rot-grün-karierten Faltenröcken mit grauem Poloshirt und grünem Pulli oder einem grün-weiß-karierten Kleid (bzw. die Jungs in Polo und Hose) über den Schulhof liefen.

Allerdings war die Uniform im Uniformshop schnell besorgt (im Übrigen auch noch eine Sportuniform, die aus rotem Polo und grüner Hose bestand) und am nächsten Tag sahen wir dann auch aus wie alle anderen.

Schule ist ganz anders als wir es hier aus Deutschland kennen. Im Gegensatz zu unserem Schulbeginn morgens um zehn vor acht, gehen die Australier die Sache etwas gemütlicher an. Schule beginnt hier erst um viertel vor neun mit ‘Care Group‘:

Da in Australien - wie in der deutschen Oberstufe - das Kurssystem gilt, gibt es Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8:45 bis 9:00 Uhr so eine Art ´Stammkurs´ oder ‘Hausklasse‘, in der alle wichtigen Dinge besprochen bzw. die neuesten Stories ausgetauscht werden. Um 9:00 Uhr beginnt dann die erste ‘Lesson‘. Statt unserer 45 Minuten dauern die Stunden dort 90 Minuten. Allerdings gibt es nur drei am Tag und zwischen den Stunden gibt es immer 20-30 Minuten Pause. Schluss ist dann um 15:10 Uhr.

Neue Leute kennenzulernen ist wirklich nicht schwer. Die meisten der Schüler waren sehr interessiert, fragten wer wir seien, woher wir kämen, wie lange wir blieben und ob es uns bis jetzt so ‚bei ihnen’ gefiele. Letzteres konnte ich definitiv bejahen.

Obwohl es nur winterliche 10 Grad waren, ich erst eine Woche da war und das Meer natürlich noch viel zu kalt war, hatte ich mich bereits in das Land und seine wundervollen freundlichen Menschen verliebt.

Der australische Zusammenhalt und die Identifikation mit dem eigenen Land sind unglaublich beeindruckend. Dies konnten eine deutsche Freundin und ich besonders beim Abschlussspiel der ‚Adelaide Crows’ spüren. Die Crows sind die örtliche Footballmannschaft. Football, der neben Cricket als australischer Nationalsport zählt, begeistert alle Altersgruppen. Das Spiel an sich ist wirklich spannend. Anders als beim American Football laufen die Spieler beim Australian Football nicht mit Helm und Schonern durch die Gegend, sondern eher in einer Art Fußballtrikot. Zum Glück hat ‚unser’ Team dann auch noch haushoch gewonnen und selbst 20 Minuten nach Spielende stand noch niemand auf, sondern alle feierten die Mannschaft und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, mittendrin zu sein, ein Teil dieser großen Gemeinschaft sein zu dürfen.

Schneller als gehofft, waren schon die ersten zehn Wochen vorbei und die Frühlingsferien da. Mittlerweile wurde es auch langsam sommerlicher, wenn auch die Aussies uns immer wieder versicherten, 28 Grad wären noch gar nichts. Naja, Ansichtssache!

Einen Teil der Ferien verbrachte ich in Australiens roter Mitte, dem Outback:

„Look at the sunrise in the morning, the sunset in the afternoon and the moonrise at night. If those things don’t unwind you nothing will” – J. Hayes

Zusammen mit 20 anderen internationalen Schülern aus Adelaide, einem sehr lustigen Tour Guide (ein waschechter Aborigine, der super viel über sein Land erzählen konnte und dem seine Lebensfreude in jeder Sekunde anzumerken war) und einer weiteren Tourbegleiterin machten wir uns morgens um 6 Uhr auf den Weg. An das frühe Aufstehen mussten wir uns die nächsten Tage gewöhnen. 6 Uhr war eigentlich noch recht spät im Vergleich zu den folgenden Tagen.

Durch die Flinders Ranges, über Cooper Pedy bis nach Alice Springs sollte die 8-tägige Tour uns führen.

In den Flinders Ranges erlebten wir gleich am zweiten Tag eine echte Überraschung. Als wir so auf den Bus am Straßenrand warteten, sahen wir auf einmal keine 10 Meter von uns entfernt 3 Kängurus. Und das sollten nicht die letzten gewesen sein.

Den zweiten Abend schliefen wir nicht mehr in Betten, sondern direkt in Schlafsäcken unter dem freien Sternenhimmel. So viele Sterne gibt es wohl nirgendwo sonst. Beeindruckend!

In der Opalstadt Coober Pedy, wo wir am dritten Tag hinfuhren, hatten wir abends die Möglichkeit, ein kleines Babykänguru auf den Arm zu nehmen und das klassische Didgeridoo zu spielen. Ein kleines Känguru auf dem Arm zu haben, ist sicherlich eine Erfahrung, die man nie vergisst.

Doch in das ‘eigentliche‘ Outback, wie man es aus dem Fernsehen kennt, fuhren wir erst am vierten Tag. Morgens um 4 Uhr machten wir uns auf zum weltberühmten Uluru (oder auch Ayers Rock) im Herzen Australiens. Auf zu dem großen roten Stein irgendwo im Nirgendwo.

Allerdings ist dieser große rote Stein nicht einfach nur groß und rot. Von dem Uluru geht eine Stimmung aus, die man eigentlich nicht beschreiben kann. Etwas Faszinierendes, Fesselndes, fast schon Magisches. Das klingt merkwürdig, doch erst am Uluru ‘versteht‘ man, meiner Meinung nach, wirklich das Land Australien. Um halb 5 mussten wir aufstehen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Doch das machte nichts. Denn die Stimmung, die nicht nur uns als Gruppe gemeinsam verband, sondern auch jeden einzelnen dem Land ein Stück näher brachte, ist schwer erklärbar und doch prägend.

Überhaupt kann man sagen, dass die Reise ins Outback mich persönlich verändert hat. Sieben Tage ohne Bett und anständige Dusche, völlig verdreckt durch den ganzen Staub und von Fliegen zerstochen.

Und doch absolut glücklich und erfüllt. Man lernt, sein ‚normales’ Leben zu schätzen, den kleinen Dingen im Leben mehr Bedeutung zu schenken und gleichzeitig auch anderen Dingen weniger Wertschätzung zu geben, denn obwohl es acht Tage weder Handyempfang noch Internet gab, wurde es nicht langweilig. Im Gegenteil: Diese Sachen erschienen auf einmal nebensächlich und unbedeutsam.

Nach meiner Rückkehr nach Adelaide nahm ich meine verbleibende Zeit des Schüleraustausch Australien noch intensiver wahr. Langsam begann die Strandsaison. Nach der Schule ging es nicht nach Hause, sondern direkt Richtung Strand.

Obwohl gerade am Henley Beach viele Haie gesehen werden, habe ich selbst keinerlei Bekanntschaft mit den Tieren gemacht. Dafür allerdings mit Delfinen. Nicht selten kam es vor, dass es auf einmal „Look! Dolphins!“ hieß, und schon konnte man ca. 15 Meter weiter mehrere kleine graue Rückenflossen an der Wasseroberfläche sehen.

Ende November begannen dann in der Schule die Examen. Ich musste insgesamt 4 Stück in den Fächern Englisch, Mathe, Chemie und Französisch schreiben und danach war das Schuljahr quasi vorbei. Für uns Internationals gab es zwar ein zweiwöchiges Programm, das durch die Schule organisiert wurde, allerdings durften wir aber auch privat etwas mit Freunden unternehmen.

Am Ende des Schuljahres wurden wir in der Abschlussassembly verabschiedet und mussten dort vor der Schule eine Rede halten.

Auch wurde uns hier nochmal bewusst, wie die sechs Monate uns alle verändert hatten und wie sehr die Familien, unsere Freunde und insgesamt die komplette Zeit uns fehlen würden.

Auch wenn es mittlerweile stark auf Weihnachten zuging, war von Weihnachtsstimmung nicht viel zu spüren.

Die Australier schmückten zwar schon alle eifrig ihre Häuser und in den Kaufhäusern wurde fleißig ‚Let it snow, let it snow, let it snow’ gespielt, doch wirkliche Weihnachtsstimmung kommt bei 38° C einfach nicht auf, auch wenn es interessant war, die Weihnachtsvorbereitungen am anderen Ende der Welt miterleben zu dürfen.

Jedoch stellte sich auch langsam schon der Abschiedsschmerz ein, denn ich würde noch vor Weihnachten das Land verlassen.

Viel zu schnell kam der Tag der Trennung. Familie und Freunde begleiteten mich zum Flughafen und nach zahlreichen Tränen war diese unvergessliche Zeit auch schon vorbei. Allerdings kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es nur ein Abschied auf Zeit ist.

Denn obwohl ich nun schon 2 Monate zurück in Deutschland bin, habe ich immer noch regelmäßig Kontakt zu meiner zweiten Familie und meinen anderen Freunden.

“In miles apart, never in heart”- Unbekannt

Und die Sicherheit, ein zweites Leben ganz woanders zu haben ist ein verdammt gutes Gefühl. Ich kann jeden, der mit dem Gedanken spielt, selbst ins Ausland zu gehen, nur dazu ermutigen, es zu tun. Man kommt als jemand anderes zurück und ist um so viele Erfahrungen und persönliche Eindrücke reicher.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Bericht meine Erlebnisse näher bringen und stehe natürlich auch gerne bei Fragen als Ansprechpartnerin zur Verfügung!

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