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Kristina B. berichtet aus Sunshine Coast (Australien)

Hauptsache weg – am besten ans andere Ende der Welt! Ausbrechen aus dem Alltag, neue Erfahrungen machen, die fremde Kultur kennenlernen, unabhängig sein.

Ich fing ein halbes Jahr vor dem Abflug am 7. Juli an, die Tage zu zählen, und obwohl mir meine Freunde einen unvergesslichen Sommer in Deutschland gemacht hatten, fiel mir der Abschied nicht besonders schwer. Ich zitterte vor Aufregung voller Hoffnungen, Erwartungen, Fernweh – lag vor dem Abflug nächtelang wach und träumte von meinen drei Monaten in Australien.

Ich hatte mich für die Sunshine Beach State High School in Queensland entschieden – die Schule überzeugte mich durch ihre Fächerwahl (Mode, Tanz, Theater – genau das was ich wollte) und ihre Lage: knapp 10 Minuten zu Fuß zum Sunshine Beach, einem der besten Surfspots in Queensland, direkt an der Sunshine Coast in der kleinen Stadt Noosa mit wunderschönem National Park und Bilderbuchstränden.

Meiner Gastfamilie gegenüber war ich anfangs zugegeben etwas skeptisch – der Mailkontakt war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber letztendlich war meine Gastfamilie einfach überragend. Also: keine Panik machen, wenn es so läuft und trotzdem unvoreingenommen bleiben. Oft liegen die Dinge anders als sie sind.

Nach dem Flug über Singapur hatte ich endlich australischen Boden unter den Füßen. Es folgte eine rasende, einstündige Autofahrt mit Elvis-Kassetten, die heiße Sonne durch die Autofenster. Stechend blauer Himmel, keine einzige Wolke. Dann: Der lange Strand der Sunshine Coast, menschenleer. Das unendliche Meer, im sattesten Blau, das ich je gesehen habe. Es war noch schöner als ich es mir ausgemalt hatte.

„Zuhause“ in Noosa angekommen, empfingen mich meine Gasteltern und meine brasilianische Gastschwester mit offenen Armen, ich fühlte mich aufgehoben und willkommen. Das Haus war wunderschön, asiatisch eingerichet. Meine Schwester und ich teilten uns ein Badezimmer, mein gemütliches Schlafzimmer richtete ich selbst etwas ein. Es gab einen Pool (leider unbeheizt) neben der überdachten Terrasse, und einen riesigen Garten mit Chili- und Ananasbüschen, Maracuja-, Zitronen- und Bananenbäumen.

Abends aßen wir zusammen Dinner, redeten über den Tag, über unsere Pläne, über Rugby, Formel 1, Footie, über Essen, über den Unterschied zwischen unseren Kulturen: Meine Gastmutter war aus den Philippinen, mein Gastvater Engländer aus Wales, meine Gastschwester aus Brasilien, ich bin halb deutsch, halb thailändisch und wir waren alle in Australien – genug Gesprächsstoff. Mein Gastpapa ärgerte mich liebend gerne wegen meinem Vegetarismus („You’re crazy! We only have crazy people in our house, can’t believe it!“), meine Gastmama war einfach die Süßeste überhaupt und machte den leckersten Schokokuchen der Welt, meine laute Gastschwester ging mir ab und zu gewaltig auf den Nerv wegen ihrem lauten Portugisisch-Skypen – und doch: ich schloss sie alle schnell in mein Herz.

Genauso wie Noosa. Noosa ist ein herrlicher Ort zum Urlaub machen, kein Wunder bei diesen Traumständen, dem National Park, der entspannten Atmosphäre! Das Leben spielt sich hauptsächlich an der Main Beach ab und der großen Shoppingstraße, der Hastings Street. Zugegeben, es ist ein kleines St. Tropez – für die Schönen und etwas Betuchteren. Noosa an sich ist nicht so groß, nur ziemlich auseinandergezogen; mit dem Bus kann man aber jeden Stadtteil ohne Probleme erreichen. Wenn man gefragt wird, woher man kommt, sagte man Noosa Waters, the Junction, Tewantin, Noosa Heads/at Hastings, Sunrise Beach oder Sunshine Beach.

Es war Juli, australischer Winter und noch frisch. In den ersten Tagen weigerte ich mich strikt gegen den Vorschlag meiner Gastmama eine Heizung in mein Zimmer zu stellen – „A heater? Never ever! I’m in Australia!“ –nahm dann aber doch dankend an, weil es nachts wirklich kaaaaalt war, denn die Häuser sind schlecht isoliert und die Wände ziemlich dünn. Ich musste immer vor mich hin grinsen, wenn ich abends im Bett wach lag und meinen Gastvater im Wohnzimmer nebenan aus vollem Halse mit „Go, Brisbane Broncos! Go!“ sein Rugbyteam anfeuerte.

Ich versuchte surfen zu lernen (schief gelaufen), ging so oft es ging an den Strand, ließ mich von der Sonne wärmen, wurde braun, ging in Noosa Waters joggen und schwamm im Meer, obwohl es mit 15° noch ziemlich kalt war.

Mein erster Schultag war ganz anders, als ich erwartet hatte. An meiner Schule gab es überraschend viele Internationals: Schweizer, Spanier, Brasilianer, Italiener und vor allem Deutsche, von denen ich mich versuchte fernzuhalten (keine Lust in Australien deutsch zu reden und mit Deutschen rumzuhängen – genau davor war ich ja geflohen!).

Die Blicke der Australier waren mir anfangs unangenehm, aber bald gehörte ich dazu – besonders in Drama und Marine Studies fand ich australische Mädels, die mir sympathisch waren und mit denen ich mich super verstand. Auch mit Liam, einem netten Australier, freundete ich mich an. Bei manchen geht das schneller, bei anderen braucht das eben etwas länger mit dem Freunde finden: nur keine Angst! Immer positiv die Sachen angehen und das wird schon!

Ich liebte die Schuluniform, das Gefühl, dass man dazu gehört, obwohl man „neu“ ist oder anders aussieht, die erleichterte Klamottenwahl (alle Mädchen, die das lesen, wissen, was ich meine) vor der Schule („what do I wear today? School uniform or School uniform?“) – es machte einfach alles leichter. Das Schulgelände der Sunshine High ist riesig – trotz Karte verlief ich mich anfangs dauernd.

In Australien läuft die Schule etwas anders – man wählt seine Fächer von Anfang an selbst, man wird individueller, nach seinen Interessen gefördert. Aber nichts läuft unter Zwang. Leistungsdruck? NULL. Der Lernwille soll freiwillig kommen. Von Deutschland bin ich es gewöhnt, dass ich pünktlich die geforderte Leistung abliefern muss, sonst gibt’s Ärger, schlechte Noten und noch mehr Druck. In Australien? Alles entspannt! „No worries, no worries, it’s okay“ von den Lehrern und die Mitschüler grinsten, wenn ich wegen einer Arbeit deutsch angewöhnte Panik machte... Nach einer Weile gewöhnte ich mich daran, die Sachen in der Schule etwas entspannter zu sehen, meine Noten waren nicht überragend, aber es war mir nicht so wichtig. Es ging nicht mehr darum, Topnoten wie in Deutschland zu schreiben, sondern darum, Spaß zu haben, etwas Neues zu erleben, ein bisschen zu LEBEN.

Und das tat ich! Nach der Schule ging es meistens an den Strand, an den Wochenenden Kino, Strand, Ausflüge (Whale Watching! Brisbane! Dolphin Safaris! Fraser Island! Coloured Sands! Australia Zoo!) Shoppen, BBQ‘s, bei Freunden übernachten oder irgendwelche Beach Partys, wo man Australier und Internationals traf.

In Sina aus Köln (trotz meines antideutschen Vorhabens) fand ich eine wahre Freundin, die mich in jeder Hinsicht verstand. Wir beide wollten nichts mit den anderen Internationals zu tun haben und aus Protest zu Deutschland redeten wir nur englisch miteinander. Wir unternahmen viel zusammen, lachten über uns selbst, über andere – wir hatten einfach jede Menge Spaß und teilten Momente, die sich in mein Hirngewebe für die Ewigkeit einbrannten.

Heimweh hatte ich kein einziges Mal. Auch wenn ich nach einigen Wochen kein Toast mehr sehen konnte und mir Sina ab und zu das Leben rettete, weil ich den Linksverkehr vergaß, wollte ich gar nicht mehr weg. Der Gedanke an Deutschland und das Abflugdatum trieb mir sogar Tränen in die Augen, denn ich lebte meinen australischen Traum.

Ich zitiere einen Eintrag in mein Australienbuch von Ende Juli: Ich saß in einem alten, gelben Hippie-VW-Bus, der in jeder Kurve gefährlich knarzte und ratterte, vorne Angus und Dylan, zwei gutaussehende Surfer Anfang 20, braungebrannt, supernett, die mir vergnügt zulächelten. Meine Schwester neben mir und die Surfboards der Jungs, die Sonne schien durch die heruntergelassenen Fenster, der warme Wind wehte dir durch die Haare, es lief ein Lied von The XX. Es roch nach Freiheit.“

Auch die letzte Ferienwoche in Cairns werde ich nie vergessen! Ich besuchte die Cairns Night Markets, fuhr raus zum Great Barrier Reef, schnorchelte bei Fitzroy Island, fand neue Freundinnen, lernte im Tjapukai Aboriginal Park Aboriginals kennen, fuhr an den Traumstrand von Port Douglas, genoss jeden einzelnen Sonnenstrahl auf meiner gebräunten Haut, mit Mac Miller in den Ohren, der sang:

no matter where life takes me, find me with a smile

pursuit to be happy only laughing like a child

I never thought life would be this sweet

it got me cheesing from cheek to cheek

and I ain't gonna wait for nothing cause that just ain't my style

life couldn't get better, this gon' be the best day ever

Alle Erlebnisse, kleine und große Dummheiten, Momente, die mich zum Lachen brachten – alles was mich bewegte, schrieb ich in einem Notizbuch auf, ich klebte Fotos, Eintrittskarten, Postkarten, alles ein. Ich empfehle euch (auch wenn ihr Tagebuchmuffel wie ich seid) – macht das auch! Dieses Buch ist für mich so wertvoll geworden, vollgepackt mit Erinnerungen an diese genialen, viel zu kurzen drei Monate, es riecht nach Australien und nach Ferne und bringt mich beim Durchblättern immer wieder zum wehmütigen Lächeln.

Kristina B.

Sunshine Beach State High School, Queensland

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