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Kim-Marie Nowak berichtet aus Gold Coast (Australien)

Going Down Under - Mein ganz persönliches Abenteuer

Auf und davon, einmal dem Alltag entkommen und etwas völlig neues erleben, davon hatte ich schon lange geträumt. Jedoch hatte mich bis jetzt immer in letzter Sekunde die Angst gepackt und ich war von der Idee abgekommen. Dieses Mal wollte ich es wirklich. Australien 2008 war beschlossene Sache. Während die Zeit bis zu meinem Abflug immer näher rückte, quasi verflog, wurde ich mir langsam über die Konsequenzen bewusst. Ein halbes Jahr ohne Familie, Freunde und die gewohnte Umgebung. Aber kneifen ging jetzt nicht mehr.

Als der 8., der Tag meines Abfluges, gekommen war, konnte ich es kaum glauben. Es erschien mir alles eher wie im Film. Am Flughafen in Düsseldorf hatte ich gerade noch Zeit, mich von meiner Familie und ein paar Freunden zu verabschieden, dann war ich auf mich alleine gestellt.

Mit einer Gruppe von insgesamt ca. 70 Austauschschülern und einem Begleiter ging es dann los. Düsseldorf, Frankfurt, Singapur, Brisbane - Das war meine Strecke, ca. 22 Stunden reine Flugzeit. Entgegen meiner Befürchtungen erwiesen sich die Flüge als „angenehm“. Die Stewardessen in ihren traditionellen Gewändern waren äußerst zuvorkommend und erfüllten einem jeden Wunsch. Auf dem persönlichen Fernseher konnte man zwischen 200 Filmen und einer Spielkonsole auswählen - Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Trotzdem war ich froh, als ich müde und erschöpft endlich in Australien angekommen war. Jetzt stieg auch die Nervosität. Gleich würde ich zum ersten Mal meine neue Familie sehen. Bis jetzt wusste ich nicht allzu viel: Meine Gasteltern, Taryn (33) und Darren (36) lebten mit ihren Jungs Kalum (9) und Ethan (6) in einer ruhigen Wohngegend in der Nähe der Schule. Sie wollten mich jeden Morgen mit dem Auto zur Schule bringen und sie alle liebten das Surfen. Hörte sich gar nicht mal so schlecht an. Das könnte passen.

Am Flughafen empfingen mich Taryn und Kalum mit einem gebrochenen „Guten Tag!“ und entschuldigten sich gleich für ihre mäßigen Deutschkenntnisse. Nachdem meine Host Mum dann auch noch fast einen Unfall gebaut hätte, war ich heilfroh, als ich endlich in meinem neuen Zuhause angekommen war.

Ich fühlte mich auf Anhieb wohl und gut aufgehoben. Nachdem ich auch meinen Host Dad und den kleinen Ethan, der sich als „Entertainer“ erwies, kennengelernt hatte, drehten wir eine Runde entlang der Küste. Ich hatte mich für das richtige Land entschieden. Jegliche Zweifel waren gewichen und hatten Neugier und Freude Platz gemacht. Fasziniert von den langen Sandstränden der Gold Coast und dem endlos weiten Meer vergaß ich für einen Augenblick Deutschland. Hier ließ es sich durchaus leben. Bald machte sich jedoch die Müdigkeit breit. Der „Jetlag“ war so groß, dass ich in einer Eisdiele einfach einschlief.

Leider hatte man mich nicht vorgewarnt, dass es auch in Australien kalt werden kann. So war ich auf den australischen Winter eher schlecht vorbereitet und holte mir am zweiten Tag eine dicke Erkältung. Fing ja gut an, also gleich zur nächsten Apotheke. Eine Woche hatte ich noch Ferien, dann begann das zweite Semester im Schuljahr.

An den ersten Schultag erinnere ich mich noch ganz genau, weil ich natürlich zu spät kam. Alle Internationals waren schon da, stellten ihren Stundenplan zusammen und bekamen ihre Schuluniformen. „Internationals“ traf es auch wirklich gut: dreißig Deutsche, zwei Schweizerinnen, eine Schwedin, dreißig Brasilianer, eine Niederländerin, zwei Chinesen, ein Japaner und sechs Italiener- alles in Allem ein bunter Haufen.

In der ersten Woche wurden wir zunächst von den Australiern getrennt unterrichtet und stießen dann in der zweiten Woche auf die ca. 2.500 Schüler der Palm Beach-Currumbin State High-School, einer Sportschule im Süden Queenslands, dem Sunshine State Australiens. Vom Gymnasium Eickel kommend war das natürlich erstmal ein Schock. Mit 300 Mitschülern besuchte ich „Year 11“. Andere Länder, andere Dimensionen nennt man so etwas wohl.

Mit meiner Fächerwahl war ich zufrieden: Maths B, Recreation, English, Studies of Australia, Tourism, Surfing und Social and Community Studies. Die Schule begann um 9

Uhr und ich hatte vier Stunden a 70 Minuten pro Tag. Am Mittwoch hieß es immer pünktlich sein - Assembly in der Hall stand auf dem Programm. Wichtige Neuigkeiten und Termine für die 11er wurden verlesen und manchmal kamen wir in den Genuss einer Performance.

Die Schule bleibt für mich ein unvergessliches Erlebnis. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern war locker und doch respektvoll. Beim Fächerangebot der Schule kann ich nur ins Schwärmen geraten. Eine Auswahl aus vierzig Fächern und dreißig Sportarten machten es mir nicht leicht, doch ich entschied mich für Tennis/Tischtennis im ersten Term und Kanufahren im Zweiten.

Mit sechs Tennisfeldern, einem Bootshaus, einer Sporthalle, einem Tanzstudio, einer Muckibude, zwei Fußballfeldern, einer Schwimmanlage und dem Fluss hinter der Schule gab es genügend Möglichkeiten sich auszupowern.

Natürlich gab es auch ein Leben außerhalb der Schule und das begann pünktlich um 15.05 Uhr. Auf dem Programm stand fast immer das „Pines - Shoppingcenter“ gleich um die Ecke. Dort verbrachte ich viel Zeit mit meinen Freundinnen und besuchte meine Hostmum oft auf der Arbeit. Beim allabendlichen gemeinsamen Essen mit meiner Hostfamily berichtete jeder von den Erlebnissen des Tages. Am Wochenende gab es fast immer eine Haus- oder Strandparty in der Nähe, oder wir gingen bei gutem Wetter zum Strand oder lagen einfach nur faul am Pool, alles ganz „easy-going“.

Die Australier waren nett und hilfsbereit. Das erleichterte die Suche nach Freunden. Trotz meines Vorhabens, ausschließlich mit Australiern befreundet zu sein, wurden Julia und Sina aus Deutschland und Fabienne aus der Schweiz zu meinen besten Freundinnen. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen, die ich um nichts in der Welt missen möchte. Mit Sina verbrachte ich sogar einige Tage in Sydney, einer unglaublichen Stadt, in die ich mich auf Anhieb verliebte.

Nichtsdestotrotz konnten meine Hostfamily und meine Freundinnen das Heimweh nicht von mir fernhalten. Ich vermisste meine Familie, besonders meinen kleinen Bruder und meine besten Freundinnen Jana und Alena doch sehr. Ein halbes Jahr ist eben nicht zu unterschätzen. Doch dank Internets stand der beinahe tägliche Kontakt und die große Distanz von ca. 14000 km war zumindest für kurze Zeit überwunden.

Als „Urlaub im Urlaub“ betrachte ich die Reisen nach Sydney im August und November. Beim ersten Mal noch mit meiner Gastfamilie, die mir die schönen Seiten Sydneys, The Rocks, die Harbour Bridge und das Opera House zeigte, beim zweiten Mal dann mit Sina, mit der ich so gut wie jedes Geschäft in Sydney unsicher machte und mein ganzes Geld auf den Kopf haute. Im Gedächtnis bleiben wundervolle Erinnerungen und der stetige Wunsch die Zeit zurückdrehen zu können.

Auch mein 17. Geburtstag und die darauf folgende Geburtstagswoche (meine Hostmum hatte am Tag nach mir Geburtstag, danach erst der jüngere, dann der ältere Hostbrother) bleiben unvergessen, besonders das Erlebnis im China-Restaurant. Ich glaube ich habe noch nie sooo viel gegessen und als Krönung rief dann noch Alena aus Frankreich an.

Der Besuch im Regenwald, als ein Koala gleich hinter uns im Baum saß und ein Känguru neben unserem Auto her hoppelte, sind Momente, die ich niemals vergessen werde. Ein von Kakerlaken geplagtes Halloween, eine von der Polizei gestürmte Party, der Debütantinnenball und noch so viel mehr lassen mich schmunzeln.

Doch auch die schönste Zeit ist irgendwann vorbei, auch wenn ich auf der anderen Seite froh war, wieder nach Hause zu kommen. Am 5. Dezember, nach 5 Monaten Abenteuer, ging es nach Hause. Beim Rückflug war ich komplett auf mich alleine gestellt, aber alles verlief reibungslos.

Überwältigend war der Empfang in Düsseldorf. Meine besten Freunde waren gekommen, um mich zu begrüßen. Besonders erinnere ich mich an Jana und Alena, die mich förmlich ansprangen, dann natürlich an meine Eltern, die mich fest in die Arme schlossen und mich gar nicht mehr loslassen wollten und an meinen kleinen Bruder, der auf einmal gar nicht mehr so klein, sondern riesengroß geworden war. Auch in Deutschland war ein halbes Jahr vergangen, die Zeit bleibt eben nicht stehen.

Entgegen meiner Befürchtungen lebte ich mich schnell wieder ein und stellte fest, dass ich auch in der Schule nicht viel verpasst hatte. Inzwischen ist alles wieder beim Alten und es erscheint mir alles fast wie ein Traum. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mir mein ganz persönliches Abenteuer ermöglicht haben.

Kim-Marie Nowak

Palm Beach-Currumbin State High School, Queensland

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Mit einem Ureinwohner...
Vor dem Sydney Opera House...
Mit meiner Gastfamilie...
Vor meiner Schule...
Mit "James Bond"...
Beim Debutante Ball...
 
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