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Gold Coast: Lene J.

Als ich mich für eine Schule für mein Auslandshalbjahr in Australien entscheiden musste, gab es für mich vier wichtige Dinge. Erstens wollte ich unbedingt eine Schule finden, die Französisch anbietet, damit ich diese Sprache nicht verliere, und zum anderen Meeresbiologie, da dieses Fach etwas Neues für mich war. Die anderen zwei Dinge waren Volleyball als Sportangebot und natürlich, dass die Schule so nah wie möglich am Meer liegt. Eine kleine Enttäuschung kam dann gleich mit der Fächerwahl, da Meeresbiologie erst ab Klasse 11 angeboten wurde. Ansonsten war ich allerdings positiv überrascht, da man nur 6 Fächer belegen musste, die man, abgesehen von Mathe und English, auch noch frei wählen durfte. Ich nahm, wie ich es mir vorher gewünscht hatte, Französisch und Kunst. Aus dem naturwissenschaftlichen Bereich wählte ich Chemie und entschied mich gegen Geographie und stattdessen für Neue Geschichte. Nach dem Vorbereitungswochende, welches bei mir in Düsseldorf stattfand, flog ich schließlich in einer großen Gruppe mit Begleiter am 8.7 nach Brisbane. Zwischendrin hatten wir für etwa 3 Stunden Aufenthalt am Flughafen in Dubai, wo wir kurz unseren Begleiter verloren und etwas zu Trinken kauften.

In Brisbane angekommen, stieg ich mit etwa 9 anderen Schülern aus und der Rest flog weiter nach Neuseeland. Mein Koffer war einer der letzten, der ankam und an der Gepäckkontrolle wurde das Hundefutter für den Hund meiner Gastfamilie beschlagnahmt, doch ansonsten schaffte ich es ohne Schwierigkeiten raus aus dem Flughafen, wo ein Sammeltaxi auf mich und drei andere italienische Mädchen wartete und uns zu unseren Gastfamilien fuhr.
Da meine Gastfamilie in Ashmore, dem Nachbarort von Benowa, wohnte, war ich die Erste, die ausstieg. Alles war ungewohnt und ich total übermüdet, als ich schließlich an die Tür klopfte, viele Häuser dort haben nämlich keine Klingel, und meine Gastmutter umarmte. Es war Freitagmorgen und das darauf folgende Wochenende war ziemlich unspektakulär und mit Ausflügen zum Hundefriseur und Shoppingcenter gefüllt. Da ich meine Schuhe für die Schule bereits mit meiner Gastmutter gekauft und mir niemand wirklich etwas Genaueres mitgeteilt hatte, schob ich Sonntagabend erstmal Panik, da ich nicht wusste, wo und wie ich meine Schuluniform bekommen sollte und morgen schon mein erster Schultag war. Jedoch war all meine Nervosität umsonst. Am nächsten Morgen fuhr mich meine Gastschwester mit Lunch bepackt zur Schule und nach einigem hin und her telefonieren war klar, dass ich in die Bücherei gehen sollte, wo mich etwa 30 andere Internationale Schüler, die unter anderem aus Deutschland, Italien, der Schweiz und Brasilien kamen, und unsere super lieben Koordinatorinnen Tania und Judi erwarteten. Die ersten beiden Tage, die nur wir Internationalen mit den Koordinatorinnen verbrachten, wobei wir auch die Uniform kauften und uns die Schule ansahen, die wirklich riesig ist, gingen schnell rum.

Da es in diesem Winter für australische Verhältnisse extrem kalt war, fror ich in dem kurzen Rock und dem dünnen Pulli, die zur Uniform gehören und fuhr erstmal mit dem Bus zur Schule. Leider war mein Bus nicht so optimal, da ich immer eine halbe Stunde zu früh in der Schule war und auch nach Schulschluss immer eine halbe Stunde warten musste. Allerdings sitzt man nie allein an der Haltestelle, da, mit der Schüleranzahl von rund 2000, immer jemand in der Nähe wohnt. Doch nach ein paar Wochen stieg ich auf laufen um, wozu ich aber leider 40 Minuten brauchte. Die Schule fängt ganz bequem erst um 8.45 Uhr an und endet um 14.45 Uhr. Am Anfang jedes Tages hat man CareClass, in der alle wichtigen Informationen vorgelesen werden und die einmal in der Woche, für alle in meinem Jahrgang (Year 10) jeweils am Donnerstag, in der Turnhalle stattfindet. Montags in der dritten Stunde gibt es für alle Seniors (Jahr 10-12) eine „Assembly“, sozusagen eine Versammlung, bei der sowohl wichtige Informationen gezeigt, aber auch kleine Aufführungen der Tänzer, Bands oder des Orchesters der Schule vorgeführt werden. Insgesamt dauert das Ganze 35 Minuten, also genauso lange wie eine Schulstunde. Um seinen Lunch zu essen oder etwas bei der Cafeteria zu kaufen, gibt es eine Pause von 10.40 Uhr bis 11.20 Uhr und eine spätere von 13.05 Uhr bis 13.35 Uhr, wo man sich mit seinen Freunden einen Platz auf dem Gras, Bank oder an einem der Tische sucht, da es selbst im Winter angenehm ist, draußen in der Sonne zu sitzen.

Dass mit dem Freunde finden, fand ich ehrlich gesagt gar nicht so leicht, da die australischen Schüler zwar wirklich alle freundlich und hilfsbereit sind, jedoch in meinem Jahrgang von sich aus nicht unbedingt neue Freunde suchten. Da ich eher schüchtern war, traute ich mich nicht, einfach jemanden anzusprechen und traf mich dadurch in den Pausen mit anderen deutschen Mädchen, die ich während der ersten beiden Tage kennengelernt hatte. Etwa eine Woche später kamen zwei australische Zwillinge in meine CareClass, die von der Sunshine Coast hier an die Gold Coast umgezogen waren und mit denen sich die anderen Deutschen und ich schnell anfreundeten. Durch sie lernte ich auch immer mehr Leute kennen, mit denen sie in einer Klasse waren und so entstand unser Freundeskreis ziemlich schnell.

Jeweils kurz vor den Ferien und am Anfang jedes Terms kann man die Fächer wechseln, wenn sie einem nicht gefallen. Ich selbst blieb bei meiner Wahl, obwohl ich statt Geschichte Geographie hatte, da ich besonders mit meinen Lehrern so zufrieden war, die alle total nett und offen sind und auch immer ein bisschen Rücksicht auf mich als Internationale nahmen. Meine Freunde wechselten jedoch immer, um auch mal Fächer wie Kochen, Tanzen oder Business auszuprobieren. Zusätzlich muss man noch eine Sportart wählen und ich entschied mich zuerst für Volleyball und dann für Zumba. Für den Sport bekommt man allerdings keine Note und man kann auch als Anfänger Eislaufen oder Schach belegen.

Außerdem gab es an meiner Schule immer wieder Tage, wo man ohne Uniform kommen durfte, jedoch musst man einen „Golden Coin“, also einen Dollar mitbringen, der dann für wohltätige Zwecke gespendet wurde. Ein anderer Tag, der mir besonders gut gefallen hat, war der „Multicultural Day“, ein Tag an dem wir drei Stunden lang Zeit hatten, uns an den Ständen, die von Schülern organisiert wurden, mit köstlichen Snacks verschiedener Kulturen den Bauch vollzuschlagen und uns verschiedene Performances, wie spanische Tänze oder afrikanisches Trommeln anzusehen.

Damit ich nachmittags etwas zu tun hatte, trat ich dem Volleyballteam der Schule bei, jedoch war die Trainerin ein bisschen zu ehrgeizig und ignorierte mich und die beiden andern internationalen Mädchen, sodass mir bald der Spaß daran verging. Da ich auch meine Querflöte dabei hatte, fing ich an, beim Orchester mitzuspielen, das mir Spaß machte und wo ich noch ein paar andere Freunde fand. (Kleine Warnung noch: Oft sind die Sportteams morgens noch vor der Schule, damit man der Hitze am Nachmittag entkommt, jedoch muss man dann schon um 7 Uhr auf der Matte stehen).

Die Schule an sich ist einfach, viel lernen muss man nicht und das Einzige, in das man ein wenig Zeit investieren muss, sind die Assignments, so etwas wie Hausarbeiten, aber dadurch hat man nur selten Hausaufgaben. Außerdem hat man, bei uns jeden Montagnachmittag, „English as a second language“, wo Englischlehrer Hilfe anbieten falls man im Unterricht etwas nicht verstanden hat und uns auch ein bisschen den australischen Slang beibrachten.

Der absolute Höhepunkt des ersten Terms war der dreitägige Ausflug nach Sydney mit den anderen Internationalen und unseren Koordinatorinnen, wo wir zum einen Zeit hatten, die Stadt in kleinen Gruppen alleine zu erkunden, aber zum anderen auch zusammen ein Musical sahen, an der Opera-Tour teilnahmen und eine Fährfahrt durchs nächtliche Sydney unternahmen.

Da es mit mir und meiner Gastfamilie nicht so gut klappte, weil sie selten zu Hause waren und wir uns nur wenig unterhielten, beschloss ich vor den Frühlingsferien zu wechseln. Tania und Judi, die beiden Koordinatorinnen, unterstützen mich dabei und somit ging es schnell und es war nicht wirklich unangenehm. Meine Gastfamilie machte auch keine Ausflüge und so kaufte ich mir eine GoCard, eine Karte, auf die man Geld auflädt und mit der man dann Bus und Bahn benutzen kann.

Durch Benowa hatte ich mir einen perfekten Ort ausgesucht: Es gibt zwei Shoppingcenter, die direkt am Strand liegen und noch ein anderes in Robina, also ein wenig weiter weg. Mit dem Zug kommt man in etwa einer Stunde nach Brisbane und in 30 Minuten an den Strand. Um den wohl berühmtesten Strand in meiner Nähe, Surfers Paradise, zu erreichen, musste ich mich noch einmal 10 Minuten in die Tram (Straßenbahn) setzen. Dort kann man nicht nur surfen und in den Wellen toben, sondern auch aus Q1, dem höchsten Gebäude in Surfers Paradise, seine Umgebung bestaunen. Ein anderer Ausflug, der ganz oben auf meiner ToDo-Liste stand, war es, einen Zoo zu besuchen, denn dort konnte ich einen Koala im Arm halten, eine Vogelschau sehen und eine Selfie mit einem Känguru machen.
 
Nach 10 Wochen Schule begannen die zweiwöchigen Ferien und ich hatte mich bereits in Deutschland für eine Reise des Unternehmens WEP von Darwin nach Adelaide entschieden, also einmal durch das Hinterland von Australien. Mit einem riesigen Bus und 30 anderen Austauschschülern begann ich die Reise von 5000 Km. Um Kosten zu sparen, wurde jeden Abend gezeltet und ich fand schnell viele tolle Freunde, mit denen die lange Zeit im Bus nicht mehr so langweilig war. Diese Reise würde ich jedem weiter empfehlen, der Australien nicht nur von seiner Strandseite erkunden möchte und keine Abneigung gegen Campen hat. Insgesamt habe ich unglaubliche Sachen gesehen, von denen ich vorher nur geträumt hatte: Wasserlöcher, in denen direkt ein Wasserfall mündete und in denen wir uns abkühlen konnten, eine Bootsfahrt, die uns auf einen Fluss führte, wo wir Krokodile live beobachten konnten, mehrere kurze und auch längere Wanderungen entlang der Traumpfade, auf denen wir Aborigine Kunst bestaunen durften. Außerdem sahen wir die Städte Darwin, Alice Springs, Adelaide und Coober Pedy, eine Stadt die unterirdisch liegt, eine Wanderung an Kings Canyon entlang, eine andere Bootsfahrt durch die Katherine Gorge und dann natürlich noch ein Stopp am Uluru (Ayers Rock), den manche von uns umliefen und die anderen bestiegen (was übrigens nicht erwünscht, aber immer noch erlaubt ist). Ich entschied mich außerdem für einen Helikopterflug über diese berühmte Sehenswürdigkeit und werde mich immer glücklich an diesen Trip durchs Outback erinnern.

Wieder zu Hause an der Gold Coast wechselte ich sofort die Familie und wurde mit offenen Armen von meinen neuen Gasteltern, meiner 11-jährigen Gastschwester und Hund und Katze erwartet. Ich fühlte mich sofort wohl und da wir Montag noch frei hatten, fuhren wir zu einer Stelle am Fluss, der Benowa durch eine kleine Insel von Surfers Paradise trennt.

Insgesamt war es viel wärmer geworden und so verbrachte ich die Tage im Pool mit Freunden und meiner Gastschwester oder fuhr direkt nach der Schule an den Strand. Da ich durch den Familienwechsel jetzt nah an der Schule wohnte, gab es auch eine direkte Busverbindung nach Surfers Paradise und ich brauchte gerade mal 15 Minuten, bis ich mich in die Wellen werfen konnte, die allerdings ziemlich stark in Australien sind. Jedoch ist das wieder ein Vorteil fürs Surfen. Nach den Ferien entschied auch ich mich, diese typisch australische Sportart endlich mal auszuprobieren, denn das Wasser war angenehm warm und auch eine Freundin hatte sich dazu entschlossen Surfen zu lernen. Die 5 Stunden, die jeweils Samstagmorgen stattfanden, reichen meiner Meinung nach völlig aus, um die Grundkenntnisse zu lernen und viele denen das Surfen gefallen hatte und die auch ein ganzes Jahr blieben, kauften sich ein eigenes Surfboard und konnten so jedes Wochenende an den Strand gehen und üben.

Ich jedoch verbrachte die freien Tage mit Freunden in einem der drei Themenparks, die in der Nähe liegen und leicht mit dem Bus erreichbar sind. Einmal gibt es Seaworld, ein Park mit Delphinen, Pinguinen und vielen anderen Meerestieren. Ein anderer Park ist Wet n‘ Wild, ein Wasserpark mit vielen aufregenden Wasserrutschen, den man am besten bei bewölktem Himmel besucht, da er dann nicht so voll ist. Mein absoluter Lieblingspark aber war Movieworld, der aus lauter Achterbahnen besteht und in dem man Stunden verbringen kann. Da eine Tageskarte für einen der Parks relativ teuer ist, lohnt es sich eher eine Jahreskarte zu kaufen, mit der man alle drei genannten Parks so oft wie man möchte, besuchen kann. Ein anderer Tipp sind die kleine Stände, die es in Surfers Paradise gibt und die Angebote wie 2 Karten für 40$ haben. Zusätzlich gibt es auch noch Dreamworld und White Water World, die ich aber persönlich nie besucht habe, da sie nicht mit bei der oben genannten Karte erhalten sind.

Den krönenden Abschluss bildete dann ein weiterer dreitägiger Ausflug, diesmal nach Melbourne. Dort traf ich meine chinesische Freundin wieder, die ich auf dem Trip in den Ferien kennengelernt hatte, machte tausende von Fotos in den kleinen Nebenstraßen, wo sich zwischen dem ganzen Graffiti auch wahre Kunstwerke verstecken. Anschließend besuchte ich mit den anderen ein Unterwasser-Museum, ging ins Kino, nahm an einer (eher langweiligen) Geistertour am Abend durch Melbourne teil und bestaunte die riesige Stadt vom Eureka Skydeck.

Die 8 Wochen Schule waren wie im Flug vorbei gegangen und viel zu schnell musste ich mich von meiner Gastfamilie verabschieden und saß schon wieder im Flugzeug zurück nach Deutschland. Nach 24 Stunden Flug und kurzem Halt, wieder in Dubai, konnte ich endlich nach 5 Monaten meine Familie in die Arme schließen. Ich war zu Hause angekommen und hatte es doch gleichzeitig verlassen.

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Am Strand
Melbourne
Kunsträume
Schuluniform
Surfers Paradise
Am Fluss mit den Gastgeschwistern
 
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