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Sarah R. berichtet aus Laboulaye (Argentinien)

Rund 5 Monate verbrachte ich in einer komplett anderen Kultur, bei anderen Menschen und in einer völlig neuen, sehr weit weg liegenden Umgebung – in Argentinien. Diese Zeit scheint zu Anfang eine lange Zeit, jedoch vergehen diese Monate wie im Flug!

Ich wohnte in Laboulaye, einer seeehr kleinen Stadt, fast schon ein Dörfchen. Das Klein-Stadt-Leben war perfekt für einen Austausch, wie ich fand. Ich war die einzige Austauschschülerin in dem Ort und schnell sprach sich rum, dass eine „fremde“ Deutsche in der Stadt war. Alle zeigten vieeeel Interesse. Meine Klassenkameraden haben mich direkt angenommen, unglaublich viele Fragen gestellt, die mich aber nicht gestört haben. Schnell wurden sie zu meinen Freunden. Ich fand es total schön zu wissen, dass sie sich einfach nur für mich interessieren und etwas über das Leben in Deutschland und über mich wissen wollten.

Ich wohnte mit meiner Gastfamilie und den Eltern meiner Gastmutter in einem Haus mit großem Garten und wunderschönem Pool, für den heißen Sommer. Das Zimmer teilte ich mir mit meiner Gastschwester. Direkt als ich ankam lagen auf meinem Bett Handtücher und Bettwäsche mit „Sarah Argentina 2011“ bestickt. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich meine Freude über das Willkommensgeschenk noch nicht in Worte fassen, aber ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd.

Schnell wurden mir die ersten typischen Mahlzeiten in Argentinien vorgestellt. Bei jedem Familienessen gab es Asado, typisch gegrilltes Fleisch. Empanadas (mit Fleisch oder Schinken und Käse gefüllten Teigtaschen) und Milanesas (eine Art Schnitzel), sowie Dulce De Leche und criollitos vermisse ich jetzt schon.

Aus Deutschland war ich gewöhnt mein Bett selbst zu machen und mein Zimmer selber sauber zu halten. Anders in Argentinien. Dort gibt es im Prinzip in jedem Haushalt eine Putzhilfe.

Bei dem ersten Treffen mit den chicas, meinen Mädels, war ich etwas überrumpelt. Alle sprachen durcheinander und ich verstand so gut wie nichts, weil ich nur 4 Monate zuvor angefangen hatte Spanisch in einer Sprachschule zu lernen. Sie bemühten sich mir alles ruhig und langsam zu erklären und luden mich direkt am ersten Tag zu ihnen ein, „para tomar la leche“ (um Kaffee zu trinken). Es wird aber kein Kaffee getrunken, sondern Mate, ein typischer Kräutertee, der beim ersten Mal probieren sehr bitter und fast nicht genießbar schmeckt. An den Geschmack gewöhnt man sich aber und ich fand ihn danach echt super lecker.

Von der Freundlichkeit und Warmherzigkeit der Menschen dort, war ich beeindruckt. Schnell wurde ich der gesamten Familie und bei den guten Freunden meiner Gastgeschwister und -eltern vorgestellt. Da aber eigentlich keiner richtig gut Englisch sprach, war ich gezwungen meine Sätze auf Spanisch zu formulieren. Heute lache ich über die Sätze, die ich damals gesagt habe. Nun nach meiner Zeit dort, mache ich mich zusammen mit meinen Freunden über meine falschen Wörter und Sätze lustig. Aber nur so konnte ich eigentlich schon nach diesen kurzen 5 Monaten fließend Spanisch sprechen.

Am ungewöhnlichsten und während des ganzen halben Jahres am gewöhnungsbedürftigsten fand ich die Schimpfwörter. Sehr oft wurden diese Wörter verwendet, wenn auch nicht immer im negativen Sinne. Das ist auch wahrscheinlich das Einzige argentinische woran ich mich nie richtig gewöhnen konnte. Das hielt mich aber nicht davon ab, dass ich mir zum Schluss einen einjährigen Aufenthalt gewünscht habe.

Schon allein wegen der Schule. Der Unterricht an sich war deutlich lockerer als in Deutschland. Mit den meisten Lehrern hatte ich eine sehr freundschaftliche Beziehung, manche begrüßte ich mit einem Kuss auf die Wange, was in Argentinien zum Alltag gehört. Am Anfang dachte ich mir nur so „Was wollen die denn jetzt?“ Dabei ist diese Begrüßung ganz normal. Ich ging auf eine katholische Schule, wo wir jeden Morgen gebetet und die argentinische Flagge gehisst haben. Außerdem ging es den letzten Freitag jeden Monats mit der gesamten secundaria (etwa wie die weiterführende Schule) in die nahgelegene Kirche. Ich bin nicht getauft, musste auch nicht mitbeten. Trotzdem fand ich es gut, auf diese winzig kleine Schule zu gehen, jeder kannte jeden, was mir sehr gut gefiel. Ich trug eine Schuluniform – blauen Faltenrock, blaue Kniestrümpfe, Schulshirt oder weißes Hemd mit blauer Krawatte und besonders „modische“ schwarze Schuhe. Doch ich glaube so wurde ich direkt von allen angenommen und als ein Teil von ihnen angesehen.

Jeden Nachmittag machte ich irgendeine Art von Sport. Was dort eigentlich auch sehr normal ist. Der Schulsport ist immer nachmittags, da sich die Argentinier nicht von ihrer „Siesta“ (Mittagsschlaf) trennen. Außerdem machen die Jugendlichen überhaupt sehr viel Sport, wodurch ich auch weitere Freunde fand. Durch „tela“, eine Akrobatik, die ich dort machte, war ich täglich mit meinen Freunden zusammen! Sie wurden Freunde für mein gesamtes Leben. Mit ihnen kann ich über alles sprechen und verdammt viel Spaß haben. Zu Anfang fand ich es auch etwas komisch, sich in ein Auto zu setzten und einfach irgendwelche Runden in der Stadt zu fahren. Was vor allem viele Jungs machten, es war aber immer sehr lustig laute Musik zu hören und durch die Stadt zu fahren.

Jedes Wochenende traf ich mich entweder mit meinen Mädels um zusammen zu essen und einen Film zu schauen oder wir gingen aus. Die Musik, die sie zum Ausgehen hörten, war erst sehr ungewöhnlich und auch der Tanzstil war im Gegensatz zu Deutschland etwas anders. Meine Gastfamilie erlaubte mir recht viel, was ich aus Deutschland nicht so kannte. Was in Argentinien allerdings üblich ist. Doch genau das vermisse ich jetzt, nach meiner Auslandserfahrung, am meisten – den Spaß mit meinen Freunden dort.

Ich kann sagen, dass ich vor Argentinien groooooße Angst vor dem Heimweh hatte. Doch wenn man einmal dort ist, passiert so viel Neues, man ist ständig unterwegs, man lernt so viele neue Sachen und Menschen kennen, da kann man nur selten an zu Hause denken.

Ich fühlte mich schon nach diesen wenigen Monaten wie ein Teil der Familie. Ich fand dort eine zweite Familie und teils sogar bessere Freunde als in Deutschland.

Ich kann wirklich jedem nur raten, ein Auslandsaufenthalt zu machen. Für mich waren die letzten 5 Monate die schönsten in meinem ganzen bisherigen Leben. Und ich weiß, dass Argentinien für immer ein großer Teil meines Lebens sein wird, durch die Menschen von dort, werde ich immer nach Argentinien zurückkommen.

Sarah R.

Laboulaye/Provincia de Córdoba

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In Buenos Aires
Auf einem Campo beim Melken
In der Schule
Beim Vorbereitungscamp in Cordoba
Auf einem Campo (einer Art Bauernhof)
Mit meinen besten Freundinnen
 
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